Motorradstaffel startet an Himmelfahrt in die Saison

Stefan Greiber - Ahlhorn, 18. Mai 2020

Durch die Aufhebung zahlreicher Beschränkungen im öffentlichen Leben sind auch Urlaubsreisen wieder erlaubt. Zumindest innerhalb Deutschlands dürfen Ferienwohnungen und Ferienhäuser sowie Campingplätze wieder vermietet werden, wenn auch unter Einhaltung bestimmter Auflagen. Zum verlängerten Wochenende um Himmelfahrt wird daher mit einer ersten großen Reisewelle in diesem Jahr gerechnet. Grund genug für die Motorradstaffel des Ortsverbands Ahlhorn der Johanniter-Unfall-Hilfe, in die Saison zu starten. „Wir sind bereit und haben entsprechende Maßnahmen entwickelt, um unseren Fahrern und den Menschen auf den Autobahnen einen größtmöglichen Schutz vor dem SARS CoV-2-Virus zu garantieren“, sagt Ulrich Lobenberg, Leiter der Johanniter-Motorradstaffel Ahlhorn.

Bisher gab es für die insgesamt zwölf Männer und eine Frau auf den drei Maschinen um Lobenberg einen sogenannten Einsatzvorbehalt, ausgesprochen durch die Führung der Regionalbereitschaft Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe. Das bedeutete, dass die Staffel zurückbehalten wurde, um bei der Ausrufung des Katastrophenfalls im Zuge der Corona-Pandemie sofort und vollständig einsatzbereit zu sein. Dieser Katastrophenfall ist zum Glück nicht eingetreten, so dass der Einsatzvorbehalt zurückgenommen wurde. Lobenberg ist darüber sehr froh: „Wir wollen jetzt auch endlich wieder auf die Straße, um den Menschen helfen zu können.“ Verständnis für die Maßnahme hat er trotzdem. „Wir als Hilfsorganisation mussten erstmal auf das Schlimmste vorbereitet sein, um im Notfall helfen zu können.“ Und da es aufgrund der Beschränkungen keinen Osterreiseverkehr gab, war das Fehlen der Staffel auf den Autobahnen A1, A29 und A28 auch nicht so gravierend. Zudem: „Wenn es notwendig gewesen wäre und die Polizei uns angefordert hätte, wäre wir auch gekommen“, betont Lobenberg. Das war mit der Regionalbereitschaftsführung abgesprochen worden.

Gemeinsam mit der Dienststellenleitung, den staatlich geprüften Desinfektoren, der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Sicherheitsbeauftragten des Ortsverbands Ahlhorn hat die Staffel jetzt einen Vorsorge- und Maßnahmenplan entwickelt, um optimal auf den Einsatz unter den Bedingungen während der Pandemie vorbereitet zu sein. Dazu gehören das fachgerechte Desinfizieren der Motorräder, das Verhalten in Notfällen, die Reduzierung von Kontakten, Abstandsregelungen und vieles mehr. Für Lobenberg kein Problem: „Handschuhe und Visier haben wir sowieso an. Da müssen wir uns nicht groß umstellen.“ Die Motorradstaffel des Ortsverbands Ahlhorn der Johanniter-Unfall-Hilfe ist rein ehrenamtlich und spendenfinanziert. Ihre Einsätze sind für alle Beteiligten kostenlos, sowohl für die anfordernde Polizei als auch für die betroffenen Autofahrer.

Die ausschließlich ehrenamtlich aktiven Fahrerinnen und Fahrer legen in der Saison von März bis Oktober rund 25.000 Kilometer zurück und haben bis zu 50 Einsätze als Erstversorger in Notfällen. Zudem werden sie im Bevölkerungsschutz eingesetzt, etwa beim Bombenräumungen, Unfallabsicherungen, der Bildung von Rettungsgassen und anderen Notlagen. Zudem wird die Motorradstaffel Ahlhorn unter anderem bei Personensuchen in unwegsamen Gelände eingesetzt, da sie über eine Enduro verfügt. In der aktuellen Situation sind die Johanniter ganz besonders auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Viele ehrenamtliche Helfer sind für die Menschen im Einsatz und engagieren sich wie die Motorradstaffel freiwillig und unentgeltlich. Insbesondere für spezielle Ausstattung und Ausrüstung wie Schutzbekleidung wird finanzielle Hilfe benötigt. Unterstützen Sie die Johanniter online hier oder nutzen Sie bitte dazu folgende Kontoverbindung: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., IBAN: DE43 3702 0500 0004 3139 18, BIC: BFSWDE33XXX oder online unter www.starkehelfer.de.