Fit durch die Faschingszeit

Hannover, 18. Februar 2020

Die Karnevalssitzungen sind in vollem Gange, Altweiberfastnacht ist nicht mehr weit, die Jecken stehen in den Startlöchern und wollen ausgelassen feiern. Damit am Aschermittwoch kein böses Erwachen folgt, gibt Dr. Hans-Peter Reiffen, Landesarzt der Johanniter im Landesverband Niedersachsen/Bremen, ein paar Ratschläge.

Krank werden, nein danke – Tipps gegen Erkältung

Wer an Aschermittwoch nicht mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen aufwachen möchte, sollte bei Faschingsumzug und Kneipenkarneval ein paar Regeln beachten. In schlecht gelüfteten Räumen voller Menschen breiten sich Viren und Bakterien besonders schnell aus. Wer sich schützen möchte, sollte im Vorfeld das Immunsystem stärken, nicht aus fremden Flaschen oder Gläsern trinken und vor allem: Häufiger als sonst die Hände mit Seife waschen. Denn neben der klassischen Tröpfcheninfektion besteht Ansteckungsgefahr auch über eine Schmierinfektion, zum Beispiel an Türgriffen.

„Dem Körper muss auch Ruhe gegönnt werden. Kälte, wenig Schlaf, Alkohol- und Zigarettenkonsum – das alles schwächt das Immunsystem und macht anfällig für Ansteckungen“, betont Reiffen. Der Arzt rät, zwischen Altweiberfastnacht und Faschingsdienstag Feierpausen einzulegen. Schlaf, Ruhe, gesundes Essen, viel trinken, aber keinen Alkohol – das tut dem Körper gut.

Scheinaufwärmung – Alkohol hilft nicht gegen Kälte

Dieser Irrglauben ist besonders in der kalten fünften Jahreszeit ein großes Problem. „Wer bei niedrigen bis frostigen Temperaturen zu Schnaps oder heißen alkoholhaltigen Getränken greift, spürt für kurze Zeit ein Wärmegefühl“, erklärt Reiffen. „Genau das ist das Trügerische. Durch den Alkoholgenuss sinkt die Körpertemperatur und es wird Wärme abgegeben. Das wissen leider nur die wenigsten.“ Dieses Phänomen nennt man Scheinaufwärmung. Durch den Alkohol weiten sich die Blutgefäße in der Haut. Dadurch wird die Haut stärker durchblutet und es entsteht Wärme. Eigentlich gut, oder nicht? Nein, weil die Haut die Wärme nicht speichert, sie gibt sie an die Luft ab. Und auch der Körper entzieht den inneren Organen Wärme. „Wer sich lange draußen aufhält, sollte lieber zu warmer Kleidung und Funktionsunterwäsche greifen und zwischendurch immer wieder beheizte Räume aufsuchen“, rät Reiffen. „Der Körper kühlt sonst zu stark aus. Die Folgen können Kreislaufkollaps und Unterkühlung sein.“

Bei Kälte droht Lebensgefahr

Wer bei Kälte nach einem Sturz oder aufgrund zu hohen Alkoholkonsums bewegungsunfähig ist, gerät schnell in Lebensgefahr. „Liegt die Außentemperatur unter 15 Grad Celsius, kühlt der Körper besonders schnell aus“, erklärt Reiffen. Daher bittet der Arzt um erhöhte Aufmerksamkeit, gerade bei Karnevalsumzügen oder auf dem Weg nach Hause: „Wenn eine Person in der Kälte liegt, rät er, die Person anzusprechen. Erscheint sie hilflos oder stark alkoholisiert, sollte der Notruf mit der 112 gewählt werden. Falls die Person bewusstlos ist, sollte das Wissen aus dem Erste-Hilfe-Kurs angewendet werden: die Person in die stabile Seitenlage bringen und bis zum Eintreffen der Sanitäter vor Ort bleiben. Nicht wegschauen, sondern anderen Menschen helfen. Das kann Leben retten“.

Digital und flexibel: das Johanniter-Kurskonzept „Fit in Erster Hilfe“

Mit dem Angebot der Ersten-Hilfe-Kurse wollen die Johanniter Hemmschwellen abbauen, Wissen vermitteln und Menschen auf den Ernstfall vorbereiten. Mit dem neuen Kurskonzept „Fit in Erster Hilfe“ werden künftig Übungssituationen im Erste-Hilfe-Training noch praxisnäher und zeitgemäßer. Es geht lebendig, interaktiv, abwechslungsreich und mit viel Eigeninitiative der Teilnehmenden zu: Szenarien werden digital simuliert und visuell dargestellt. Im Zusammenspiel mit vielen praktischen Übungen sollen die Teilnehmenden sicher in der Anwendung der Ersten Hilfe werden, um später, während eines richtigen Notfalls, routiniert handeln zu können. Mehr Informationen rund um Erste Hilfe und unser Kursangebot finden Sie unter: http://wir-muessen-reden.johanniter.de.

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