Saisonstart: Schnelle Hilfe auf zwei Rädern

Hannover, 05. April 2019

Die Schulferien gehen heute los, noch zwei Wochen bis Ostern. Für viele Menschen stehen in den kommenden Tagen ein Besuch bei Verwandten oder eine Fahrt in den Urlaub an. Stau auf den Autobahnen ist so gut wie sicher. Pünktlich starteten deshalb heute die mehr als 60 Mitglieder der Johanniter-Motorradstaffeln aus Hannover, Schwarmstedt, Hildesheim, Northeim, Salzgitter und Ahlhorn in die Stauhilfe-Saison 2019. Die ehrenamtlichen Stauhelfer werden mit 16 Motorrädern auf den Autobahnen in Niedersachsen, besonders aber entlang der Bundesautobahn 7 und im Bereich des Autobahnkreuz A7/A2, die Autobahnpolizei unterstützen und im Notfall schnelle Hilfe leisten. Damit die Helfer bestens vorbereitet sind, fördert der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) die Ehrenamtlichen finanziell und mit einem speziellen Fahrsicherheitstraining.

Vor der Polizeidirektion Hannover in der Waterloostraße begrüßten Polizeivizepräsident Jörg Müller sowie Bernhard Gätjen, ehrenamtlicher Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Niedersachsen/Bremen, und Alexandra Kruse von der Öffentlichkeitsarbeit beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt die Fahrer und Gäste und gaben den offiziellen Startschuss in die neue Saison. Nach einer kurzen Andacht segnete Michael Hartlieb, Pastor der Johanniter im Ortsverband Hannover-Wasserturm, die anwesenden Stauhelfer.
Polizeivizepräsident Jörg Müller begann mit einem Dank an die Stauhelfer: "Staus nerven und kosten Zeit. Aber mit den Stauhelfern gibt es Menschen, die sich freiwillig und gern in den Stau begeben. Mit ihrer anerkennenswerten Leistung entlasten sie die Arbeit der Polizei." Die Kooperation sei ein Erfolgsprojekt, in dem Polizei und Hilfsorganisation sich sehr gut ergänzen. „Die Johanniter können sich um die Sorgen der Verkehrsteilnehmer kümmern, während wir als Polizei andere Schwerpunkte bei der Aufnahme eines Unfalls setzen müssen", sagte Jörg Müller. Ohne die anhaltende Bereitschaft der Stauhelfer wären aus Polizeisicht die mit den Stausituationen verbundenen Herausforderungen nur mit wesentlich mehr Aufwand zu bewältigen.
Für Bernhard Gätjen von den Johannitern ist die Kooperation "ein grandioses Zeichen unserer Bürgergesellschaft". Er würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichten, die aus innerer Überzeugung und mit christlichem Anspruch jedes Wochenende wieder die Maschinen starten und ihre Freizeit auf der Autobahn verbringen. Sie suchen dabei den direkten Kontakt zu den Autofahrern, helfen bei Unfällen, Autoschäden und Stress. Ihre Hilfe bekommt jeder, der sie benötigt. Bernhard Gätjen: "In unserer Welt haben Rassismus und Ausgrenzung keinen Platz. Die Stauhelfer stehen für eine Welt miteinander."

Ortsverbandspastor Michael Hartlieb fand Parallelen zwischen den Reisenden vor 2000 Jahren und dem heutigen Straßenverkehr: „Zwar liegt die Trefferquote zu dem Wort ‚Stau‘ in der Bibel bei null. Aber das Unterwegssein kannten die Leute auch früher schon. Damals wie heute war Reisen gefährlich. Wie schnell ist man in einer Situation plötzlich auf die Hilfe anderer angewiesen. Es ist gut zu wissen, dass Menschen für Menschen da sind. Gut, dass es die Stauhelfer der Johanniter gibt.“
Alexandra Kruse vom ADAC sagte: „In Niedersachsen kam es 2018 zu insgesamt 155.000 Staukilometern mit rund 43.000 Stunden Verzögerung. Die Stauhelfer leisten einen wichtigen Beitrag zu einer entspannten und sicheren Ferienreise. Die schnelle Hilfe unterwegs unterstützen wir gern, nicht nur finanziell, sondern auch mit einem Fahrsicherheitstraining für jeden Stauhelfer zum Saisonbeginn.“
Motorrad-Staffelleiter Hans-Günther Hackmann und sein Stellvertreter Michael Scholz, beide vom Ortsverband Hannover-Wasserturm der Johanniter, freuen sich über gleich mehrere Neuzugänge in dieser Saison. Michael Scholz: „Wir verfügen jetzt über zehn kompetente, ausgebildete Fahrer und drei Motorräder. Bis zum Herbst werden wir fast an jedem Wochenende von Freitagmorgen bis Sonntagabend auf den Autobahnen unterwegs sein, um Reisenden in Pannen- und Notsituationen zu helfen, Staulagen für die Polizei zu erkunden und die Einsatzkräfte tatkräftig zu unterstützen. Nach unserem Eindruck wird die Rettungsgasse inzwischen häufiger gebildet als noch vor ein paar Jahren. Wir hoffen sehr, dass sich dieser Trend fortsetzt. Damit es gar nicht erst dazu kommen muss, möchten wir allen Autofahrern folgende Tipps mit auf den Weg geben: Beginnen Sie Ihre Fahrt rechtzeitig und stressfrei. Legen Sie alle zwei Stunden eine Pause ein. Sorgen Sie für ausreichend alkoholfreie Getränke an Bord. Wir wünschen allen eine gute Fahrt!“

 

Die Johanniter-Stauhelfer
Die Johanniter-Stauhelfer sind in der Zeit zwischen den Oster- und den Herbstferien auf den Autobahnen anzutreffen. 2018 legten die ehrenamtlichen Stauhelfer 97.945 Kilometer auf den niedersächsischen Autobahnen zurück, sie leisteten dabei 3368 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Wenn viele Ausflügler und Urlauber unterwegs sind, bedeutet das leider auch mehr Unfälle. Oft ist der Weg an den Unfallort versperrt, weil es keine Rettungsgasse gibt. Dann sind die Stauhelfer mit ihren wendigen Maschinen gefragt. Sie sichern Unfallstellen oder Liegenbleiber ab und leisten Erste Hilfe bis der Rettungsdienst oder Pannenservice eintrifft. Außerdem versorgen sie Autofahrer mit Erfrischungen, Kinderspielzeug und Umleitungs-empfehlungen. 968 Mal konnten die Helfer im vergangenen Jahr Menschen in Not zur Seite stehen. Die Einsätze der Johanniter-Stauhelfer sind sowohl für die zu versorgenden Personen als auch für die Kommunen und Polizei kostenfrei. Die Ausstattung der Fahrer, technisches und medizinisches Material sowie die Unterhaltung der Motorräder werden über Spenden finanziert.