Der Grundstein für Includio ist gelegt

Regensburg, 29. August 2019

Jeder, der momentan im Regensburger Stadtteil Burgweinting unterwegs ist, dem fällt auf: Hier entsteht etwas Großes. Es ist die Baustelle, auf der gerade Regensburgs erstes Inklusionshotel Includio entsteht. Völlig barrierefrei den Urlaub im Hotel genießen ist für viele Menschen mit Einschränkungen nicht immer möglich. Mit Includio wird dies für Touristen mit Behinderung in der Weltkulturerbestadt bald möglich sein. Doch Includio soll nicht nur einfach ein behindertengerechtes Hotel werden. Es soll vor allem eine Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung werden.

Anfang Juni wurde der erste Spatenstich gesetzt – nun konnte schon der Grundstein gelegt werden. Zahlreiche Unterstützer und Förderer von Includio feierten diesen besonderen Tag mit den Johannitern. Geschäftsführer der Johanniter-Hotel Regensburg gGmbH Martin Steinkirchner begrüßte die Gäste bei strahlendem Sonnenschein auf der Baustelle. Er gab einen Einblick in die aktuelle Entwicklung und betonte man liege momentan mit der Kostenschätzung nur geringfügig bis kaum über der Planung. Die Bodenplatte ist gelegt, von nun an geht es „nur noch nach oben.“

Johanniter-Landespfarrerin Andrea Wagner-Pinggéra sprach einige christliche Worte. Für ihre Andacht hatte sie sich den Psalm 127 ausgesucht, der besagt „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten die umsonst, die daran bauen.“

Danach füllten Architekt Georg Kartini, Hotelleitung Helga Butendeich und Geschäftsführer Martin Steinkirchner das Rohr für den Grundstein ganz traditionell mit einem Satz Bauplänen, Kleingeld, einer Bibel, einer Tageszeitung und einer Urkunde, auf der alle anwesenden Gäste unterschrieben.

Das erste Grußwort dieses Tages sprach Ministerialdirektor Dr. Markus Gruber vom Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales. „Inklusionsarbeit ist Sozialministerin Kerstin Schreyer und dem Ministerium ein äußerst wichtiges Thema“, so Gruber, „und Includio ist ein Projekt, das dazu beiträgt, dass eine Gesellschaft humaner wird. Ich danke den Johannitern für dieses einzigartige Hotel.“ Regensburg Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer betonte den Mut der Johanniter für ein solches Vorzeige-Hotel. „Die Stadt hat von Anfang an den Johannitern vertraut, denn wenn sie etwas anfangen, bringen sie es auch zu Ende.“ Sie sei sich sicher, dass Includio ein Ort wird, an dem sich Vereine, Firmen und Bürger treffen.

„Die Johanniter sind der Motor für besondere Projekte“, so Landrätin Tanja Schweiger, „man merkt an Includio einmal wieder, dass die Menschen in der Region bei sozialen Projekten zusammenhalten.“ Sie ergänzte aber auch, dass es bis zur kompletten Teilhabe von Menschen mit Behinderung noch ein langer Weg sei. MdB Stefan Schmidt von den Grünen betonte, dass viele Menschen im attraktiven Regensburg und der Region ihren Urlaub verbringen würden. Includio schließe nun einen wichtigen Beitrag zur Inklusion, der „noch gefehlt hat.“

MdL Sylvia Stierstorfer erinnerte sich genau an die ersten Gespräche mit Martin Steinkirchner, als es um den Bau eines Hospiz ging. „Und nun wird auch Includio wieder ein Leuchtturmprojekt.“

Er hatte extra seinen Urlaub in Bayern unterbrochen: Bundesvorstand der Johanniter Jörg Lüssem aus Berlin ließ es sich nicht nehmen ebenfalls ein Grußwort zu sprechen. „Als Herr Steinkirchner vor ein paar Jahren mit der Idee auf uns zukam, klang es für uns im ersten Moment sehr satzungsfern ein Hotel zu bauen. Doch sehr schnell haben wir begriffen worum es geht; nämlich um Inklusion. Und Inklusion liegt den Johannitern am Herzen.“ Zur Eröffnung werde er auf jeden Fall dabei sein, versprach der Bundesvorstand.

Wenn die Bauarbeiten weiterhin so reibungslos ablaufen, planen die Johanniter die Eröffnung Ende 2020/ Anfang 2021.