Sturm „Xavier“: Hilfsorganisationen zeigen Schulterschluss in Unterlüß

Natalia Shapovalova - Unterlüß, 05. Oktober 2017

Ehrenamtliche Helfer von DRK, ASB, Johannitern und DLRG betreuen und versorgen gestrandete ICE-Passagiere

Mit orkanartigen Böen zog am Donnerstag, 5. Oktober, Sturm „Xavier“ über Nord- und Ostdeutschland und richtete überall massive Schäden an. Auch kam es an diesem Tag zu zahlreichen Zugausfällen. So konnte zum Beispiel ein ICE nach München nicht weiterfahren und seine rund 180 Fahrgäste waren am Bahnhof in Unterlüß gestrandet.

Um die Versorgung und medizinische Betreuung der Fahrgäste sicherzustellen, wurden die Hilfsorganisationen auf den Plan gerufen. So alarmierte an dem späten Donnerstagabend das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Celle, das die Gesamteinsatzleitung übernommen hatte, die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Insgesamt 27 Helfer der JUH und des ASB rückten mit einem Rettungs- und drei Mannschaftstransportwagen und zwei Logistikfahrzeugen zum Bahnhof Unterlüß aus. Dort fand eine kurze Lagebesprechung mit dem Ortsbürgermeister und den Führungskräften der örtlichen Feuerwehr in Absprache mit der DB Netz AG statt.

Anschließend bauten die Helfer eine Einsatzstelle auf. Auf dem Bahnsteig vor dem Zug wurde im Zelt eine Betreuungsstelle eingerichtet, in der die Ehrenamtlichen an die Fahrgäste kalte und warme Getränke sowie Brot, Obst und Süßigkeiten verteilten. Zusätzlich wurde auch die medizinische Betreuung sichergestellt.

Für den Fall eines Stromausfalls im ICE standen die Johanniter-Helfer für eine mögliche Evakuierung der Fahrgäste bereit, dafür wurde von der Gemeinde Südheide eine Schule in Unterlüß als Notunterkunft organisiert. Währenddessen wurde geklärt, ob die Weiterfahrt der gestrandeten Passagiere per Bus möglich ist. Der Johanniter-Ortsverband Hannover-Wasserturm stellte dafür einen Bus zur Verfügung. Weitere zwei Busse kamen im Rahmen der Amtshilfe von der Berufsfeuerwehr Hannover.

Zur weiteren Unterstützung wurden am Freitagmorgen auch Kameraden der DLRG Ortsgruppe Celle hinzugezogen. Gegen 11 Uhr war dann der Einsatz für alle ehrenamtlichen Helfer zu Ende.

„Es war ein langer und sehr anstrengender Einsatz für alle Beteiligten. Alleine die Johanniter-Helfer haben in dieser Nacht und am nächsten Tag knapp 200 ehrenamtliche Dienststunden geleistet“, betont Dirk Hoppenstedt, Einsatzleiter der Johanniter. „Dennoch war es eine schöne Erfahrung, mit allen beteiligten Organisationen Hand in Hand zu arbeiten.“

Auch die Reisenden, die Lockführer und Zugbegleiter zeigten Verständnis für die Situation und warteten die Lage ruhig und besonnen ab. „Als dann morgens die langersehnten Busse kamen, haben wir für unseren Einsatz ganz viele Dankesworte bekommen“, freut sich Dirk Hoppenstedt.