Bevölkerungsschutz ausbauen - Betreuungslagen gut bewältigen

Hannover, 05. August 2016

Johanniter-Präsident Dr. Arnold von Rümker übergibt Betreuungsplatz 200 auf dem Maschseefest in Hannover

v.l.: Christoph Unger (Präsident Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe), Claus Lange (Direktor Feuerwehr Hannover), Volker Kluwe (Polizeipräsident Hannover), Dr. Arnold von Rümker (Präsident Johanniter-Unfall-Hilfe), Thomas Mähnert (Landesvorstand JUH Niedersachsen/Bremen), Hermann Fraatz (Regionalvorstand JUH Niedersachsen Mitte) und Thomas Hermann (1. Bürgermeister Hannover)

Übergabe eines in Hannover stationierten Johanniter-Betreuungsplatzes 200 (BtP200) durch Dr. Arnold von Rümker, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), an den Landesverband Niedersachsen/Bremen. Christoph Unger, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), lobte ausdrücklich dieses Engagement zum Schutz der Bevölkerung.

Auf dem Maschseefest in Hannover wurde heute ein Betreuungsplatz 200 (mit Fahrzeugen, Ausstattung und Material) an die Johanniter des Landesverbands Niedersachsen/Bremen offiziell übergeben. Dort, wo derzeit ehrenamtliche Helfer der Johanniter den Sanitätsdienst versehen und die Bürger feiern, präsentierte die JUH den neuen BtP200. Er wird für die Unterbringung und Versorgung von 200 unverletzt Betroffenen eingesetzt und ergänzt damit das System der Gefahrenabwehr vor Ort sowie überregional. Dr. Arnold von Rümker, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, überreichte symbolisch den Schlüssel an Regionalvorstand Hermann Fraatz, da der BtP200 in Hannover, im Regionalverband Niedersachsen Mitte, stationiert ist.

Ob Kampfmittelbeseitigung, Naturkatastrophen wie Hochwasserlagen oder in der Flüchtlingshilfe: In Notsituationen müssen Betroffene in Windeseile versorgt und betreut werden. Hier sind die Bilder von geflüchteten Menschen, die oft ohne Vorankündigung in den Kommunen der Bundesrepublik ankamen und schnell sowie professionell untergebracht werden mussten, noch vielen Menschen sehr präsent. Doch auch vor dem Hintergrund aktueller Geschehnisse und der Zunahme von komplexeren und länger andauernden Betreuungssituationen ist der Ausbau der Bevölkerungsschutzstrukturen notwendiger denn je. "Angesichts der derzeitigen sicherheitspolitischen Bedrohungsszenarien stehen wir vor enormen Herausforderungen", sagte Christoph Unger, Präsident des BBK. "Die Johanniter leisten einen wertvollen Beitrag zum Schutz unserer Bevölkerung in diesem wichtigen Handlungsfeld. Ich begrüße es ausdrücklich, dass sie sich in eigener Initiative dieser Aufgabe annehmen."

Auch Landesvorstand Thomas Mähnert unterstrich die zunehmende Bedeutung von Betreuungsplätzen: "Gerade die Erfahrung in der Flüchtlingshilfe hat uns eindringlich vor Augen geführt, dass in Akutsituationen nicht immer geeignete Räumlichkeiten und erst recht nicht die notwendigen Versorgungsressourcen zur Verfügung stehen - insbesondere für nichtverletzte Personen. Mit dem neuen Betreuungsplatz 200 haben wir einen weiteren Schritt zur flexiblen, ortsunabhängigen Versorgung vollzogen."

Betreuungsplatz 200: Kapazitäten für bis zu 1.800 Menschen Die Anschaffung des BtP200 ist eine Eigeninitiative des Bundesverbands der Johanniter. Insbesondere durch die Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe wurde festgestellt, dass die Ressource "Betreuung von unverletzt Betroffenen" bundesweit noch ausbaufähig ist. So wurden für alle neun Landesverbände Betreuungsplätze 200 angeschafft.

Das Konzept "Betreuungsplatz 200" (BtP200) besteht jeweils pro Landesverband aus einem Kommandowagen/Mannschaftstransporter, einem LKW (7,5 Tonnen) mit Materialanhänger und einem Gerätewagen Versorgung beziehungsweise einer Feldküche. Bestückt ist die Einheit sowohl mit Material zur Versorgung/Betreuung als auch mit entsprechender Technik (Zelte, Heizung, Licht etc.). Mit den neun JUH BtP200 können insgesamt bis zu 1.800 Menschen versorgt werden.

Einsatz vor Ort
Interne Alarmierungspläne gewährleisten, dass die benötigten ehrenamtlichen Katastrophenschützer zum Betrieb des Betreuungsplatzes jederzeit alarmier- und einsetzbar sind. Die Konzeption der JUH BtP200 fußt auf der Maßgabe, dass diese Einheiten mindestens 48 Stunden lang autark agieren können. Das bedeutet, dass die Einheit mit Personal besetzt ist, das nicht in anderer Funktion eingebunden ist, zum Beispiel durch Verpflichtungen der Kommune gegenüber. So ist gewährleistet, dass diese Einheiten besonders schnell agieren können. Da ausschließlich Material und Fahrzeuge der Johanniter zum Einsatz kommen, ist auch hier eine prompte Reaktionsfähigkeit gewährleistet.

Notfallreserve für die Kommunen
Mit ihrer Investition von rund 5 Millionen Euro in den Bereich der Betreuung haben die Johanniter deutlich gemacht: Für sie als maßgeblichen Akteur des bundesweiten Katastrophenschutzes ist die Stärkung der Strukturen im Bevölkerungsschutz ein wichtiges Anliegen. Der JUH BtP200 kommt nicht nur den lokalen Verbänden und Kommunen, sondern auch dem Gesamtsystem der Gefahrenabwehr in Deutschland zugute.

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