50 Jahre für die Johanniter im Einsatz

Hildesheim, 26. September 2019

Uschi Pagel wird für ihr jahrzehntelanges Engagement ausgezeichnet

An ihrem Geburtstag am 26. September wurde Uschi Pagel von den Johannitern aus Hildesheim mit einer Ehrung überrascht. Von ihrer Tochter war sie in die Dienststelle der Johanniter gelotst worden. Auf Uschi Pagel warteten hier nicht nur die Mitglieder des von ihr geleiteten Teams der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), sondern auch Dienststellenleiter Thomas Waskow und Regionalvorstand Thorsten Müller. Von Thorsten Müller erhielt sie nach einem Geburtstagsständchen das Jubiläumsabzeichen der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) für 50 Jahre ehrenamtliches Engagement.

„Sie sind eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die sich seit 50 Jahren ehrenamtlich für die JUH engagiert. Ehrenamtliches Engagement hat einen unschätzbaren Wert für unser gemeinschaftliches Miteinander. Sie haben diesen Wert immer hochgehalten und gelebt. Dies verdient unsere ganze Anerkennung“, lobte Thorsten Müller Uschi Pagels Verdienste.

1969 trat Uschi Pagel als Ehrenamtliche in den Ortsverband der Johanniter in Hildesheim ein. Über Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen qualifizierte sie sich zur Ausbilderin und leitete Kurse in Erster Hilfe. Parallel dazu war Uschi Pagel als Sanitätshelferin auf Sanitätsdiensten im Einsatz und als Gruppenleiterin für Jugend- und Sanitätsgruppen verantwortlich.

Mitte der 1990er Jahre wurde ein neuer Bereich zu ihrer Leidenschaft. Gemeinsam mit Horst Harnau baute sie die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) in Hildesheim auf und gründete das erste Kriseninterventionsteam in Niedersachsen. Seit 2010 ist sie Teamleiterin des PSNV-Teams in Hildesheim.

Ereignisse wie das Zugunglück in Eschede (1998), bei dem Pagel mit weiteren Hildesheimer Helfern die zurückkehrenden Einsatzkräfte betreute, oder die Busentführung mit Geiselnahme im Jahr 2003 in Hildesheim gehörten zu Momenten, in denen ihr bewusst geworden ist, wie notwendig und wichtig diese Arbeit ist. Menschen, die durch einen Unfall oder ein Unglück unter Schock stehen, seien es Opfer, Angehörige, oder auch Retter, benötigen Unterstützung und Fürsorge, sodass sie ihre selbstständige Handlungsfähigkeit wieder erlangen können. Ein „echtes Verstehen“ der Lage des Betroffenen ist dabei sehr wichtig. Als Ersthelferin für die Seele war Uschi Pagel in solchen Situationen stets einsatzbereit.

Die jahrelangen Erfahrungen, die sie im Bereich PSNV gesammelt hat, gibt sie gern an andere weiter. Durch Ausbildungen und Multiplikatorenschulungen hat sie sich weitergebildet und war ehrenamtlich auch in anderen Organisationen unterwegs, um über die Arbeit der PSNV zu informieren. Außerdem half Pagel beim Aufbau neuer Johanniter-Teams oder schulte interne Helfer.

Fotos: Maike Müller