Sebastian Müller als neuer Ortsverbandspastor ins Amt eingeführt

Hannover/Isernhagen, 26. April 2019

„Das evangelische Profil der Johanniter mit Leben füllen“

Leere Phrasen sind seine Sache nicht. Schon vor einem Jahr - in seinem Antrittsgottesdienst als neuer Pastor der Christophorus-Gemeinde in Altwarmbüchen - machte Sebastian Müller klar, dass er auf die Wirkung von Worten, gepaart mit nachhaltigen Taten setzt. Daran hat sich seither nichts geändert. Heute übernahm der 32-Jährige das Amt des Ortsverbandspastors der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) für den Ortsverband Hannover-Leine. "Ich möchte gerne helfen, das evangelische Profil der Johanniter mit Leben zu füllen", sagte Sebastian Müller im Rahmen des Festgottesdienstes in der Christophorus-Kirche. Die Johanniter seien dem Gebot der Nächstenliebe verpflichtet und setzten es auf vielfältige Art in die Tat um. „Das Wichtigste, das man dafür braucht, sind Menschen wie Sie, die sie heute hier in dieser Kirche versammelt sind. Menschen, die sich anrühren lassen von der Not und Bedürftigkeit des Nächsten“, so Sebastian Müller, der Superintendent i. R. Dr. Gottfried Kawalla nach fast zwanzig Jahren als Ortsverbandspastor ablöst.
Superintendent Karl Ludwig Schmidt leitete den Gottesdienst, in dem zunächst Gottfried Kawalla entpflichtet wurde. Der JUH bleibt der Superintendent im Ruhestand allerdings erhalten. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter wird er weiterhin seelsorgerisch in der Senioren-Wohnanlage am Prinz-Albrecht-Ring in Bothfeld und in der Unterkunft für drogenabhängige Obdachlose (U.D.O.) tätig sein. Bei U.D.O sind Gottfried Kawalla und seine Frau Sabine gerade zur Weihnachtszeit auch eine nicht wegzudenkende Institution. Jedes Jahr wieder zelebrieren sie gemeinsam mit den Betreuern an Heiligabend eine stimmungsvolle Andacht auf dem Hausflur, gefolgt von einem festlichen Abendessen. „Die Menschen erzählen mir ihre Wahrheit", sagte Gottfried Kawalla, „und wenn man dem mit eigener Offenheit begegnet, dann kann man von jedem Menschen etwas lernen“. Für seine Verdienste erhielt er das Ehrenzeichen der Johanniter.
Auf Gottfried Kawalla folgt nun Pastor Sebastian Müller. Gemeinsam mit seiner Frau Jessica Jähnert-Müller und den beiden Kindern Hannes (7) und Henrike (3) kam er Anfang 2018 aus Fürstenberg, einer kleinen Gemeinde bei Holzminden, nach Altwarmbüchen. Im Dorf an der Weser hatte er für gut zwei Jahre seine erste Pastorenstelle. Hannover und Umgebung kennt Sebastian Müller schon recht gut. Er stammt selbst aus einer Pastorenfamilie, hat einige Umzüge mitgemacht und seine Pastorenausbildung, das Vikariat, in Langenhagen absolviert. Auch während seines Theologie-Studiums war Pastor Müller unterwegs. Zunächst studierte er in Göttingen, dann im französischen Straßburg, wo er seine Frau Jessica kennenlernte. Sie ist ebenfalls Pastorin und arbeitet als Krankenhausseelsorgerin im Kinderkrankenhaus auf der Bult.
Im Anschluss an den Amtswechsel wurde OV-Dienststellenleiter Stefan Sawade in dem Gottesdienst für seine Aufgaben gesegnet. Bereits Anfang 2016 hatte der 45-Jährige den Posten übernommen und den Ortsverband seitdem engagiert geleitet und weiter ausgebaut. Anerkennung gab es dafür im Anschluss beim Empfang von Regionalvorstand Hans Halbach: "Vielleicht war es ja ganz in Ihrem Sinne, ohne Vorschusslorbeeren erstmal vorzulegen. Ich muss sagen, das ist Ihnen gelungen. Der Ortsverband kann sich sehen lassen." Der Ortsverband Hannover-Leine zeichnet verantwortlich für die Notrufdienste mit dem zentralen technischen Kundendienst, den Menüservice, die Umsetzung und den Betrieb von Wohnkonzepten, den Betrieb von demnächst vier Flüchtlings-und Obdachlosenwohnheime mit einer Sozial-und Migrationsberatungsstelle, U.D.O., die Unterkunft für drogenabhänge Obdachlose, das Ehrenamtszentrum mit dem ambulanten Besuchs- und Hospizdienst, der Demenzbetreuung und dem Projekt "Regenbogen" im Aegidiushaus, das Familienzentrum Hainholzer Hafen sowie zwei weitere Krippen/Kitas und die Sozialstation Hannover mit der ambulanten Pflege, Tagespflege und Wohngemeinschaften. Erika-Heidelore König, die seit 14 Jahren im Betreuten Wohnen der Johanniter am Prinz-Albrecht-Ring wohnt, war unter den zahlreichen Gästen, ebenso wie viele Mitglieder der Johanniter. Zu dem Ortsverband gehören 186 haupt- und rund 100 ehrenamtliche Mitarbeiter. Für sein Engagement wurde Stefan Sawade mit dem Leistungsabzeichen in Gold geehrt.