Ehrenamtliche Johanniter spenden Stammzellen

Puchheim, 30. November 2018

Alle 15 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Nur ein Drittel aller Blutkrebspatienten findet innerhalb der Familie einen passenden Spender, jeder Zehnte sucht sogar vergeblich. Ein Umstand, den auch Mitarbeitende der Johanniter-Unfall-Hilfe aktiv bekämpfen wollen. So zum Beispiel die Ehrenamtlichen Christian Achmüller, Ortsbeauftragter des Johanniter-Ortsverbands Peißenberg und Maximilian Springl, stellvertretender Ortsbeauftragter des Johanniter-Ortsverbands Ingolstadt. Beide sind seit mehreren Jahren als potentielle Spender registriert und durften nun Stammzellen spenden – Maximilian Springl bereits vor drei Jahren über die Spenderdatei der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB), Christian Achmüller vor wenigen Wochen bei der DKMS. Herr Achmüller berichtet von seinen Beweggründen für die Registrierung und die Erfahrungen vor, während und nach der Spende.

Vor ca. fünf Jahren registrierten Christian Achmüller und seine Partnerin sich bei der DKMS als potentielle Stammzellspender, ganz einfach mithilfe von Wattestäbchen. Am 28. Mai diesen Jahres erhielt er dann einen Anruf, dass er eventuell als Spender infrage käme. Einige Tage später klärte er mit einer Sachbearbeiterin der DKMS diverse Fragen und wurde gefragt, ob er weiterhin als Spender zur Verfügung stünde. „Das habe ich selbstverständlich bejaht“, erklärt Christian Achmüller. Daraufhin vereinbarte die DKMS mit seiner Hausärztin einen Termin zur Blutabnahme und organisierte einen Kurier, der die Probe direkt für weitere Tests zum Labor fuhr. „Dann passierte erst einmal nichts und ich dachte, ich sei vielleicht nicht der passende Spender für den Patienten. Ende Juli kam dann aber der Anruf, dass ich spenden darf“, so Herr Achmüller. Wieder kam die Frage, ob er weiterhin zur Spende bereit sei, abermals bestätigte Christian Achmüller und wurde daraufhin über die Art der Stammzellentnahme aufgeklärt – denn es gibt je nach Patient und Art der Krankheit zwei mögliche Optionen. Bei Christian Achmüller war es die Knochenmarksentnahme aus dem Beckenkamm mit kurzem Krankenhausaufenthalt. Schließlich folgte die Terminplanung: Erst kam die Voruntersuchung in der Entnahmeklinik, die Herr Achmüller aus einer vorgegebenen Auswahl selbst aussuchen konnte. „Ich entschied mich für eine bayerische Klinik in Franken“, so Herr Achmüller. „Schön war, dass sowohl die Anreise, als auch die Übernachtung in einem Hotel für eine Begleitperson übernommen wurde. So konnte mich meine Partnerin begleiten.“ Christian Achmüller selbst blieb zwei Nächte im Krankenhaus, eine Nacht vor und eine nach der Entnahme.

Rund drei Wochen nach der Spende bekam Christian Achmüller die Information, dass es sich bei „seiner Patientin“ um ein Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren aus den USA handelt. „Im Grunde ist es nicht wichtig, wer meine Knochenmarkspende erhält. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass ich vielleicht einem jungen Mädchen helfen konnte“, erzählt Herr Achmüller. Weitere Informationen erhält er frühestens sechs Monate nach der Spende, sofern die Patientin einwilligt. Nach zwei Jahren könnten sich Patient und Spender sogar treffen, vorausgesetzt dass beide es möchten. In jedem Fall war die Stammzellspende für Christian Achmüller ein positives Erlebnis: „Ein paar Tage nach der Spende fühlte sich die Entnahmestelle noch etwa an wie bei einer Prellung, die mich in meiner Beweglichkeit etwas einschränkte, aber ansonsten ging es mir sehr gut.“ Die Frage, ob er es wieder machen würde, kann Herr Achmüller sofort bejahen: „Es ist ein super Gefühl, mit einem für den Spender so kleinen Eingriff die Möglichkeit zu haben, einem Menschen das Leben zu retten. Ich kann jedem empfehlen, sich registrieren zu lassen.“ Dabei ist es nicht wichtig, bei welcher Datei man registriert ist und spendet, es geht darum, einem Patienten eine neue Chance auf Leben zu geben. Damit führen die Ehrenamtlichen das Motto der Johanniter „Aus Liebe zum Leben“ noch ein kleines Stückchen weiter.

Ihr Ansprechpartner Sarah Rizzato

Pressesprecherin

Dornierstr. 2
82178 Puchheim

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