Grashüpfer erobern die Wiese

Holzminden, 13. November 2015

Bunte Luftballons, fröhliche Kinderstimmen und ein Prinz – die offizielle Eröffnung der Kita Grashüpfer am 13. November hatte für die Gäste einiges im Programm. So kam der Herrenmeister Dr. Oskar Prinz von Preußen auf einen Heimatbesuch persönlich vorbei und überbrachte seine Glückwünsche. Leider konnte seine Mutter Prinzessin Armgard von Preußen aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Dafür erreichten viele weitere Gratulanten die neuen Räumlichkeiten. Sie wurden herzlich von Prof. Dr. Hans Wulfard von Heyden, Mitglied im Regionalvorstand der Johanniter in Südniedersachsen, in Empfang genommen. Zur offiziellen Begrüßung auf der Bühne holte er sich allerdings Unterstützung: 14 kleine Jungen und Mädchen im Alter von wenigen Monaten bis knapp über drei Jahre – die ersten Grashüpfer – standen ihm bei.

Von Heyden bedankte sich bei allen am Bau Beteiligten: „Ich bin stolz darauf, dass fast alle Aufträge für den Bau und die Einrichtung der Kita an Unternehmen aus dem Landkreis Holzminden bzw. aus den direkt benachbarten vergeben wurden. Dank des sehr präzisen Zeitplans von Herrn Müller-Rauschgold und der hohen Zuverlässigkeit aller beteiligten Unternehmen konnte der Bau der Kita pünktlich abgeschlossen werden.“ Nach nur neun Monaten Bauzeit öffnete die Kita rechtzeitig zum neuen Kindergartenjahr am 1. August 2015 ihre Pforten und nahm den Betrieb auf. Gefördert wird sie durch das Programm „Betriebliche Kinderbetreuung“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Im Anschluss an die kurze Begrüßung überreichte Architekt Thorsten Müller-Rauschgold den Schlüssel offiziell an Kerstin Drechsler, Leiterin der Kita Grashüpfer. Sie werde gemeinsam mit ihren Kolleginnen und den Kindern das wunderbare Haus mit Leben füllen und freut sich über die Kita „mit Wohlfühlcharakter“. Es sei genau der richtige Ort für neue Entdeckungen und Herausforderungen der Kinder. Hier können sie ihren Interessen und Neigungen frei nachgehen.

Eine musikalische Einlage boten die Kinder vom „Klangkarussel“ der Musikschule Holzminden mit den Beträgen „Karibu“ und „Schalalalala“. Nicht nur ein Spaß für die kleinen Grashüpfer – so manches erwachsene Bein wippte mit.

Darauf sprach Günther Grigoleit, ehemaliger Regionalverbandspfarrer in Südniedersachsen, das Gebet und segnete die Kita Grashüpfer. Er sprach aus dem Markus-Evangelium, 10. Kapitel und gab allen Gästen mit auf den Weg: „Macht das Kind zum Vorbild für Erwachsene.“ Grigoleit bat alle Erzieherinnen zu sich und überreichte ihnen das Johanniter-Gesang- und Gebetbuch. Kerstin Drechsler erhielt zudem ein Bronzekreuz mit der Inschrift „Gott baut ein Haus, das lebt“.

Bei einem anschließenden Rundgang durch das Gebäude konnten sich die Besucher selbst ein Bild von den Räumen, der Einrichtung und dem Garten machen. Die betriebsnahe Kindertagestätte im Wiesenweg war festlich bunt geschmückt. Bereits am Eingang empfing Erzieherin Andrea Mühlstein die Gäste mit einer kleinen Aufgabe: Es musste ein kleiner Zettel mit einem Wunsch für die Kita beschriftet werden, der dann schließlich an einem Luftballon geknotet in den Himmel geschickt wurde. Alle Gäste kamen dem Wunsch nach und so schwebten 100 Luftballons über den Himmel von Holzminden.

Danach gingen die Gäste gemeinsam in das benachbarte Gebäude von Symrise, wo ein Imbiss bereitstand und die Musikschule Holzminden mit einem Streichquartett und einer Folkband für Unterhaltung sorgte. 

