Rettungshunde mit dem richtigen Riecher

Göttingen, 19. November 2018

 

Im Einsatzfall geht es um Menschenleben: Die Prüfung für die so genannten Mantrailer und ihre Hundeführer ist deshalb sehr anspruchsvoll. Die Rettungshundestaffel Südniedersachsen richtete am 17. und 18. November diese Prüfung aus. Insgesamt acht Teams aus Potsdam, Vogelsberg, Essen, Schleswig, Nordbrandenburg, Schwabmünchen und Ostthüringen haben sich der Prüfung gestellt - fünf von ihnen, unter anderem unser Staffelmitglied Steffen Hinze mit Sherlock, waren erfolgreich.

Die Hundeführer beantworteten Fragen rund um die Themen Erste Hilfe an Mensch und Tier, Einsatztaktik, Wetterkunde und Umgang mit Karte und Kompass. Im praktischen Prüfungsteil mussten die Hund-Mensch-Teams binnen einer Stunde eine vermisste Person aufspüren. Dafür stand den Spürnasen ein Geruchsträger, wie z.B. ein Kleidungsstück, mit dem Individualgeruch der zu suchenden Person zur Verfügung. Etwa die Hälfte der Geruchspur führte die Rettungshundeteams durch städtisches Gebiet, über Kreuzungen und befahrene Straßen, die andere Hälfte verlief durch Feld, Wald und Flur. Wie im Realfall durften sich die Vierbeiner durch nichts von ihrer konzentrierten Arbeit ablenken lassen: weder durch Passanten, noch durch andere Hunde oder interessante Gerüche.  

Mantrailer werden in der Regel eingesetzt, um die sogenannte Verschwinderichtung der vermissten Person aufzuspüren. Damit ist es möglich, die weiträumig suchenden Flächenhunde gezielter einzusetzen, um in großen Gebieten eine mögliche Eingrenzung der Suchbereiche zu erhalten. Gerade das Zusammenspiel zwischen Mantrailer und Flächensuchhunden steigert die Effizienz bei der Vermisstensuche. Je nach Situation und Einsatzlage, kann es jedoch erforderlich sein ausschließlich Mantrailer oder Flächensuchhunde bei der Vermisstensuche einzusetzen. Flächenhunde und Maintrailer werden vor allem bei der Suche nach vermissten Menschen eingesetzt, die z.B. demenziell verändert sind, einen möglichen Suizid planen, nach einem Autounfall im Schockzustand herumirren oder bei kleinen Kindern, die sich verlaufen haben.

 

Über die ehrenamtliche Rettungshundearbeit:
Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Man unterscheidet zwischen Flächensuchhunden, Trümmersuchhunden und Mantrailern. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen. Die Staffeln werden über die jeweilige Leitstelle angefordert. Die Arbeit der Rettungshundestaffeln erfolgt ehrenamtlich und ist auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 24 Monate aufgefrischt werden muss.