„Zweite Erste Hilfe“ gefordert

Einbeck, 17. November 2014

Bundesweite Partnerinitiative „Zweite Erste Hilfe“ der „Runter vom Gas“ –Aktion

Die Johanniter riefen am 17. November gemeinsam mit der Polizeidirektion Göttingen, der Polizeiinspektion Northeim, dem ASB, dem DRK, der DLRG und der Ortsverkehrswacht Northeim Verkehrsteilnehmer zu einem freiwilligen Auffrischungskurs „Erste Hilfe“ auf.

 

Dies fand im Rahmen der bundesweiten Partnerinitiative „Zweite Erste Hilfe“  der „Runter vom Gas“ –Aktion des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) statt.

 

In einem Pressegespräch im PS Speicher in Einbeck machten alle Beteiligten ihr Anliegen deutlich, der Bevölkerung die Bedeutung der Ersten Hilfe ins Gedächtnis zu rufen. Polizeipräsident Robert Kruse, Schirmherr der Veranstaltung, erklärte in seinem Grußwort: „Oft ist es nicht böser Wille, sondern häufig einfach Unsicherheit, die dafür verantwortlich ist, dass nicht geholfen wird. Wenn man handelt, kann man nichts verkehrt machen. In Niedersachsen gab es letztes Jahr 412 Tote bei Verkehrsunfällen, laut einer Studie hätten zehn Prozent durch Erste Hilfe gerettet werden können, deshalb lohnt es sich mit dieser Aktion die Menschen zu motivieren ihre Erste Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen.“

 

Steffen Bahr, Regionalvorstand der Johanniter in Südniedersachsen, berichtete aus eigener Erfahrung: „ Es gibt zwar in Niedersachsen ein sehr gut funktionierendes und flächendeckend strukturiertes Netz von insgesamt ca. 290 Rettungswachen, dennoch kann es dazu kommen, dass alarmierte Rettungskräfte zehn Minuten benötigen bis sie am Unfall- Einsatzort ankommen. Zehn Minuten, die sich für die Ersthelfer wie eine Ewigkeit anfühlen. Geschockt und hilflos treten dann leider schon Probleme beim richtigen Absetzen des Notrufes oder bei der Absicherung der Unfallstelle auf.“

 

Im Namen der Polizei, der Hilfsorganisationen und der Verkehrswacht appellierte Robert Kruse am Ende des Pressegesprächs noch einmal an alle: „Jeder kann ein Lebensretter sein. Der Aufwand für eine Erste Hilfe- Auffrischung ist sehr gering, aber der Lohn für einen selbst  und für diejenigen, denen man helfen kann, ist groß.“

 

Im Anschluss präsentierten die Hilfsorganisationen an Ständen wie Erste Hilfe funktioniert. Polizeipräsident Robert Kruse ließ es sich nicht nehmen unter Anleitung durch Anja Vornkahl, Regionalausbildungsleiterin der Johanniter, eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen.

 

Die Kampagne „Runter vom Gas“ kooperiert eng mit den Verkehrssicherheitsexperten der einzelnen Bundesländer und setzt gemeinsam mit ihnen eine bundesweite Partnerinitiative „Zweite Erste Hilfe“ um. Mitte September fand in Berlin eine hochrangig besetzte Auftakt-Pressekonferenz zum Startschuss der Initiative statt.