„Candle Lighting“ für verstorbene Kinder am 8. Dezember 2019

Berlin, 05. Dezember 2019

Hinten, vlnr: Susann Houdelett (Erwachsenenbereich, Hospiz- und Familienbegleitdienst ), Walter Engel (Erwachsenenbereich, Hospiz- und Familienbegleitdienst). Vorne vlnr: Ilona Schütz (Leitung, Erwachsenenbereich, Hospiz- und Familienbegleitdienst), Heike Rohde (Kinder-und Jugendhospizdienst).

An jedem zweiten Sonntag im Dezember wird weltweit mit dem „Candle Lighting“ der verstorbenen Kinder gedacht. Allein in Deutschland sterben täglich etwa fünf Menschen unter 15 Jahren durch Krankheiten, Unfälle oder Gewalt. In Berlin kümmert sich seit 2016 die Johanniter Unfall-Hilfe e.V. um betroffene Familien mit todkranken Kindern und um trauernde Hinterbliebene. Aktuell sind 22 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für den Kinder- und Jugendhospizdienst der christlichen Hilfsorganisation im Einsatz.

„Wir unterstützen Familien mit Kindern und Jugendlichen, die von Tod und Trauer betroffen sind,“ erläutert Heike Rohde, Koordinatorin für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Berliner Johanniter, „Das kann bedeuten, dass Kinder die Diagnose einer tödlichen Krankheit erhalten haben, oder Familien ein Kind plötzlich durch einen Unfall verlieren mussten.“ Kinder können aber auch auf sehr unterschiedliche Weise betroffen sein. „Deshalb begleiten wir auch Kinder, die Schmerz, Tod und Trauer erleben müssen, etwa durch erkrankte Geschwister oder Eltern,“ so Heike Rohde. Grundsätzlich kann eine Begleitung durch die Johanniter ab dem Zeitpunkt der Diagnose beginnen und für die Angehörigen über den Tod hinaus reichen.

Im Vordergrund stehen für die Johanniter die individuellen Bedürfnisse einer betroffenen Familie. „Die Begleitung folgt keinem fertigen Konzept, sondern ist immer dem Lebensprozess und den aktuellen Bedürfnissen einer Familie angepasst,“ erklärt Heike Rohde. Das kann spezielle Angebote für Eltern umfassen, wie etwa palliative Beratung, Hilfe im Alltag, Raum für Gespräche, aber auch Unterstützung bei Behördengängen oder Organisation von Auszeiten. Geschwisterkinder werden durch Hausaufgabenhilfe, Unternehmungen, kreative Workshops oder Zeit für Gespräche unterstützt. „Wir können die Krankheit nicht heilen oder den Verlust verhindern, aber wir können für die Familien da sein,“ so Rohde.

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind so verschieden wie die Menschen, die sie begleiten: Studierende, Rentnerinnen und Rentner, Berufstätige aus den verschiedensten Bereichen, wobei die Altersspanne von 22 bis 75 Jahren reicht. Alle haben einen umfassenden berufsbegleitenden Vorbereitungskurs absolviert und erhalten regelmäßig Supervision. Für die betroffenen Familien ist die Begleitung durch die Johanniter kostenfrei. Sie wird von den Krankenkassen gefördert und finanziert sich darüber hinaus durch Spenden.

„Neben der Familienbegleitung sehen wir unseren Auftrag aber auch darin, die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod in unserer Gesellschaft voranzubringen,“ erläutert Heike Rohde, „Obwohl der Tod wie die Geburt zu jedem Leben dazugehört, ist er mit vielen Tabus belegt, besonders wenn es Kinder betrifft.“ So bieten die Johanniter auch spezielle Programme an, wie etwa „Hospiz für Kids“, durch das Kinder in einem angstfreien Raum den Umgang mit Tod und Trauer finden können.

Kontakt für Interessierte: www.johanniter.de/kinderhospizdienst-berlin

Spendenkonto:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE96 3702 0500 0004 3247 01
Verwendungszweck: Kinder-und Jugendhospizdienst Berlin

Ihr Ansprechpartner Johannes Näumann

Berner Straße 2-3
12205 Berlin