In seinem Grußwort ging Dr. Oskar Prinz von Preußen er besonders auf die große Bedeutung von Erziehung und Bildung und die Entwicklung von neuen Konzepten in der Kinder- und Jugendbetreuung für die Johanniter-Unfall-Hilfe ein: „Die Kinder sind unsere Zukunft. Gerade deshalb ist die Arbeit mit und für Kinder uns so wichtig.“ Insbesondere in der aktuellen Situation, der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen, seien die Vermittlung von Toleranz und Weltoffenheit sehr wichtig.

Weitere Grußworte überbrachten Architekt Thorsten Müller-Rauschgold, Landkreisdezernentin Marie-Luise Niegel, Bürgermeister Jürgen Daul und Johanniter-Landesvorstand Thomas Mähnert.

Müller-Rauschgold lobte besonders die hervorragende Zusammenarbeit zwischen allen regionalen Handwerksbetrieben, die am Bau beteiligt waren, aber auch mit den Johannitern, wie Thorsten Renken, Martina Soltendieck-Kuba und Kerstin Drechsler. In der Kita wurde moderne, zukunftsfähige Technik installiert – umweltbewusst und sparsam.

Sowohl Niegel als auch Daul stellten die Einzigartigkeit dieses Projekts der überbetrieblichen Kindertagesstätte heraus. Die Kita Grashüpfer ist die erste dieser Art im gesamten Landkreis und besitze somit Vorbildcharakter. „Ein Meilenstein in der Zusammenarbeit von Unternehmen und der Stadt Holzminden“, so Daul. Die Stadt könne erstmals ohne Wartezeit Kitaplätze vergeben. Das erfülle ihn mit großer Freude und Dankbarkeit. Die Kita Grashüpfer sei ein Gewinn für die Familien und Kinder – für die Menschen der Stadt. „Das Angebot schafft Nachfrage. Der Bedarf wird steigen“, bekräftigt Niegel. Als Herausforderung sieht sie wie Dr. Oskar Prinz von Preußen die Integration von Flüchtlingskindern. Angepasste pädagogische Angebote seien dringend notwendig und voranzubringen.

Abschließend würdigte Landesvorstand Thomas Mähnert die Leistungen aller am Projekt Beteiligten – insbesondere den Ortsverband Holzminden, dem er eng verbunden ist. Er dankte besonders dem stellvertretenden Ortsbeauftragten Dirk Hebeler. Mit dem Goethe-Zitat „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel“ wünschte er der Kita Grashüpfer – den Kindern und Mitarbeiterinnen – nur das Beste: „Wurzeln und Flügel, das ist auch unser Anliegen“.  „Nutzen Sie auch den Gegenwind, der trägt sie wie bei Skispringern, am Weitesten“, forderte Mähnert das Kita-Team auf.

Die Kita Grashüpfer

In der betriebsnahen Kindertagestätte können 29 Kinder betreut werden. Davon sind 19 Plätze für ortsansässige Arbeitgeber wie Symrise, das Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Holzminden, der Landkreis Holzminden und die Bundeswehr reserviert. Die restlichen zehn Plätze werden frei vergeben. Im Augenblick werden 14 Kinder bis drei Jahre betreut. Die anderen Plätze sind ebenfalls vergeben und werden im Frühling/Sommer 2016 besetzt. Besonders attraktiv für berufstätige Eltern sind die Öffnungszeiten von 6:00 bis 17:00 Uhr.

Die Johanniter setzen pädagogisch bei ihrer Kindereinrichtung auf das Motto „Bildung ist mehr als Wissen“: Im Mittelpunkt der kindlichen Entwicklung stehen Neugierde, Kreativität – auch im Umgang mit Herausforderungen –, die Freude am Lernen und der Kontakt mit der Umwelt. Neben den pädagogischen Schwerpunkten wie Bewegung, Natur und Umwelt, Sprache, soziale Kompetenz und Wertevermittlung gehören die musikalische Früherziehung, die Förderung der Kreativität, die vorurteilsbewusste Bildung wie Erziehung und die Kita als Forschungsstätte zu den Aufgaben des siebenköpfigen Erzieherinnen-Teams.

Ihr Ansprechpartner Maike Müller

Fachbereichsleiterin Kommunikation

Cheruskerring 53
31137 Hildesheim