Hospizbegleitung für Demenzerkrankte – auch während der Corona-Pandemie

Hannover, 01. Juni 2020

Menschen mit Demenz auf ihrem letzten Weg begleiten

Bild: Johanniter/Janna Schielke

Eine Demenz verändert das gesamte Leben: Alltägliche Dinge Kleidung anziehen, Mahlzeiten zubereiten und einnehmen oder der Gang zum Supermarkt fallen auf einmal schwer. Immer öfter fehlen den Betroffenen die Worte für das, was sie sagen möchten. Gedächtnislücken werden größer und Stimmungen unberechenbarer. Gerade die aktuelle Situation, in der die Corona-Pandemie große Veränderungen bringt, belastet demenziell veränderte Menschen ganz besonders: Sie verstehen häufig nicht, warum sie mit ihren Gewohnheiten brechen müssen oder warum Freunde und Familie nicht mehr zu Besuch kommen. Auch für die Angehörigen kann eine Demenz eine große Herausforderung bedeuten. Hier unterstützen die Ehrenamtlichen des Demenzprojekts der Johanniter. „Wer pflegt, braucht Pausen“, sagt Koordinatorin Anke Rohlfs. Ihr Team entlastet Angehörige und schenkt Betroffenen schöne Stunden – im Rahmen einer Einzelbetreuung oder einer wöchentlichen Frühstücksgruppe in Hannover-Linden.

Die meisten von Demenz Betroffenen sind ältere Menschen und leiden in vielen Fällen unter weiteren Erkrankungen. Denjenigen, die eine lebensverkürzende Krankheit haben, helfen die Ehrenamtlichen aus dem ambulanten Hospizdienst der Johanniter. Sie spenden Trost, erfüllen letzte Wünsche und unterstützen dabei, Schmerzen zu lindern und Ängste zu nehmen. „Der Tod gehört zum Leben und darf kein Tabu sein“, sagt Jasmin Heinecke. Als Fachbereichsleiterin Ehrenamt der Johanniter verantwortet sie sowohl den Hospizdienst, als auch das Demenzprojekt. „Unsere Freiwilligen erhalten eine fundierte Ausbildung, damit sie auf individuelle Bedürfnisse eingehen können.“ Und das sind ganz besondere, wenn neben einer schweren Krankheit auch eine Demenz vorliegt. „Wir wollen auch Demenzkranken den letzten Weg erleichtern. Deshalb haben sich Ehrenamtliche aus dem Hospizdienst zum Thema Demenz fortgebildet. Andersherum haben auch Demenzbegleiter den Kurs für Hospizhelfer absolviert. So wissen sie genau, was sie tun, und können den Betroffenen und ihren Familien beistehen.“

Auch in diesen besonderen Zeiten halten die Johanniter ihre Unterstützung aufrecht. Sie statten die Ehrenamtlichen mit Schutzmaterialien aus und schulen sie noch einmal intensiv zu Hygienethemen. Der Schutz der Freiwilligen und der Menschen, die sie begleiten, steht stets im Vordergrund. Einige Gespräche finden über das Telefon oder Videoanrufe statt. Jasmin Heinecke will aber auch an den Begleitungen vor Ort festhalten: „Bei allem was uns die Technik zu bieten hat, kann sie eines nicht ersetzten: menschliche Nähe. Und gerade dies ist, was uns hier auszeichnet: wenn alle anderen gehen und weg sind, bleiben wir - auch über eine längere Zeit.“

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