FSJ-Tutor Raphael Dücker stellt sich vor

Hannover, 08. Juni 2020

Schule fertig. Und was kommt nun?

FSJ-Tutor Raphael Dücker begleitet junge Menschen bei ihrem Einstieg ins Berufsleben. Foto: JUH/Schwarzenberger

Ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Johannitern! Mit Tutor Raphael Dücker als Begleiter beim aufregenden Einstieg in die Arbeitswelt.

Mehr als 100 junge Menschen werden in diesem Sommer einen Freiwilligendienst bei der Johanniter-Unfall-Hilfe in Hannover beginnen. Zu den ersten Johannitern, die sie kennenlernen werden, gehört Raphael Dücker. Im Regionalverband Niedersachsen Mitte ist der 57-Jährige Tutor und damit wichtiger Ansprechpartner für einen Großteil der neuen FSJler und BuFDis. Fragen beantworten, Probleme lösen, Anregungen geben, bei Konflikten vermitteln… Raphael Dücker begleitet die jungen Menschen bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben und weiß aus Erfahrung, was für einen Weltenwechsel das für sie bedeutet: „Acht Stunden Schule oder acht Stunden Arbeit, das ist ein ganz gewaltiger Unterschied.“

Gute Gründe für ein FSJ gibt es viele: Die jungen Frauen und Männer nutzen das Jahr für eine berufliche Orientierung oder überbrücken Zeit bis zum Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums. Manche bereiten sich mit der Arbeitserfahrung auf ein Medizin- oder Sozialstudium vor und sammeln nebenbei Wartesemester, viele benötigen die Zeit als praktischen Teil zum Erhalt der Fachhochschulreife. „Es sind aber auch immer welche dabei, die noch überhaupt keine Vorstellung haben, was sie zukünftig machen wollen“, sagt Raphael Dücker. Gerade für sie hat der Tutor, selbst ausgebildeter Garten- und Landschaftsbauer und Lehrer für die Fächer Deutsch, Sport und Gestaltendes Werken, viel Verständnis. Wer weiß denn schon mit 17 oder 18 Jahren genau, wo es im Leben hingehen soll? Suchen, ausprobieren, Eindrücke sammeln… „Darum geht es doch kurz nach der Schule“, sagt der dreifache Vater. Deshalb müsse sich in der Bewerbungsphase für ein FSJ auch niemand rechtfertigen. Sein Ziel ist es, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen wichtige Erfahrungen möglich zu machen.

So verschieden die jungen Frauen und Männer auch sind, in manchen Dingen ähneln sie sich. Das ist eine von Raphael Dückers Erfahrungen aus den vergangenen zwei Jahren: „Auf Menschen zuzugehen, Ängste überwinden, das erlernen viele bei uns“, sagt er. Die Wege zu einer gestärkten Persönlichkeit sind dabei ebenso vielfältig wie die Einsatzbereiche bei den Johannitern: FSJler können sich zu Erste-Hilfe-Trainern ausbilden lassen oder helfen am Flughafen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Die Arbeit bei den Fahrdiensten gehört für FSJler ebenso dazu wie der Hausnotruf-Einsatzdienst oder der Menüservice. Wer sich für Gesundheit und Medizin interessiert, ist im Sanitätsdienst, beim Bevölkerungsschutz oder in einer Pflegeeinrichtung gut aufgehoben. Pädagogisch interessiert? Es gibt FSJ-Stellen beim Schulsanitätsdienst und vereinzelt auch in den Kindertagesstätten. Sollte jemand gerne telefonieren, kein Problem: Die Mitarbeiter im Kundenservice freuen sich über motivierte Verstärkung und für technisch Affine gibt es Stellen im Zentraltechnischen Kundendienst. Der Regionalverband Niedersachsen Mitte bietet FSJ-Stellen in der Stadt Hannover, der Region Hannover und Schwarmstedt im Landkreis Heidekreis.

Bei den Johannitern bekommen FSJler, beziehungsweise BuFDis ein monatliches Taschengeld von 445 Euro, außerdem Beiträge zur Sozialversicherung und gegebenenfalls Waisenrente, sie sind während ihres Dienstes kindergeldberechtigt. Ein Freiwilliges Soziales Jahr dauert in der Regel zwölf Monate, kann aber auf sechs Monate verkürzt oder auf 18 Monate verlängert werden, möglich ist ein FSJ im Alter zwischen 17 und 26 Jahren. Wer älter ist, kann einen Bundesfreiwilligendienst machen, dieses Angebot nutzen Menschen oft zu einer beruflichen Umorientierung. Zu der Ausbildung gehören nicht nur 24 Urlaubs-, sondern auch 25 Seminartage mit pädagogischen, fachlichen und bei BuFDis auch politischen Themen.

Bei den ihm anvertrauten jungen Leuten punktet Raphael Dücker mit Gelassenheit und Ehrlichkeit. Das gilt auch, wenn er über sie spricht. „Natürlich sind immer welche dabei, die weniger motiviert sind und keinen Spaß an der Arbeit haben“, sagt er. Schade sei das, aber dennoch nicht ohne Gewinn: „Sie wissen dann immerhin, in welchen Bereichen sie zukünftig nicht arbeiten sollen. Das ist auch eine wichtige Erkenntnis.“ Die meisten aber fühlten sich nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr besser auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet. Und noch einen Pluspunkt gibt es: „Die familiäre Atmosphäre bei den Johannitern kommt ebenfalls bei vielen gut an“, sagt Raphael Dücker. Das kann mitunter Folgen haben: Manchmal finden freiwillig Dienstleistende so viel Gefallen an der Aufgabe, dass sie, auch wenn es beruflich woanders hingeht, als ehrenamtliche Helfer bei den Johannitern bleiben.