Spatenstich für das Johanniter-Kinderhaus Pusteblume in Burg (Spreewald)

Burg (Spreewald), 14. September 2018

Nach mehrjährigen Planungen ist heute (14.9.2018) der Spatenstich für das Johanniter-Kinderhaus Pusteblume in Burg (Spreewald) gefeiert worden. Auf einem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht das erste Kinderhospiz in Brandenburg.

Mit dem ersten Spatenstich wurde der Auftakt der Bauarbeiten des Kinderhauses "Pusteblume" der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Südbrandenburg gefeiert. Im neuen Haus in Burg soll in Zukunft ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz mit einer ambulant betreuten Wohngruppe für Kinder und Jugendliche mit einem hohen medizinischen Pflegebedarf vereint werden. Diese Kombination ist in Deutschland einmalig. In Brandenburg ist es generell das erste Kinder- und Jugendhospiz. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für 2020 geplant.

Bei dem vorausgegangenen Podiumsgespräch hob Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger die Bedeutung des Projektes hervor, da ein Kinder- und Jugendhospiz im Gegensatz zu einem Hospiz für Erwachsene nicht nur ein Ort für die letzte Lebensphase ist. "Für Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden und unheilbaren Erkrankungen sowie deren Familien ist ein Kinderhospiz auch ein Rückzugsort für Entlastungsaufenthalte, um zwischendurch Atem zu holen und neue Kräfte zu sammeln. Dass so ein Ort, der ebenfalls der Entspannung, dem Austausch, der Vorsorge und der fachlichen Beratung dient, nun endlich auch im Land Brandenburg entsteht, ist ein Schritt in die richtige Richtung." so der Landrat weiter in seinen Erläuterungen.

Das Projekt ist ehrgeizig. Als Jörg Lüssem vom Bundesvorstand der Johanniter zum ersten Mal von der Idee hörte, in Südbrandenburg ein Kinderhospiz zu bauen, war er skeptisch. Nach und nach aber musste er einsehen: Die Verfechter des Planes ließen nicht locker. Und der Erfolg gibt ihnen recht. Gestern konnten sie den ersten Spatenstich für Brandenburgs erstes Kinderhospiz feiern, und natürlich gehörte Jörg Lüssem zu den Gästen und brachte dazu noch eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 230.000 Euro für das Kinderhaus mit.

Zunächst aber soll es in der Pusteblume nicht vorrangig um den Tod, sondern um das Leben gehen. Um das von Kindern wie Anna Heinze vielleicht. Mittlerweile fast 15 Jahre alt, ist Anna vor zehn Jahren verunglückt und seitdem schwerstmehrfachbehindert. Ihre Eltern Michael und Anja Heinze aus Heideblick (Dahme-Spreewald) haben ihr Leben komplett auf die Versorgung ihrer Tochter eingestellt, eine 24-Stunden-Intensivpflege organisiert. „Aber es wäre schön, einfach mal ein paar Tage mit ihr gemeinsam in schöner Atmosphäre verbringen zu können“, sagt Anja Heinze. Sonst wäre an so etwas wie Urlaub überhaupt nicht zu denken.

Sie jedenfalls freut sich schon jetzt auf eine gute Zeit in dem neuen Kinderhaus. Mit ihr waren viele Familien mit ihren kranken Kindern zum Spatenstich nach Burg (Spreewald) gekommen, haben sich Grundstück und Modell angeschaut. Klar ist: Sie können später gemeinsam mit ihren Kindern und deren Geschwistern Zeit im Hospiz verbringen, werden dort rund um die Uhr versorgt.

Die beiden Projekte mit ihren jeweils unterschiedlichen Anforderungen hat eine Planungsgruppe rund um Prof. Ralf-Rüdiger Sommer in eine Form gegossen. Der Baukörper, der an einen Dreiseitenhof erinnert, schmiegt sich unauffällig in die Spreewaldlandschaft, sorgt mit viel Glas und Außenbezügen für ein Gefühl der Weite und der Verbundenheit. "Niemand soll sich hier alleine fühlen müssen", sagt Sommer, trotzdem gebe es Möglichkeiten für Rückzug und Stille. "Wir hatten betroffene Familien in Workshops gebeten, uns ihre Bedürfnisse zu schildern. Wir haben sie gefragt, wie sie, wenn es denn nötig sein sollte, den Abschied von ihren Kindern gestalten wollen." Um diese Wünsche herum wurde das Kinderhaus geplant.

Ihr Ansprechpartner Roland Hauke

Werner-Seelenbinder-Ring 44
03048 Cottbus

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