Tischkicker treten beim Ministerpräsidenten an

Hannover, 07. November 2019

Das war ein heißes Duell! Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist gegen die Profi-Kröckler aus dem Johanniter-Flüchtlingswohnheim Hannover-Vahrenheide angetreten. Er hatte zuvor Erfan, Shadab, Sohrab und Suleimann gemeinsam mit Dr. Jörg Mielke, dem Leiter der Niedersächsischen Staatskanzlei, herausgefordert – und hat haushoch verloren. Er sah es sportlich: „Ich freue mich schon auf die Revanche im Johanniter-Wohnheim“, sagte der Ministerpräsident und lacht.

Die Ehre hatten sich die vier jungen Geflüchteten damit verdient, dass sie für Deutschland bei der Weltmeisterschaft im Tischkicker im spanischen Murcia angetreten sind. Dabei hatte alles recht unspektakulär 2016 mit einem Kickerprojekt für Jugendliche im Flüchtlingswohnheim Vahrenheide begonnen. Die vier Jugendlichen erwiesen sich als talentiert und konnten so zweimal den Jugend-Kicker-Cup von Hannover erringen. Damit war der Weg geebnet für die Deutsche Meisterschaft, bei der sie sich für die Weltmeisterschaft in diesem Sommer qualifizierten.

Den Ministerpräsidenten beeindruckte dies so sehr, dass er die Kicker für ein Match in sein Büro einlud. „Wir haben uns sehr über die Einladung von Stephan Weil gefreut. Das zeigt, was wir mit Engagement und Herzblut alles erreichen können und dass dies auch anerkannt wird“, sagt Florian Walther, Fachbereichsleiter Flüchtlingshilfe im Ortsverband Hannover-Leine der Johanniter, der seine Jungs gemeinsam mit Sozialarbeiter Torben Oetting zu dem Termin in die Staatskanzlei begleitete. Dabei war außerdem Hans Joachim Halbach, Mitglied im Regionalvorstand der Johanniter im Regionalverband Niedersachsen Mitte. „Sport ist ein idealer Integrationsmotor, der es möglich macht, sich nicht nur sprachlich zu entwickeln, sondern auch persönlich. Dazu werden soziale Kompetenzen ausgebaut.“ Auch er kickerte eifrig mit und versenkte das ein oder andere Tor.

Nach dem ersten 2:0 für Weil und Mielke, gaben die Jungs Vollgas und entschieden schließlich beide Runden für sich. Stephan Weil: „Ich bin wirklich dankbar für die tollen Tipps, die sie uns heute gegeben haben und freue mich sehr über ihren Erfolg bei der WM in Spanien.“

Mittlerweile wohnt lediglich einer der Jungs noch im Wohnheim. Trotz dessen sind Erfan, Shadab, Sohrab und Suleimann noch immer eng miteinander verbunden – so nehmen sie zum Beispiel noch die Migrationsberatung der Johanniter wahr und treffen sich regelmäßig. Am liebsten genau da, wo ihr größtes Hobby auf sie wartet: am heimischen Tisch im Flüchtlingswohnheim Vahrenheide. Dies ist gerade von der Stadt Hannover neu ausgeschrieben worden. Die Johanniter haben sich für den Weiterbetrieb beworben, um die erfolgreiche (Jugend-)Arbeit weiterzuführen.