Johanniter-Flüchtlingsunterkunft schließt

Bettina Dogs-Prößler - Bremen, 01. September 2016

Ein Fest zum Abschied.

Abschied von der Notunterkunft an der Züricher Straße.

Ein Selfie zum Abschied.

 

Die Stimmung war gedrückt. In den vergangenen Monaten hatte sich unsere Notunterkunft an der Züricher Straße immer mehr geleert. Jetzt hieß es auch für die verbliebenen 15 Bewohner: Abschied nehmen.

Die Notunterkunft auf dem Gelände des Klinikums Ost wird geschlossen.

Nadine Krull, Leiterin der Johanniter-Dienststelle Bremen, erinnerte  jetzt während eines Abschiedsfestes zusammen mit Weggefährten, Förderern und Behördenvertretern an die Anfangszeit der Flüchtlingsunterkunft. „Im Oktober letzten Jahres musste schnell alles aus dem Boden gestampft werden. Trotzdem ist es hier immer sehr ruhig abgelaufen“, sagte sie vor rund 60 geladenen Gästen. Was vor allem dem großen Engagement der Mitarbeiter zu verdanken gewesen sei. Eröffnet wurde das Fest zuvor von einem Bewohner selbst:  Ali Bavi aus dem Iran hieß Gäste und Bewohner auf Deutsch herzlich willkommen.

Es wurde allerdings nicht nur Abschied gefeiert.

Jan Jerzewski von der „Beratung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen“ der Arbeitnehmerkammer Bremen informierte die Bewohner außerdem über alles Notwendige zur Anerkennung von beruflichen Qualifikationen. „Viele Flüchtlinge haben keine Ausbildung im deutschen Sinne, aber jahrelang etwa als Tischler gearbeitet“, erklärte Einrichtungsleiterin Jenny Frank. Sie könnten ihr Wissen nur praktisch zeigen, etwas Schriftliches habe es mitunter nicht gegeben. Über die Beratung könnten die Flüchtlinge sich konkret dafür informieren, was sie für eine Berufsanerkennung in Deutschland bräuchten und was nicht.

Die Notunterkunft an der Züricher Straße war Anfang Mai auf dem Gelände des Klinikums Ost errichtet worden. Zuvor waren die Flüchtlinge in einer Turnhalle in Blockdiek untergebracht, die im Oktober 2015 unter der Leitung der Johanniter eingerichtet worden war. Mit dem Abbau der Traglufthalle an der Züricher Straße schließt die letzte Johanniter-Notunterkunft im Regionalverband Bremen-Verden.