Katastrophenschutzgesetz, Knotenstücke und Koordinaten

Göttingen, 26. Oktober 2007

Katastrophenschutzgesetz, Knotenstücke und Koordinaten

Die Göttinger Johanniter haben 16 Helferinnen und Helfer aus den Johanniter- Ortsverbänden Bad Grund, Nordenham und Göttingen im Katastrophenschutz ausgebildet.Auf dem Ausbildungsplan standen neben den bundeseinheitlich geforderten Inhalten wie Rechtskunde oder das Finden von Koordinaten beim Umgang mit Kartenmaterial auch der Umgang mit Dienstfahrzeugen, Führungslehre oder das Verhalten im Einsatz. Marco Woltermann, Zugführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), und Enno Dittmar, Geschäftsführer des Technischen Hilfswerks (THW) Göttingen, erläuterten die Aufgaben des Betreuungsdienstes im Katastrophenschutz sowie des Technischen Hilfswerks.

 

Nach der Theorie folgten praktische Übungen für die angehenden Katastrophenschutz-Helfer. Am ersten Lehrgangswochenende mussten die Teilnehmer Patientenablagen, Behandlungsplätze oder Betriebsstelle aufbauen. Am zweiten Wochenende stand ein Übungsszenario auf einem Teil des Parkplatzes des Göttinger Jahnstadions auf dem Plan, der von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH zur Verfügung gestellt wurde. Den 16 Lehrgangsteilnehmern, die bei dieser Übung vom THW Göttingen< und der Ortsfeuerwehr Grone unterstützt wurden, bot sich folgendes Szenario:

 

„Beim Kreisligapokal-Endspiel der Fußballmannschaften Rot-Weiß Leinestadt und Tuspo Fuldaheim kommt es zu Ausschreitungen zwischen gewaltbereiten Fangruppen beider Mannschaften. Im Tribünenbereich verursachen Bengalische Feuer einen Kleinbrand, der den Einsatz der Berufsfeuerwehr Göttingen sowie der Ortsfeuerwehr Grone erforderlich macht. Die Polizei bringt durch den Einsatz mehrerer Hundertschaften die Lage unter Kontrolle, jedoch werden während der Auseinandersetzungen mehrere Personen verletzt.“

 

Hier mussten die Lehrgangsteilnehmer unter dem Kommando erfahrener Gruppenführerinnen und Gruppenführer der Göttinger Johanniter ihre praktischen Fähigkeiten unter Einsatzbedingungen beweisen. An einer Patientenablage wurden die Verletzten vom Tragetrupp des THW übernommen und behandelt, bis das Behandlungszelt betriebsbereit war. Zeitgleich wurden der Stromerzeuger in Betrieb genommen, Kabel verlegt, Scheinwerfer aufgestellt und ein Halteplatz für die Rettungsfahrzeuge eingerichtet.


Die Besatzung eines Rettungswagens der Johanniter versorgte einen verletzten Fußballspieler, der nach einem Zusammenstoß mit einem Mitspieler eine Schädelprellung und ein Hämatom am Auge erlitt. Den Abschluss des Lehrgangs bildete eine schriftliche Prüfung. Florian Wickel, Zugführer der JUH Göttingen, freute sich besonders über das Engagement der Dozenten und Helfer von ASB, THW und Feuerwehr. „Eine Ausbildung, die den Teilnehmern die Gelegenheit gibt, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und die Möglichkeiten anderer Fachdienste kennenzulernen, hilft, im Realeinsatz eine optimale Zusammenarbeit zu erzielen“, so Wickel.

 

Haben wir Ihr Interesse an unserer Arbeit geweckt und Sie möchten sich ehrenamtlich engagieren?

Dann besuchen Sie uns doch an einem unserer wöchentlichen Ausbildungsabende. Jeden Mittwoch trifft sich nachmittags erst die Johanniter-Jugend und anschließend von 19 bis 21 Uhr die ehrenamtlichen Helfer im Johanniter-Zentrum in der Karl-Arnold-Straße in Göttingen-Grone.