Kita-Kinder packen für Kinder in der Ukraine

Bettina Martin - Landesbergen, 11. Dezember 2019

Eifrig haben die Kinder der Johanniter-Kindertagesstätte „Kinder(T)räume“ Päckchen gepackt. Es ist ein bisschen so, als würden sie in die Rolle des Weihnachtsmannes schlüpfen. Denn sie können Kindern und ihren Familien mit kleinen Dingen etwas Gutes tun und sie beschenken. Etwas Zucker, Mehl, Reis und Nudeln, außerdem Zahnbürsten und ein Malbuch finden sich unter anderem in den Paketen wieder. Die Kita beteiligt sich zum ersten Mal an der Aktion der Johanniter-Weihnachtstrucker. Den Ursprung hat das Projekt in Bayern, dort besteht es seit mittlerweile über 25 Jahren. Bundesweit aktiv sind die Weihnachtstrucker nun seit zwei Jahren.

In diesem Jahr fahren die Weihnachtstrucker in fünf Länder: Neben Albanien, Bosnien sowie Nord- und Zentral-Rumänien sind dies die Ukraine und auch Bulgarien. Ein Konvoi mit Helfern des Ortsverbandes Wunstorf-Steinhuder Meer wird am zweiten Weihnachtstag in die Ukraine aufbrechen. Dort sollen drei Stationen angefahren werden. „Es scheint so weit weg, doch nicht weit von hier gibt es auch in Europa viele Gegenden, in denen es den Menschen an Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln fehlt. Sie leben unter einfachsten Bedingungen und kommen mit den Lebensmitteln gerade im Winter nur knapp über die Runden“, erläutert Kita-Leiterin Antje Bargemann-Schmädeke. „Doch nicht nur die Lebensmittel als solche sind wichtig. Die Hilfe und das Wahrnehmen der Situation, das bedeutet den Menschen dort sehr viel.“

Die Erzieherinnen und die Kita-Leiterin wollen mit der Aktion den Kindern vermitteln, dass es nicht allen Menschen auf der Welt gut geht. Dass es Menschen gibt, für die Zahnbürste und Zahnpasta Luxus sind. Dass es Kinder gibt, für die Schokolade und ein Spielzeug etwas Besonderes ist. „Die Kinder haben das sehr gut verstanden und sogar ihre Eltern animiert, doch ein Päckchen Reis mehr zu nehmen, um es für die Weihnachtstrucker zu spenden“, berichtet Bargemann-Schmädeke. Sie hat für die Aktion eine Sammelstelle in der Kita eingerichtet. Eltern konnten sich beteiligen und Teile gemäß der Packliste mitbringen. Die ist notwendig, damit es unter den Beschenkten fair bleibt und kein Neid aufkommt. Außerdem sind einheitlich gepackte Pakete Bedingung für die Einfuhr beim Zoll.

Antje Bargemann-Schmädeke zeigt sich begeistert von der positiven Resonanz unter den Eltern und ihren Kindern. „Die Hilfsbereitschaft war groß, viele haben gefragt, was noch benötigt wird. Und auch die Kinder waren standhaft, obwohl teilweise die Lieblingskekse offen herumlagen“, sagt sie und lacht. „Da haben die Kinder aber gut untereinander aufgepasst, dass niemand der Versuchung erliegt.“ Insgesamt haben die Kita-Kinder Inhalt für zehn Pakete gesammelt, die die angehenden Schulkinder dann zusammen gepackt haben.