10 Jahre Förderung für benachteiligte Kinder

München, 17. Mai 2019

Mit 20 Förderplätzen für Grundschulkinder startete das Dominik-Brunner-Haus der Johanniter, das damals noch schlicht Johanniter-Kinder- und Jugendhaus hieß im Jahr 2009. Heute sind es bis zu 112 Plätze für Kinder zwischen einem und 16 Jahren.

„Wir setzen uns dafür ein, dass auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien eine Schule besuchen können, die ihrer Begabung entspricht“, sagt Einrichtungsleiterin Renate Schemann. „Durch individuelle Fördermaßnahmen im schulischen und sozial-emotionalen Bereich wollen wir den Teufelskreis aus Armut, geringer Bildung und fehlenden Zukunftschancen durchbrechen.“ Die Sonderpädagogin und ihr 40-köpfiges Team ist dabei sehr erfolgreich. „Die Mehrheit der von uns geförderten Grundschulkinder erhalten eine Empfehlung für die Orientierungsschule, Realschule oder das Gymnasium“, freut sich Renate Schemann.

Als die Einrichtung 2009 mit zwei Gruppen für je 10 Grundschulkinder startete, wurde der Bedarf an individueller Förderung in den Stadtteilen Ramersdorf und Neuperlach immer größer. So entstand als Gemeinschaftsprojekt der Landeshauptstadt München und der Johanniter-Unfall-Hilfe das Johanniter Kinder- und Jugendhaus Ramersdorf. Die Stadt München hat das Grundstück, das Gebäude sowie eine Erstausstattung zur Verfügung gestellt, die Johanniter sind seither als Träger der Einrichtung für die laufenden Kosten des Betriebs verantwortlich. Bald schon zeigte sich, dass auch die bestehenden Plätze kaum dem Bedarf gerecht werden konnten und so wurde die Einrichtung rasch um eine dritte Gruppe erweitert.
Mit dem Schul- und Kindergartenjahr 2016/2017 wurde das Johanniter Kinder- und Jugendhaus zum Dominik-Brunner-Haus der Johanniter. Die Dominik-Brunner-Stiftung finanzierte und realisierte einen großen Erweiterungsbau neben dem bestehenden Gebäude und sagte eine langfristige finanzielle Unterstützung der pädagogischen Arbeit zu. Durch die Erweiterung stehen seither 112 Plätze für Kinder im Alter von einem bis sechzehn Jahren zur Verfügung. 22 Plätze in der Kinderkrippe bzw. dem Kindergarten, 48 Plätze für Kinder in den vier Grundschulgruppen und 32 Plätze in zwei Gruppen für Kinder und Jugendliche auf weiterführenden Schulen.

Von der Kinderkrippe bis ins Berufsleben

In der Kinderkrippengruppe des Dominik-Brunner-Hauses der Johanniter werden 12 Kinder im Alter bis drei Jahre von den Fachkräften betreut, in der Kindergartengruppe sind es 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Die Kinder lernen hier zu teilen, gemeinsam zu spielen sowie Konflikte gewaltfrei auszutragen und machen sprachlich und emotional große Fortschritte. Sie lernen Rituale und Regeln anzuerkennen und einzuhalten.

„Um die Kinder im Grundschulalter kümmern sich bei uns jeweils zwei Pädagogen und ein Freiwilliger im Sozialen Jahr oder eine Jahrespraktikantin pro Gruppe“, berichtet Renate Schemann. Nach den regulären Hausaufgaben wird mit individuellem und am Lehrplan orientiertem Übungsmaterial gearbeitet. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Sprachförderung und die Bearbeitung von Teilleistungsschwächen. Ebenso werden Themen wie Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie, Stottern, ADHS oder Prüfungsängste bearbeitet. Lernen, wie man lernt, bildet die Basis eines bewussten Wissens- und Kompetenzerwerbs und legt den Grundstein für lebenslanges selbstgesteuertes Lernen.

Bei der Förderung von Jugendlichen werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. „Bei den Jüngeren im Alter von 10 bis 14 Jahren liegt der Fokus auf der sozial-emotionalen Förderung, etwa Hilfe in der Pubertätsphase und die Lebensraumorientierung. Dazu zählen wir beispielsweise die Anbindung an einen Verein oder selbstständiges Erkunden von München,“ so Renate Schemann. Das Ziel sind glückliche und selbstbewusste Jugendliche, die ihr Leben schrittweise selbst in die Hand nehmen können. Hierzu benötigen sie Empathiefähigkeit, Frustrationstoleranz und Selbststeuerung sowie kommunikative Kompetenzen und Konfliktkompetenz.

Bei den älteren Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren richtet sich der Fokus auf Bewerbertraining, Praktikabegleitung, Ausbildungshilfe und Schulabschlüsse. Gemeinsam werden mögliche Ausbildungen analysiert und Anforderungsprofile abgeglichen, um so die Stärken der Jugendlichen herauszuarbeiten. Die Unterstützung reicht von Rollenspielen zur Vorbereitung erster Anrufe und Bewerbungsgespräche bis hin zur Hilfe beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen. Dazu die Einrichtungsleiterin: „Wir wollen die jungen Menschen motivieren, sich mutig, aber auch realistisch mit ihrer Berufswahl auseinanderzusetzen und den Übertritt in die Ausbildungsphase zu meistern.“

Elternberatung für das Viertel

Ergänzend zur Förderung der Kinder bieten die Johanniter seit Herbst 2018 mehrmals pro Woche eine Beratung für Eltern an deren Kinder nicht im Dominik-Brunner-Haus der Johanniter betreut werden. Primär bei Fragen zur Entwicklung der Kinder, zu Schulabschlüssen, bei Schwierigkeiten in der Schule, etwa bei einem Schulwechsel, bei schlechten Noten oder bei Diagnosen wie ADS oder ADHS. Und manchmal sind es auch Fragen, die nicht unmittelbar mit den Kindern zu tun haben. „Wenn Eltern Unterstützung bei Schwierigkeiten im Beruf oder bei der Kommunikation mit Ämtern benötigen, helfen wir auch. Denn das kann die ganze Familie belasten“, weiß Renate Schemann.

Ermöglicht wird die Förderung der Kinder und Jugendlichen im Dominik-Brunner-Haus der Johanniter – neben den staatlichen und kommunalen Zuschüssen – durch die Hilfe von Stiftungen wie der Dominik-Brunner-Stiftung, Unternehmen, Spendern und den Fördermitgliedern der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Helfen Sie uns helfen!

Ihr Ansprechpartner Renate Schemann

Dominik-Brunner-Haus der Johanniter
Görzer Straße 115
81549 München