Acht Neue für einen gesellschaftlich wichtigen Beruf

Stefan Greiber - Weser-Ems, 01. August 2019

Freuen sich mit den neuen Notfallsanitätern nach bestandener Prüfung (von links): Leiterin Bildungseinrichtung Sonja Stolle, Jan Pokies, Joost Wrehe, Annelene Sprock, Franziska Smidoda, Klassenlehrer Matthias Hexmann, Lea Schulte-Schoh, Marc Henzen, Jannik Scholz, Jannis Beyer, Isabelle Dwinger, Schulleiter Jan Jensen und Regionalvorstand Wilfried Barysch.

„Fliegt alle los und habt Spaß an eurer neuen Aufgabe“, sagte Wilfried Barysch, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems (RV) der Johanniter-Unfall-Hilfe, im Festakt zur Übergabe der Zeugnisse an die frisch ausgebildeten Notfallsanitäter und bedankte sich, „dass Sie sich auf den Weg gemacht haben, einen tollen und für die Gesellschaft so wichtigen Beruf zu erlernen.“ Drei Jahre dauert die 2014 eingeführte Ausbildung für den Beruf des Notfallsanitäters, jetzt bestanden an der Notfallsanitäterschule Weser-Ems acht im Jahr 2016 gestarteten Auszubildenden ihre Prüfung: Annelene Sprock und Jan Pokies haben ihre Ausbildung an der Lehrrettungswache des Ortsverbands Oldenburg absolviert, Isabelle Dwinger und Franziska Smidoda an den Wachen Stollhamm und Strückhausen des Ortsverbands Stedingen in der Wesermarsch, Marc Henzen und Jannik Scholz an den Rettungswachen in Ahlhorn und Hude sowie Lea Schulte-Schoh und Joost Wrehe in Osnabrück. Jannis Beyer (Oldenburg) hat um ein halbes Jahr verlängert.

Barysch freut sich, dass alle neuen Notfallsanitäter zunächst weiter für den Regionalverband tätig sind. „Wir haben allen ein Übernahmeangebot unterbreitet.“ Sechs bleiben definitiv, zwei in Oldenburg, einer im Ortsverband Stedingen, zwei in Osnabrück und zwei weitere, die als Springer im so genannten RV-Pool dort unterstützen, wo kurzfristig Bedarf besteht. Die beiden anderen bleiben noch einen Monat, dann stellen sie sich anderen Herausforderungen. „Schade aus unserer Sicht, trotzdem alles Gute für die Zukunft“, sagte Barysch. Von Sonja Stolle, Leiterin der Bildungseinrichtung Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe,  gab es nicht nur beste Wünsche, sondern auch für jeden Auszubildenden eine Sonnenbrille. „Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen“, zitierte sie Alexandre Dumas den Jüngeren. „Ich wünsche den Schülern jederzeit den richtigen Blick.“ Die Brille solle sie erinnern, dass man durch die richtige Brille, also mit der richtigen Perspektive die Dinge betrachten soll und muss. „Wenn ihr vor einer wichtigen Entscheidung steht, schließt einfach einen Moment die Augen und denkt gründlich nach. Es fällt ja auch nicht auf, wenn ihr die Augen geschlossen habt – es ist ja eine Sonnenbrille.“

Jan Jensen, Leiter der Notfallsanitäterschule Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe, erinnerte sich an seine eigene Ausbildung zum Rettungssanitäter. „Kurz nach der Prüfung hatten wir ein 16-jähriges Mädchen im Rettungswagen. Da wurde mir bewusst, dass ich gar nicht so viel älter war als sie und mir ihre Eltern gerade ihr Kind anvertraut hatten. Da ist mir die Verantwortung, die ich plötzlich hatte, erst richtig bewusst geworden.“ Er freue sich, dass während der neuen Berufsausbildung schon frühzeitig dieses Bewusstsein für Verantwortung geweckt werde. Gleichzeitig erinnerte er an die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens. „Begreifen Sie Zweifel am eigenen Tun als Stärke, um Ihr Wissen weiter zu vertiefen und Ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln.“ Klassenlehrer Matthias Hexmann bedankte sich für „drei aufregende Jahre“ und freut sich darauf, mit seinen ehemaligen Schülern zusammen Einsätze zu fahren. „Ich weiß ja, dass ihr super ausgebildet seid.“

Für die Johanniter sei die Ausbildung des eigenen Nachwuchses wichtig zur Sicherung der eigenen Zukunft. Seit 2008, als im Regionalverband mit der Berufsausbildung begonnen wurde, haben insgesamt 81 junge Menschen in verschiedensten Bereichen wie Pflege, Verwaltung und Rettungsdienst ihre Ausbildung absolviert. Rund 70 Prozent konnten übernommen werden, andere verließen auch auf eigenen Wunsch den Regionalverband, etwa um zu studieren. „Ich denke, das sind stolze Zahlen, aber es ist noch Luft nach oben“, versprach Barysch weitere Anstrengungen. Dabei haben die Johanniter es sich zur Aufgabe gemacht, auch jungen Menschen eine Chance zu geben, die woanders nicht untergekommen sind. „Damit sind wir bisher sehr erfolgreich gewesen“, betonte Barysch. Und mit Blick auf Lea Schulte-Schoh aus Osnabrück, deren Mutter Antje ebenfalls bei den Johannitern arbeitet, fügte Barysch an: „Ich freue mich immer, wenn uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Kinder zur Ausbildung anvertrauen. Das zeigt, dass wir als Arbeitgeber attraktiv sind.“