Realschule Gronau für Aufnahme von Flüchtlingen umgebaut

Gronau, 27. Oktober 2015

Johanniter übernehmen Leitung der Gemeinschaftsunterkunft

Feierliche Übergabe der Schlüssel in der Realschule in Gronau

„Abschluss 2014“ -  diese Worte stehen auch noch mehr als ein Jahr nach Aufgabe des Schulbetriebs in großen Lettern an den Wandtafeln der ehemaligen Realschule Gronau. Doch schon Ende Oktober dürften sie als Gedächtnisstütze für deutsche Vokabeln erneut  aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden. Im Auftrag des Landkreises Hildesheim wird das ehemalige Schulgebäude seit dem 23. Oktober als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge durch die Johanniter-Unfall-Hilfe betrieben. Obwohl der Landkreis eine dezentrale Unterbringung zur schnelleren Integration der Flüchtlinge anstrebt, musste mit Feststellung des Krisenfalls am 16. Oktober zügig gehandelt und weiterer Wohnraum geschaffen werden.

Johanniter Dennis Schütte, der fortan die Unterkunft leitet, zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten, die das bisher nicht verkäufliche Gebäude bietet. Auch den verlassenen Fluren wird wieder Leben eingehaucht. Die ehemalige Pausenhalle der Realschule wird zur Kantine umfunktioniert, die im ersten Stock gelegene, geräumige Aula dient als Gemeinschaftsraum für Freizeitaktivitäten und soll unter anderem mit einer Tischtennisplatte ausgestattet werden. Mehrere Duschanlagen in der sonst durch Sportvereine genutzten angrenzenden Turnhalle stehen den Bewohnern ebenfalls zur Verfügung. Unter Mithilfe von rund  40 Mitgliedern der ortsansässigen Feuerwehren arbeiteten 15 Johanniter das gesamte Wochenende durch: Lastwagen ausräumen, Betten aufbauen, Zimmer einrichten. Der erste Stock der ehemaligen Schule wird fortan zur Unterbringung der Bewohner genutzt, das Erdgeschoss soll neben Kantine und Sanitäranlagen hauptsächlich der Verwaltung zur Verfügung stehen.

Johanniter und örtliche Feuerwehr bei Aufbau und Einrichtung der Gemeinschaftsunterkunft in Gronau

Die Betreuung der Flüchtlinge wird im Schichtbetrieb von je zwei hauptamtlichen Johannitern übernommen, die bei ihrer Arbeit durch Integrationshelfer und Dolmetscher unterstützt werden. Rund 30 Menschen werden am 29. Oktober in Gronau erwartet, insgesamt 150 Plätze sind zurzeit vorgesehen. Die bereits registrierten und ärztlich untersuchten Flüchtlinge sollen dabei nur vorübergehend in der neu geschaffenen Wohnstätte untergebracht werden. Auch wenn die Gemeinschaftsunterkunft in Gronau wohl nicht die erste und letzte ihrer Art im Landkreis Hildesheim bleiben wird, ist eine dezentrale Unterbringung der ankommenden Flüchtlinge erklärtes Ziel der Kreisverwaltung.
Fotos: Maike Müller

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