Ein Votum für das Sterben in Würde

Hannover, 29. November 2018

Hannes Wendler, Landesvorstand der Johanniter in Niedersachsen und Bremen, unterzeichnete die Charta. Sie formuliert fünf Leitsätze, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen zu verbessern.

Foto: Johanniter/Nadine Triebel

Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein würdiges Sterben ermöglichen: Als Hilfsorganisation mit der jahrhundertelangen Tradition leidenden Menschen in allen Lebenslagen beizustehen, sind die Johanniter des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen am 29. November im Rahmen eines Festaktes der Charta für schwerstkranke und sterbende Menschen beigetreten. Der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e.V. (LSHPN) lud in Kooperation mit der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen zu der Unterschriftenaktion ein.

In der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis kamen 28 Institutionen, Organisationen, und Wohlfahrtsverbände, wie die Johanniter-Unfall-Hilfe, zusammen, um die Charta offiziell zu unterzeichnen. Christoph Meyns, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig Begrüßung führte gemeinsam mit Ulrich Domdey, Vorsitzender des Landesstützpunktes Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e.V. sowie mit Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann die Begrüßung durch.

„Die Charta ist eine Chance für die bestmöglichste Lebensqualität von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Unser Ziel, einen würdevollen Abschied vom Leben zu ermöglichen, kann nur gelingen, wenn alle Akteure dazu beitragen und Verantwortung auf viele Schultern verteilt werden kann“, betonte die Ministerin. Ähnlich formulierte es Landesbischof Meyns: „Es geht nur, wenn wir gemeinsam Allianzen schmieden.“

Hannes Wendler, Landesvorstand Niedersachsen und Bremen, nahm die Unterzeichnung für die Johanniter vor. „Aus voller Überzeugung unterzeichnen wir die ‚Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland‘. Die Hospizarbeit bedeutet für uns gelebte Nächstenliebe: ‚Aus Liebe zum Leben‘ ist ein selbstverständliches, lebensbejahendes Anliegen, Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein würdiges Sterben zu ermöglichen.“

Anschließend kamen in zwei Gesprächsrunden, geleitet von Journalistin Anne-Kathrin Berger, prominente Gäste zur Sprache. Hannover 96-Präsident Martin Kind oder Prof. Dr. Christian Pfeiffer, ehemaliger Justizminister und Kriminologe, gaben ganz persönliche Erfahrungen preis und stellten zugleich treffend dar, warum das Sprechen über Hospizarbeit keinerlei Scheu bedarf.

Der ambulante Hospizdienst der Johanniter in Hannover unterstützt seit 2004 schwersterkrankte und sterbende Menschen und ihre An- und Zugehörigen durch Beratung sowie unterstützenden und entlastenden kostenlosen Angeboten, sowohl in der letzten Lebensphase, und darüber hinaus auch in Zeiten der Trauer. Zwei weitere Hospizdienste bietet der Regionalverband Weser-Ems an: Seit 2011 mit seiner Kontaktstelle in Löningen im Landkreis Cloppenburg und seit 2013 in der Gemeinde Großenkneten.

Seit April wird ein regelmäßiges Trauerfrühstück im Johanniter-Ehrenamtszentrum in Hannover angeboten – Anfang November kam eine neue Trauergruppe hinzu. Die ehrenamtlichen Organisatoren möchten trauernde Menschen zusammenführen und dabei helfen, den Austausch untereinander und gegenseitiges Verständnis zu ermöglichen. Die Treffen stehen jedem unverbindlich offen.

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