Beim Laufen die Vater-Sohn-Beziehung stärken

Hannover, 09. April 2018

Fotonachweis: Johanniter/Bettina Martin

Seit Ende Februar schnüren Aref Emami und sein Sohn Erfan regelmäßig die Laufschuhe. Die beiden Afghanen aus dem Flüchtlingswohnheim Vahrenheide der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) nehmen mit insgesamt 36 weiteren Bewohnern aus Unterkünften in Bremen, Göttingen und Hannover-Vahrenheide sowie Mitarbeitern der JUH am Hannover-Marathon am kommenden Sonntag teil. Zwei Mal die Woche gehen die beiden zusammen joggen – um sich so bestens auf die Herausforderung einzustellen. In sechs Staffeln werden sich die Läufer der Distanz über 42,195 Kilometer stellen. 

Zum Laufen ist das Vater-Sohn-Gespann erst in Deutschland gekommen. Seit rund zweieinhalb Jahren leben Aref Emami und sein 14-jähriger Sohn Erfan hier. „In Afghanistan spielen wir höchstens Fußball“, sagt Aref Emami. Zum Laufen sei das Wetter schlichtweg zu heiß und die Wege nicht geeignet. Das Wetter sei die größte Umgewöhnung für den Afghanen gewesen, sagt der 39-Jährige. Mittlerweile hat er sich umgestellt und lässt sich von Regen oder Schnee nicht vom Laufen oder Fußballspielen abhalten. Wobei auch er so manches Mal mit dem inneren Schweinehund ringen muss. Sein Trick: „Ich frage mich dann, warum ich zu Hause bleiben sollte“, verrät Aref Emami und lächelt. Es funktioniert, die beiden raffen sich auf. Und am Ende belohnt das gute Gefühl. „Ich bleibe gesund und fit und mache etwas mit meinem Sohn zusammen. Das stärkt unsere Beziehung.“

Eine gute Stunde laufen Aref und Erfan Emami immer gemeinsam. Auf die geleisteten Kilometer geht es den beiden nicht. „Es macht einfach Spaß.“ Am Sonntag müssen sie eine Strecke von sechs beziehungsweise acht Kilometern in der Staffel bewältigen. Ein bisschen aufgeregt ist der Afghane deswegen schon, Angst zu versagen, hat er allerdings nicht. Er freut sich auf die Dynamik in der Gruppe. „Es ist angenehmer mit anderen zu laufen und macht mehr Freude.“ Das Laufen ist abgesehen vom Fußballspielen der einzige Sport, den Aref Emami unternimmt. Zu viel Zeit nehmen unter der Woche Deutsch-Sprachkurse und für Erfan natürlich die Schule ein.

„Wir spielen aber zusammen in der Tischfußball-Liga-Mannschaft JUH Kugelblitz des Wohnheimes in der Hannover-Tischfußball-Liga“, ergänzt Aref Emami.
Tatkräftige Unterstützung bekommen die Afghanen von den Johannitern aus dem Flüchtlingswohnheim, die zum Anfeuern an der Strecke stehen werden. Der Hannover-Marathon ist übrigens nicht die erste Laufveranstaltung für Aref und Erfan Emami. Sie nahmen bereits am Vahrenheider Stiftungslauf im vergangenen Jahr teil und konnten gemeinsam mit mehreren Bewohnern des Wohnheimes über 900 Euro an Spenden für die Stadtteilstiftung Vahrenheide gesammelt. Und der Hannover-Marathon soll nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein. „Wenn es die Zeit zulässt, würden wir gern noch öfter antreten.“

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