Wechsel beim Rettungsdienst im Norden

Celle, 01. Juli 2019

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) steht in den Startlöchern. Ab Montag, 1. Juli, werden die Johanniter im Nordkreis den Rettungsdienst von der Firma Marquardt GmbH & Co KG übernehmen. Am Standort Beckedorf zieht die JUH in die bereits bestehende Rettungswache des Landkreises Celle ein. Die Rettungsdiensteinsätze in Hermannsburg und Eschede werden zunächst aus Interimswachen gefahren. Insgesamt schickt die JUH dann drei Rettungstransportwagen, ein Mehrzweckfahrzeug und einen Krankentransportwagen in den Dienst.

„Der Rettungsdienst gehört seit vielen Jahrzehnten zu den satzungsgemäßen Aufgaben der Johanniter-Unfall-Hilfe. Wir freuen uns sehr, diesen Dienst für die Gesellschaft jetzt auch im Nordkreis und in Eschede zu übernehmen und möchten uns beim Landkreis für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken“, sagt Henning Hamann, Dienststellenleiter der Celler Johanniter. An 24 Standorten in Niedersachsen und Bremen leisten die Johanniter jährlich fast 75.000 Notfalleinsätze und mehr als 50.000 Krankentransporte. Allein auf den Ortsverband Celle entfielen im Jahr 2018 knapp 2400 Krankentransport-Einsätze. Die Johanniter im Landesverband Niedersachsen/Bremen sind für Kommunen und Landkreise nicht nur ein kompetenter Ansprechpartner in Fragen der Rettung, sondern auch seit 2006 flächendeckend nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.

Neben der Notfallrettung und dem Krankentransport im nördlichen Landkreis Celle greifen die Johanniter auf gewachsene ehrenamtliche Strukturen im Ortsverband Celle zurück. Die Helferschaft hat bereits mehrfach bei Großschadensereignissen, Sondereinsätzen und auch bei zahlreichen Sanitätsdiensten ihre Kompetenzen und Stärke bewiesen. Die Rettungsdienst-Beauftragung erfolgt für acht Jahre, also bis zum 30. Juni 2027, mit einer zweimaligen, einseitigen Verlängerungsoption für den Aufgabenträger um jeweils ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2029.

Der Landkreis Celle war aufgrund von Veränderungen in der Vergabepraxis im Rettungsdienstwesen rechtlich verpflichtet, den Rettungsdienst europaweit auszuschreiben.

Für die Vergabe wurde ein Kriterienkatalog mit den Zuschlagskriterien Preis und Qualität aufgestellt. Da das Vergabeverfahren im Rettungsdienst sehr komplex ist, hat der Landkreis für dieses Verfahren eine Anwaltskanzlei hinzugezogen, die auf Ausschreibungen im Rettungsdienst spezialisiert ist. Der Rettungsdienst wurde in insgesamt drei Lose aufgeteilt. Los 1 umfasste die Rettungswache Celle und deren Einzugsgebiet, Los 2 das Gebiet der Rettungswachen Lachendorf und Winsen und  Los 3 den Nordkreis inklusive Eschede. Für die Lose 1 und 2 erhielt das Deutsche Rote Kreuz den Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot, beim Los 3 setzte sich die Johanniter–Unfall-Hilfe durch. Das DRK ist im Bereich der Lose 1 und 2 bereits tätig. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Johannitern und dem DRK und sind froh, mit so renommierten Partnern neu beziehungsweise weiter zusammenzuarbeiten“, sagt Erster Kreisrat Michael Cordioli.

Derzeit anhängig ist noch ein Rechtsstreit mit einem unterlegenen Bieter im Vergabeverfahren für das Los 3. Das OLG Celle hat das Verfahren in einer Entscheidung vom 25.6.2019 an die Vergabekammer in Lüneburg verwiesen. Wann dort eine Entscheidung getroffen wird, ist noch unklar, der Rettungsdienst ist aber jederzeit gewährleistet.

Ihr Ansprechpartner Natalia Shapovalova

Ludwig-Winter-Straße 9
38120 Braunschweig