Stauhelfer

Hannover, 21. Juni 2017

Retter auf zwei Rädern

Sie kommen dann zum Einsatz, wenn auf der Autobahn mal wieder nichts geht: die Motorradstaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe. Bei Unfällen, Staus und hohem Verkaufsaufkommen stehen sie Fahrern mit Sachverstand, Informationen, medizinischer Hilfe und zur Not auch mit Malpapier und Kuscheltieren zur Seite. Das heißt, sie sorgen zu Ferienzeiten, bei Großveranstaltungen wie dem Kirchentag, G-8-Gipfel, Sportereignissen, Biker-Treffen, Sternfahrten und generell immer dann, wenn die Straßen überlastet sind, für einen reibungslosen Ablauf.

Als Erste vor Ort

Durch ihre Wendigkeit sind sie oft die Ersten vor Ort, sichern Unfallstellen ab und lotsen den nachfolgenden Rettungsdienst durch den Ruckstau. Dabei machen sie Rettungsgassen frei und gewährleisten, dass die notwendige Hilfe auch ankommt. Die Stauhilfe-Motorräder sind als „Fahrzeuge mit Sondersignal“ gekennzeichnet und haben so laut StVO be sondere Rechte, die ihnen den Einsatz erleichtern: So durfen sie bei stehendem Verkehr auf der Autobahn entgegen der Fahrtrichtung fahren und den Standstreifen nutzen.

Kompetente Helfer

Alle Johanniter-Biker haben eine medizinische Ausbildung – mindestens zum Sanitätshelfer – und sind auch im Umgang mit AED-Geräten (Automatische Externe Defibrillation) geschult. Das jährliche Fahrsicherheitstraining sowie die 30 Stunden Fortbildung für Rettungsdienstmitarbeiter pro Jahr stellen sicher, dass ihre Fähigkeiten und Kompetenzen konstant auf hohem Niveau bleiben.

Freiwillig im Stau

Bei all der Professionalität darf eines nicht vergessen werden: Die gesamte Motorradstaffel der Johanniter besteht aus ehrenamtlichen Helfern, die in ihrer Freizeit im Stau unterwegs sind und ihre Hilfe der Polizei, den Verkehrsteilnehmern und Kommunen kostenlos zur Verfugung stellen. Die Biker sind vom Osterverkehr bis zum Abschluss der Herbstferien im Einsatz. An den Ferienwochenenden zwischen 10 und 18 Uhr – an Hauptreisetagen oft noch länger. Aber auch an Arbeitstagen dauert es nach einer Anfrage der Autobahnpolizei nur 30 Minuten, bis ein Helfer in den Dienst geht. Die Fahrer und ihre Maschinen haben ihre Standorte in Niedersachsen in Ahlhorn, Hannover, Hildesheim, Northeim, Salzgitter, Sulingen und Schwarmstedt.

Kompaktes Hilfspaket

Die Motorräder haben in ihren Koffern zwar nicht viel Stauraum, sind aber alle mit einem Kompaktpaket zur Rettungs- und Stauhilfe ausgerustet. Das heißt, sie verfugen sowohl uber medizinisches Equipment, wie AED-Geräte und Sauerstoff, als auch kleine Hilfen für die Reisenden, wie Straßenkarten, Frischgetränke und Spiele fur die Kleinsten.

Starke Partner auf der Straße: Polizei und ADAC

In ihrem Einsatz sind sie naturlich nicht allein: Die Motorradstaffel arbeitet mit der Autobahnpolizei zusammen, die die Gesamtkoordination der Rettungs- und Pannenhilfe auf der Straße ubernimmt. Außerdem besteht eine enge Verzahnung zwischen der Motorradstaffel und dem ADAC. Gemeinsam schließen sie das Kommunikations- und Informationsnetz auf der Autobahn. Neben den direkten Anfragen der Polizei arbeiten die Helfer aber auch als „First Responder“, das heißt sie patrouillieren frei und greifen im jeweiligen Fall ein.

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