Zum Tag der Logopädie: Sprachstörungen können gut behandelt werden

Augsburg, 01. März 2019

Am Tag der Logopädie (6. März) möchten Logopädinnen und Logopäden europaweit auf die Problematiken von Sprach-, Sprech- oder Stimmstörungen aufmerksam machen und das Verständnis der Bevölkerung für die Betroffenen erhöhen. Susanne Unglert ist Logopädin und leitet in Bobingen eine Praxis unter der Trägerschaft der Johanniter. Anlässlich des Aktionstages widmet sie sich dem Thema Aphasie – darunter versteht man den krankheits- oder unfallbedingten Verlust des Sprechvermögens oder Sprachverstehens – und weist auf die Wichtigkeit einer frühzeitigen Behandlung hin.

„Der aphasische Verlust des Sprechvermögens oder Sprachverstehens ist immer durch eine Hirnschädigung bedingt, etwa durch einen Schlaganfall, Unfall, degenerative Erkrankungen oder Tumore“, erklärt Susanne Unglert. „Die Ausprägungen der Störung und deren Schweregrad fällt von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich aus und wird dementsprechend ganz individuell behandelt.“

Sprachverlust ist nicht gleich Intelligenzverlust!

Bei manchen Patienten seien sowohl die Fähigkeit, selbst zu sprechen als auch die Fähigkeit, Gesagtes zu verstehen, sehr schwer beeinträchtigt. „Einige schwer Betroffene geben beispielsweise nur eine Aneinanderreihung und Wiederholung von sinnlosen Silben von sich, zum Beispiel `dodododo´. Andere können nur in kurzen, häufig unvollständigen oder grammatikalisch nicht korrekten Sätzen sprechen oder nur sehr langsam und undeutlich. Das Sprachverständnis selbst kann zugleich relativ gut erhalten sein.“ In anderen Fällen, so Susanne Unglert, könne das Sprechen zwar flüssig erfolgen, aber Buchstaben werden durcheinandergebracht, es kommt zu Wortverwechslungen („Gabel“ statt „Löffel“) oder Wortneuschöpfungen. „Manchmal merken die Betroffenen dies gar nicht und reagieren ärgerlich, wenn sie nicht verstanden werden.“ Zu den leichteren bis mittelschweren Störungen zählt die sogenannte `Amnestische Aphasie´, die mit Wortfindungsstörungen und der Suche nach Wörtern und Umschreibungen einhergeht. Wichtig ist Susanne Unglert der Hinweis, dass es sich bei einer Aphasie um eine Störung der Sprache und der Sprachverarbeitung handelt, nicht um einen Intelligenzverlust.

Selbstständige Kommunikation ermöglichen

„Für Aphasien gibt es verschiedene Therapieansätze, die jeweils auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden“, ermutigt die erfahrene Logopädin. „Bei allen Therapien versuchen wir, die beeinträchtigten Verarbeitungswege im Gehirn wieder funktionsfähiger zu machen, um dem Patienten die Möglichkeit zu geben, wieder unabhängig kommunizieren zu können.“

Die Rolle der Angehörigen

Besonders bei stark ausgeprägten Aphasien sei es wichtig, die Angehörigen miteinzubeziehen, beispielsweise durch deren Anwesenheit bei der logopädischen Therapie oder indem sie lernen, die Betroffenen bei häuslichen Übungen oder bei der Umsetzung von Kommunikationshilfen im Alltag zu unterstützen. „Die Angehörigen sind in vielen Fällen die Brücke zu einer erfolgreichen Kommunikation“, betont sie.

Schnellstmöglich Hilfe suchen

Sehr wichtig sei es, bei einem Verlust des Sprechvermögens oder Sprachverstehens möglichst schnell Rat und Hilfe zu suchen, sei es durch den behandelnden Arzt oder Logopäden, durch Selbsthilfegruppen oder einen Psychologen. „Je kürzer das Ereignis zurückliegt, desto höher sind die Chancen auf deutliche Verbesserungen.“ Zwar könnten auch bei chronischen oder degenerativen Erkrankungen Verbesserungen erzielt werden, „aber in diesen Fällen besteht das Ziel meist darin, den Ist-Zustand zu halten und Verschlechterungen zu verlangsamen.“ Nicht zu unterschätzen seien auch die psychischen Auswirkungen der Sprachstörung: „Manche Patienten leiden im Alltag so sehr unter ihrer Beeinträchtigung, dass sie psychische Störungen wie z.B. Depressionen entwickeln oder sich sozial zurückziehen. Daher ist schnelle Hilfe enorm wichtig“, appelliert Susanne Unglert. Sie selbst ist gemeinsam mit ihrem Team von Montag bis Freitag von 7 Uhr bis 20 Uhr für ihre Patienten da. „Bei stark betroffenen fahren wir auch zu den Menschen nach Hause.“

Fragen zur Praxis sowie Terminanfragen richten Sie bitte an logopaedie.bobingen@johanniter.de oder telefonisch unter 0 82 34 – 99 83 64 8.

Ihr Ansprechpartner Logopädie-Praxis Bobingen

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Schwaben
Praxis für Ergotherapie und Logopädie
Hochstraße 48c
86399 Bobingen