"Sie machen alles richtig"

Bremen-Verden, 05. Juni 2020

Foto:Johanniter/Nicole Baumann

Die Johanniter Unfall-Hilfe hat im Regionalverband Bremen-Verden die Ausbildung in Erster-Hilfe wieder aufgenommen. In Zeiten der Corona-Pandemie natürlich kontaktlos. Eine Ausnahme wird nur bei der Reanimation der Dummy-Puppe gemacht, ein Hauptbestandteil der Ersten Hilfe. Alle weiteren Kursinhalte, vom Druckverband bis zur stabilen Seitenlage, muss in diesen Tagen ohne Kontakt zu den Teilnehmern untereinander auskommen.

Insbesondere die Kursleiterinnen und Kursleiter müssen dabei zurzeit ein wenig ihre Kreativität unter Beweis stellen. Zu diesen ehrenamtlichen Helfern gehört auch Marina Wenzel. Die Rentnerin war früher unter anderem als Sozialpädagogin tätig und hat eine heilpraktische Ausbildung. Sie gibt seit rund 20 Jahren Kurse in Erster-Hilfe bei den Johannitern. „Wie geht es Ihnen in der Corona-Krise“, fragt sie gleich zu Beginn an die Teilnehmenden gerichtet. Dabei wird eines sofort deutlich: Das Tragen der Maske ist für die meisten eine große Belastung – insbesondere dann, wenn man sie mehrere Stunden tragen muss. Und: Es gibt 1.000 Gründe für oder gegen etwas, jedoch keinen Grund, der gegen die Erste Hilfe spricht – und schon gar nicht Corona.

Dennoch macht Corona die Erste-Hilfe ein bisschen anders als sonst. Insbesondere die Reanimation selbst. Diese, die man – je nach musikalischem Können und Geschmack – im Rhythmus von „Highway To Hell“, „Atemlos“ oder „Staying Alive“ im Verhältnis von 30:2 durchführt, kann zurzeit auch ohne die zwei Atemzüge der Mund zu Nase-Beatmung auskommen. „Wenn es irgendwie möglich ist, dann machen Sie es“, rät Marina Wenzel. Viel wichtiger sei aber die Herzmassage. Die Kursteilnehmenden sind sich einig: „Vielleicht sollte man Corona einfach mal weglassen. Schließlich können wir niemanden sterben lassen.“

Dass es nicht gerade einfach ist, an seinem eigenen Arm einen Druckverband anzulegen, mussten die geschulten Ersthelfer des ersten kontaktfreien Erste-Hilfe-Kurses auch feststellen. Aber auch in diesem Fall zeigte sich die Runde um Marina Wenzel aufgeschlossen: „Soll ich mal zeigen, wie ich es bei der Bundeswehr gelernt habe?“, fragte einer der Teilnehmer und die anderen folgten seinem Beispiel. „Tatsächlich, ein toller Tipp“, staunten alle zustimmend.

Am Ende des Kurses nahmen alle frische Erkenntnisse und wichtige Herangehensweisen in der Ersten-Hilfe mit nach Hause. Und auch ein Satz der ambitionierten Kursleiterin wird vermutlich vielen im Ohr bleiben: „Sie machen alles richtig, wenn Sie Erste-Hilfe leisten.“ Corona hat damit nichts zu tun.

Ihr Ansprechpartner Nicole Baumann

Fachbereichsleiterin Kommunikation

Julius-Bamberger-Straße 11
28279 Bremen