Erstes Landesberger Notfallsymposium der Johaniter lockt viele Besucher

Marc Lüpkemann - Landesbergen, 27. April 2019

Das erste Landesberger Notfallsymposium war ein voller Erfolg. 124 Rettungsdienstmitarbeiter sowie 14 Notärzte nahmen am vergangenen Wochenende an der Fortbildungsveranstaltung mit spannenden Themen abseits der Routine teil. Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums hatte der heimischer Ortsverband der Landesberger Johanniter ärztliches und nichtärztliches Fachpersonal in den großen Festsaal des Mühlengasthof eingeladen. Vier hochkarätige Referenten vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck und der Medizinischen Hochschule Hannover referierten über neue Therapieansätze in der Notfallversorgung.

Den Auftakt machte Professor Björn Jüttner, leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover mit einem spannenden Vortag zum Thema Ertrinkungs- und Tauchunfälle. Der ambitionierte Taucher und Notarzt appellierte hierbei eindrucksvoll dafür, schnellstmöglich eine Raumordnung zum raschen Auffinden der ertrunkenen Person zu schaffen. Viele praktische Tipps zur Versorgung und Einschätzung dieser besonderen Patientengruppen rundeten den Vortrag ab.

Dr. Thomas Jack, Oberarzt der Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover schlug anschließend einen Bogen zur Versorgung von Ertrinkungsunfällen im Kindesalter. Neben der aufwendigen intensivmedizischen Versorgung, standen auch die altersspezifischen Besonderheiten im Fokus seiner Ausführungen.

Über die vielfältigen Möglichkeiten, der oft lebensrettenden Atemwegssicherung informierte Dr. Markus Princk, Anästhesist vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck und langjährigen Mitglied des heimischen Ortsverbandes.

Mit einem lebhaften Vortrag zu den Möglichkeiten der Behandlung von Herz-Kreislauf-Stillständen mit Hilfe einer externen Herz-Lungenmaschine (ECMO) zeigte Dr. Christian Napp, Oberarzt der kardiologischen Abteilung der Medizinischen Hochschule Hannover neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Überlebenschancen reanimationspflichtiger Patienten auf. Der renommierte Experte auf diesem Gebiet hatte es sich nehmen lassen, nach seinem Vortrag auf der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim, sich direkt auf dem Weg nach Landesbergen zu machen, um für das von ihm in der Region Hannover eingeführte und bereits mehrfach erfolgreich angewendete Verfahren zu werben.

Sichtlich beeindruckt von der Veranstaltung zeigten sich nicht nur die Teilnehmer, sondern auch Landesarzt der Johanniter Hans-Peter Reiffen, der zusammen mit Marc Lüpkemann die Veranstaltung moderierte. „ Ich bin sehr begeistert was hier auf die Beine gestellt wurde und wünsche mir, dass wir es künftige schaffen in diesem Ortsverband auf jedem Rettungswagen eine mechanische Reanimationshilfe vorzuhalten“, betonte der Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der MHH abschließend.

Interessierte sollten sich schon einmal Sonnabend, 2. November, vormerken, dann wird das Symposium mit weiteren hochkarätigen Referenten im Landesberger Mühlengasthof fortgesetzt.

Mit großem Interesse verfolgen die vielen Gäste im Mühlengasthof die Vorträge zu Notfällen abseits der Routine. Foto: Klausen

Johanniter Landesarzt Dr. Hans-Peter Reiffen (von links) im Gespräch mit Dr. Christian Napp, Oberarzt der kardiologischen Abteilung der MHH. Foto: Klausen

Professor Dr. Bjön Jüttner, leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover referiert über die Besonderheiten bei der Versorgung von Ertrinkungs-und Tauchnotfällen. Foto: Lüpkemann

Dr. Thomas Jack, Oberarzt der Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover sensibiliert für die Besonderheiten bei der Versorgung im Säuglings-und Kleinkindesalter nach Ertrinkungsunfällen. Foto: Klausen