Betreutes Wohnen am Prinz-Albrecht-Ring feiert Jubiläum

Janna Schielke - Hannover, 10. August 2019

20 Jahre aktive Nachbarschaft

Foto: Johanniter/Janna Schielke

Seit 1999 gibt es das Betreute Wohnen der Johanniter am Prinz-Albrecht-Ring - und genauso lang das jährliche Sommerfest in der Wohnanlage. Über 120 Bewohner, Gäste und Mitarbeiter und feierten ausgelassen das Jubiläum. Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg gratulierte ebenso wie Ursula Schroers von Hanova und Gerhard Knerr von der Eigentümergemeinschaft Prinz-Albrecht-Ring. Von der Johanniter-Ortsverbandsleitung waren Dietmar Krüger, Stefan Sawade und Susanne Schröder gekommen. Sie alle lobten das Engagement des Teams - stilecht in den Johanniterfarben Rot und Weiß gekleidet - rund um Leitung Heidi Taute. Eine besondere Überraschung gab es für die Mitarbeiterin Gabriela Vogt: Sie erhielt für ihre zehnjährige Tätigkeit bei der JUH das Leistungsabzeichen in Bronze. Ein Mittagsbuffet, Kaffee und Kuchen, die traditionelle Tombola und ein Konzert des Epiphanias Gospelchor Hannover sorgten für Stimmung, sodass manche sogar das Tanzbein schwangen.

„Die Arbeit hat sich im Laufe der Jahre total verändert“, erinnert sich Heidi Taute im Interview. Mit ihren Kollegen kümmert sie sich um rund 140 Bewohner, mehrheitlich Senioren, in drei Mehrfamilienhäusern in Hannover-Bothfeld. Sie sind Teil einer ehemaligen Kaserne und wurden in den 1990er Jahren mit barrierefreien Wohnungen ausgestattet. Die Johanniter nahmen ihre Arbeit 1999 auf, zunächst noch von einer der Gästewohnung aus. Erst im Mai 2000 konnten sie ein Betreuungsbüro im Mittelhaus beziehen.

„Das hat ganz klein angefangen“, sagt Heidi Butzbach. Seit Beginn dabei, unterstützt sie bis heute am Prinz-Albrecht-Ring. Zunächst waren nur wenige Wohnungen bezogen. Da standen für die Mitarbeiterinnen vor allem Hilfen beim Einzug auf dem Plan: „Von Gardinen aufhängen, bis Kisten auspacken. Wir sind zum Bürgeramt gegangen, ins Einkaufszentrum, haben zusammen geschaut, wo die Straßenbahn fährt“, erzählt Heidi Butzbach. Das Team wollte auch die Möglichkeit schaffen, dass sich die Bewohner untereinander kennen lernen. Viele kamen aus der weiteren Umgebung Hannovers und hatten in Bothfeld noch kein soziales Netzwerk. „Dann haben wir einfach mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen angefangen. Das ergab sich dann. Die einen spielten gern Spiele, also fand sich eine Gruppe und wir haben einen Spielenachmittag eingerichtet. Die anderen haben gesungen, da haben wir einen Singkreis eingeführt.“ Die Angebote orientierten sich stets an den Bedarfen und Wünschen der Bewohner. „Dann verfestigte sich das immer weiter. Die Gruppen wurden größer, die Häuser wurden nach und nach fertig.“

Viele Angebote fanden nun für jedes Haus einzeln statt, weil das Interesse so groß war. Veranstaltungen an den Feiertagen und längere Öffnungszeiten des Betreuungsbüros kamen dazu. Immer schon unterstützt das Team die Bewohner auch bei den kleinen alltäglichen Herausforderungen, besucht sie in den Wohnungen und holt diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, ab, damit sie an Kaffeenachmittagen und anderen Angeboten teilnehmen können. Über manche Hilfseinsätze können Heidi Butzbach und Heidi Taute heute schmunzeln, den entflogenen Wellensittich, die abgestürzte Gardinenstange oder den falschen Feueralarm mitten in der Nacht zum Beispiel. Viele Anekdoten zeugen von lebhaften Jahren. „Jemand hat seinen Wohnungsschlüssel versehentlich in den großen Papiercontainer fallen lassen. Da ist es tatsächlich so gewesen, dass ich mich mit einer kleinen Leiter bewaffnet habe und dann in den Papiercontainer gestiegen bin, um diesen Schlüssel wieder zu bekommen“, erzählt Heidi Taute lachend.

Mittlerweile zählt das Johanniter-Team im Prinz-Albrecht-Ring fünf Mitarbeiterinnen. Neben Heidi Taute und Heidi Butzbach arbeiten Ariane Rittirsch, Gabriela Vogt und Rita Tillack im Betreuten Wohnen. Dazu kommen viele freiwillige Helfer wie Wiebke Stephan. Auch Gudrun Wiederhold und Antje Langer waren lange Jahre aktiv. „Die Ehrenamtlichen unterstützen uns sehr. Teilweise backen sie sogar  den Kuchen selbst für die Kaffeenachmittage“, so Heidi Taute. Auch ein gemeinsames Mittagessen einmal in der Woche begleiten die Ehrenamtlichen. Bei den Bewohnern kommt das Engagement gut an: „Die Ehrenamtlichen sind mit Gold nicht aufzuwiegen.“

Die Johanniter-Mitarbeiterinnen helfen auch, wenn Bewohner verreisen, kümmern sich um die Wohnung, füttern Fische oder vermitteln eine Unterbringung für die Hauskatze. „Was ich immer wieder feststelle, ist, wie toll wir mit den Bewohnern zusammenarbeiten und wie das ineinander greift und letztendlich auch immer etwas Positives dabei herauskommt“, sagt Heidi Taute. Das gelte auch für Herausforderungen wie einem Hausbrand im Jahr 2013. Sie resümiert: „Ich habe meinen Traumjob hier. Er ist sehr vielfältig, weil ich mit ganz unterschiedlichen Charakteren arbeite. Kein Tag ist wie der andere.“