Freiwilliges Soziales Jahr - Leben in echt!

Bettina Dogs-Prößler - Bremen, 12. Mai 2016

Franziska Smidodas Weg zum Studium führt über den Hausnotruf. Eigentlich wollte die angehende Medizinstudentin nur die  Wartezeit  auf einen Uniplatz überbrücken. Jetzt, mehr als ein Jahr nach Beginn, ist ihr Freiwilliges Soziale Jahr (FSJ)  viel mehr als das.  Die 20-Jährige hat nicht nur fachlich etwas gelernt. „Es hat mir auch persönlich viel gebracht. Ich bin viel, viel selbstbewusster geworden.“

Franziska Smidoda ist eine von sechs jungen Frauen und Männern, die bei den Bremer Johannitern den freiwilligen sozialen Dienst leisten. Nach anderthalb Jahren arbeitet sie größtenteils eigenständig, betreut ihren eigenen Kundenstamm, erledigt Schreibtischarbeit und repariert und wartet Hausnotruf-Geräte.  Wertvolles Wissen nicht nur für eine Medizinstudentin.

Junge Menschen können viel Wertvolles aus dem freiwilligen Dienst ziehen. Verschiedene Berufe können getestet, unterschiedliche Bereiche ausprobiert werden. Außerdem lernen die Freiwilligen die Strukturen der Arbeitswelt kennen.  Und sie verdienen erstes eigenes Geld. Das FSJ ist in den Sparten Soziales, Politik, Kultur, Umwelt, Denkmalpflege und Sport möglich.

Ausbildung zur Sanitätshelferin

Für ihren Einsatz bei den Johannitern musste Franziska Smidoda die hausinterne Ausbildung zur Sanitätshelferin machen. Erst danach durfte sie Blutzucker messen oder Blutdruck. Im Notfall kann sie sogar intubieren.  „Wenn es darauf ankommt, müssen wir Erste Hilfe leisten und entscheiden, was weiter getan werden soll“, sagt die 20-Jährige. Durch die Ausbildung zur Sanitätshelferin wurde sie theoretisch darauf vorbereitet, die Praxis wächst beim täglichen Kontakt zu den Kunden.

Auch Marieke Johanna Haberland will einmal Ärztin werden. Wie Franziska Smidoda will sie während des FSJs erste medizinische Erfahrungen sammeln. Bei den Johannitern fühlt sie sich sehr gut aufgehoben. „Das Kollegium ist super und man wird gut aufgefangen“, loben bei das Arbeitsumfeld.

Selbst Entscheidungen treffen

Herzinfarkt oder Schlaganfall, schwere Stürze oder Atemnot: Die Freiwilligen sind zum Teil mit Situationen konfrontiert, die schnelles Handeln erfordern.  „Doch durch den Rückhalt durch die Kollegen fühlen wir uns nie alleingelassen.“

Mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder dem Bundesfreiwilligendienst (BuFDi), der seit 2011 den Zivildienst ersetzt, können sich jungen Menschen nach der Schule sozial engagieren und wertvolle erste Berufserfahrungen sammeln. Die Wartezeit auf den Studien- oder Ausbildungsplatz kann sinnvoll verkürzt werden, einige Hochschulen erkennen die Zeit als Fachpraktikum an.  Doch nicht nur fachlich lernen die Freiwilligen.  Sie nehmen vor allem auch was fürs Leben mit.

Mehr über das FSJ bei den Johannitern Bremen hier