„JOHANNA – Hilfen zur Erziehung“ wird drei Jahre alt!

Berlin, 31. März 2020

Foto: © Artwork Hannover

Über 20.000 unbegleitete Minderjährige sind seit 2017 nach Deutschland geflüchtet und von der Jugendhilfe in Obhut genommen. Allein in Berlin leben über 1.000 junge Geflüchtete, die nicht von ihren Eltern oder anderen Personen begleitet werden. Speziell um Jugendliche ab 15 Jahren kümmert sich „JOHANNA- Hilfen zur Erziehung“, ein Projekt, das vor drei Jahren von den Berliner Johannitern gegründet wurde.

Jugendliche leiden häufig besonders unter ihren Fluchterlebnissen, in Deutschland stehen sie ohne einen familiären Schutzraum besonders hilflos vor der Aufgabe, sich in der fremden Umgebung zurecht zu finden. „JOHANNA bietet einen geschützten Rahmen, um junge Geflüchtete aufzufangen, die sich neu orientieren und ein neues Leben aufbauen müssen“, erläutert Stefanie Dunkel-Janßen, Pädagogische Leiterin von JOHANNA. Das Hilfsangebot umfasst betreutes Einzelwohnen, Gruppenangebote in Wohngemeinschaften, ambulante Einzelfallhilfe und sozialpädagogische Familienhilfe.

„In unserem pädagogischen Erziehungsverständnis stehen Zuverlässigkeit, Gemeinschaftsfähigkeit und ein wertschätzender Umgang im Mittelpunkt“, erklärt Stefanie Dunkel-Janßen, „Toleranz und Akzeptanz sind dabei zentrale Grundwerte der Johanniter, auf die wir besonderen Wert legen.“ Deshalb wird bei JOHANNA die gesellschaftliche Teilhabe der Jugendlichen besonders gefördert.

Letztlich übernehmen die Pädagogen von JOHANNA für die Jugendlichen wesentliche Erziehungsaufgaben der Eltern. Sie stehen ihnen mit Beratung, Betreuung und Unterstützung in der Alltagsgestaltung zur Seite. Dabei wird individuell auf die Bedürfnisse eingegangen, etwa bei der Entwicklung realistischer Lebens- und Berufsperspektiven. „Die jungen Menschen befinden sich häufig in einer sehr schwierigen psychischen Situation“, so Stefanie Dunkel-Janßen, „Sehr wichtig ist daher die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Abbau von Blockaden.“ Gezielt fördert JOHANNA die Interessen und Kompetenzen der Jugendlichen.

Insgesamt kann JOHANNA 15 Jugendliche betreuen, wobei momentan 13 Plätze in unterschiedlich großen Wohngruppen in Spandau und Reinickendorf belegt sind. Sie werden von insgesamt sechs Sozialarbeitern betreut. „Jeder Jugendliche hat immer seinen Bezugsbetreuer und vertrauten Ansprechpartner,“ erläutert Stefanie Dunkel-Janßen, „Nur so erreichen wir das nötige Vertrauen und die Stabilität.“

Auch unter den Bedingungen der COVID 19 – Pandemie wird die Betreuung der Jugendlichen stabil fortgeführt. „Bei einigen Jugendlichen ist es besonders in dieser Situation sichtbar, wie wichtig gerade das Vertrauen zu den Bezugsbetreuern ist, da die Eltern nicht greifbarsind“, beschreibt Stefanie Dunkel-Janßen die Situation. Die persönliche Anwesenheit der Bezugsbetreuer musste allerdings zum Schutz aller Beteiligten reduziert werden, was nun durch mehrfache tägliche Telefonate und Videokonferenzen ausgeglichen wird. Dadurch geben die Bezugsbetreuer den Jugendlichen weiterhin Struktur im Tagesablauf und vermitteln ihnen ein Gefühl von Sicherheit.

Ihr Ansprechpartner Johannes Näumann

Berner Straße 2-3
12205 Berlin