Wenn Teddy nicht weint, ist es nicht so schlimm

Stefan Greiber - Ahlhorn, 21. Dezember 2010

Großenknetener Schulsanitäter besichtigen Rettungswagen der Johanniter

Das Interessanteste im Rettungswagen liegt für die Svenja in dem obersten Regal. „Wozu habt ihr den Kinderspielzeug dabei“, fragt die angehende Schulsanitäterin der Graf-von-Zeppelin-Schule in Großenkneten, als sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen den Rettungswagen besichtigt, den ihre Ausbilder Torsten Dallmeyer und Rebecca Albers von den Ahlhorner Johannitern mitgebracht haben. „Wenn wir kranke Kinder transportieren müssen, können wir sie mit den Kuscheltieren trösten“, erklärt Sanitätshelferin Rebecca Albers. Und außerdem können die Retter anhand der Stofftiere zeigen, dass die Hilfeleistungen gar nicht so schlimm sind. „Wenn Teddy nicht weint, muss das Kind auch nicht weinen“, sagt Albers.

Die Besichtigung des Rettungswagens ist Teil der Ausbildung der Schulsanitäter. Sie sollen wissen, was passiert, wenn sie einen kranken oder verletzten Mitschüler an die Profi-Retter übergeben haben. Dabei zeigten sie, dass sie schon eine Menge gelernt haben. „Das ist eine Absaugpumpe“, ruft Sascha, als Rettungsassistent Torsten Dallmeyer ein Gerät hochhält. „Damit kann man Flüssigkeiten aus dem Hals saugen.“ Dallmeyer nickt. „Dieser Schlauch hier wird durch die Nase eingeführt.“ Und als einige Schülerinnen und Schüler angeekelt das Gesicht verziehen, fügt er hinzu: „Das macht man nur bei bewusstlosen Patienten, weil es sonst sehr unangenehm ist.“

Rieke liegt noch eine Frage auf der Seele. „Darf man eigentlich mitfahren?“ Die beiden Ausbilder schütteln den Kopf. „Normalerweise nicht.“ Aber es gebe Ausnahmen, zum Beispiel wenn die Mutter eines verletzten Kindes unbedingt mitfahren will. „Das entscheiden wir je nach Situation“, sagt Dallmeyer, der am Ende der Besichtigung um einen Teddy ärmer ist. Denn die Schulsanitäter der Graf-von-Zeppelin-Schule haben spontan den Trostbären zu ihrem neuen Maskottchen erklärt.

Spontan ernannten die Schulsanitäter einen Trostteddy zum neuen Maskottchen.
Unter der dicken Decke ist Svenja warm.
Rebecca Albers und Torsten Dallmeyer von den Johannitern (Mitte) zeigten den angehenden Schulsanitäter der Graf-von-Zeppelin-Schule in Großenkneten jetzt einen Rettungswagen (hinten von links): Sascha, Sina, Anne, Rieke, Dennis, Justin und Christian. Vorne von links: Judith, Svenja und Vivien. Auf der Trage Kimberly und daneben Natalie.
Rebecca Albers legt den Gurt an.