3053 Anschläge in zehn Minuten gehen in Ruhestand

Stefan Greiber - Oldenburg, 02. Juli 2019

Die drei aktuellen Regionalvorstände Thomas Lemke, Markus Wedemeyer (von links) und Wilfried Barysch (rechts) sowie Regionalvorstand a.D. Hans-Ulrich Diers verabschiedeten jetzt Bärbel Hinrichsen in den Ruhestand.

3053 Anschläge in zehn Minuten – fehlerfrei. Wilfried Barysch, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe, war beeindruckt. Doch Bärbel Hinrichsen überzeugte nicht nur mit den Top-Werten beim 10-Minuten-Schnellschreiben auf der Schreibmaschine, sondern auch mit ihrem ganzen Wesen und ihrer unerschütterlichen Ruhe. „Sie konnte 1000 Dinge zugleich machen und ist trotzdem nie in Stress geraten. Und wenn ich einen Brief vorgeschrieben habe, konnte ich mein Geschmiere anschließend selber nicht mehr entziffern. Sie aber schon“, berichtet Barysch. Jetzt verabschiedete er Bärbel Hinrichsen nach 23 Jahren im Vorstandssekretariat in den Ruhestand.

Endlich, sollte man meinen. Denn eigentlich ist Bärbel Hinrichsen, die in wenigen Tagen 69 Jahre wird, schon seit einigen Jahren im Ruhestand. Doch der Vorstand überredete sie, noch ein halbes Jahr dranzuhängen. Und dann noch eines und noch eines und noch eines. Sie kam diesen Bitten gerne nach. „Zuhause rumzusitzen ist nicht meine Sache.“ Angefangen hatte die gelernte Großhandelskauffrau und geprüfte Sekretärin am 1. März 1996. Der Regionalverband war damals erst kurz zuvor gegründet worden und befand sich noch in der Aufbauphase. „Wir waren um die 100 hauptamtliche Mitarbeiter, heute gehen wir in Richtung 900“, betont Barysch. Bärbel Hinrichsen habe maßgeblichen Anteil am Erfolg des Verbandes. „Wir sind seitdem immer unter Volldampf gefahren, aber sie hat stets die Übersicht und kühlen Kopf bewahrt.“ Kaum jemand kenne sich so gut im Verband aus wie sie. So gut, dass sie den ganzen Laden gemanagt habe, wenn der Vorstand mal nicht da war.

„Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber das Alter kam dazwischen“, sagt Bärbel Hinrichsen. Langeweile wird aber trotzdem nicht aufkommen. Sie jobbt nebenbei in einem Weingeschäft, spielt leidenschaftlich gerne Bridge und hat drei Schwestern, die ebenfalls alle inzwischen im Ruhestand sind. „Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit miteinander.“ Und wenn das alles nicht ausreicht, engagiert sie sich vielleicht auch ehrenamtlich bei den Johannitern. Gelegenheiten gibt es genug.