Schöpflöffel statt Spritze und Schürze statt Schutzanzug

Schwandorf , 08. Mai 2019

In den vergangenen gut zehn Jahren hat sich der Ortsverband der Johanniter-Unfall-Hilfe in Schwandorf über die Grenzen der Oberpfalz und Bayerns hinaus einen erstklassigen Ruf als Feldküche bzw. SEG (Schnelleinsatzgruppe) Verpflegung gemacht. Neben der Verpflegung von Einsatzkräften bei Großeinsätzen werden die Schwandorfer Johanniter fleißig als mobile Feldküche angefragt. Die Bandbreite der Einsätze reicht von der Verpflegung bei Katastrophenschutzeinsätzen wie zuletzt im schneereichen Winter in Geretsried bis hin zu Events – hier vom kleinen Empfang über die Verpflegung beim Konzert im Audimax bis hin zum Weihnachtstrucker-Event am Ende des Jahres oder dem großen Evangelischen Deutschen Kirchentag.

Jetzt waren die Schwandorfer Johanniter bei einem speziellen Kurs für Feldköche in Nürnberg, der als Pilotlehrgang für ganz Bayern konzipiert worden war. Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus den Johanniter-Verbänden Ingolstadt, Mittelfranken und Schwandorf. Die Ausbildung umfasste 40 Unterrichtseinheiten und beinhaltete unter anderem die Themen gesetzliche Grundlagen, Unfallverhütung, Lebensmittelkunde, Ernährungslehre sowie Lebensmittelkalkulation und Logistik. Zum Abschluss durften die angehenden Köche am abschließenden Sonntag unter reellen Bedingungen ein Essen für 400 Personen zubereiten. Mit dem Ergebnis, dass es allen richtig gut geschmeckt hat.

„Wer uns kennt, weiß, dass wir großen Wert auf gutes Essen legen. Wir können sehr abwechslungsreich und anlassbezogen kochen. Und natürlich achten wir auch darauf, dass die Speisen auch zur jeweiligen Einsatzlage passen, sprich zum Umfeld, dem Anlass und natürlich auch der körperlichen Belastung derer, für die wir kochen“, so die Ortsbeauftragte der Johanniter Schwandorf Andrea Scherübl.

Die Feldküchen werden in der Regel mit Gas oder Petroleum betrieben. Daher war der richtige Umgang mit den Bedienelementen der Küche ein wichtiger Punkt in der Ausbildung. Im Einsatzfall muss das von allen beherrscht werden. Zum Bereich Lebensmittelkunde gehörte neben dem Wissen zu Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst auch die Verwendung von Kräutern und Gewürzen. „Unser Essen soll schmecken. Gerade im Einsatzfall gilt die Regel: Ohne Mampf kein Kampf“, so Lehrgangsleiter Björn Fiebig.

Zu den Aufgaben der angehenden Feldköche gehörte allerdings nicht nur das Kochen. Eine Verpflegungseinheit besteht unter anderem aus einem ganzen Küchenteam, das geführt und angeleitet werden muss. Eine besondere Herausforderung ist die Logistik und Kalkulation der Lebensmittel. „Was zu Hause eine Prise Salz ist, ist bei uns schnell mal ein Kilo“, schmunzelt der Lehrgangsleiter. Hier musste in ganz anderen Mengen gerechnet werden. Die Feldküche kann zum Beispiel bei Eintopfgerichten maximal 1.000 Essen mit einer Vorlaufzeit von rund drei Stunden kochen und an die Einsatzkräfte ausgeben.

Die SEG Verpflegung der Johanniter in Schwandorf besteht aus Fahrzeugen des sog. „JUH-Betreuungsplatz Bayern“. Hierzu gehören zwei 7,5-Tonnen-LKW, Busse, Kühlanhänger und natürlich ein Feldküchen-Anhänger. Die Verpflegungseinheit kommt neben verschiedenen internen Johanniter-Veranstaltungen auch bei Großsanitätsdiensten und vielen weiteren Veranstaltungen zum Einsatz. Besonders gefragt sind die Dienste der SEG Verpflegung ist auch besonders bei regionalen Einsatzlagen wie zeitlich langwierigen Verkehrsunfällen sehr gefragt.