Der Herr der Lage: Wie Torsten Dallmeyer in der Corona-Krise für Überblick sorgt

Markus Wedemeyer/Foto: Stefan Greiber - Oldenburg, 02. Mai 2020

Mit einem kritischen Blick vergleicht Torsten Dallmeyer die Zahlenkolonnen, die ihm von den Einsatz-leitwagen in Oldenburg und Osnabrück eingespielt werden. Jeden Tag schaut sich der 38-Jährige die gemeldeten Infektionszahlen an, um einen Überblick über die Ausbreitung von SARS-CoV-2, dem als Coronavirus bekannt gewordenen Krankheitserreger, in der Region zu bekommen. Die Zahlen sind nur ein kleiner Baustein seines täglichen Lageberichtes, der ehrenamtliche Helfer des Ortsverbands Aurich der Johanniter-Unfall-Hilfe seit Mitte März jeden Tag zusammenstellt. „Bei uns laufen die Fäden zusammen“, erklärt er. „Wir sammeln alle Informationen zur Pandemie aus allen unseren Diensten und bekommen damit den Überblick, wo Hilfe benötigt wird.“

Torsten Dallmeyer ist Mitglied in der Regionalbereitschaftsführung der Johanniter zwischen Weser und Ems. Die Gruppe besteht aus Ehrenamtlichen mit erweiterten Führungsausbildungen – sie wissen, wie man eine Lage beherrscht. „In Situationen wie jetzt in der Pandemie macht es Sinn, sich für den Gesamtverband die Unterstützung von Bevölkerungsschützern zu holen“, erklärt Regionalvorstand Wilfried Barysch. „Diese Helfer haben in ihrer Ausbildung gelernt, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und im Ernstfall schnell zu handeln.“  Und so sind es Dallmeyer und seine Kollegen, die auch den Überblick über geschlossene Tagespflegen und neu eingerichtete Einkaufshilfen haben. „Die Pandemie betrifft alle Fachdienste“, erklärt Dallmeyer. Seine Gruppe kümmert sich um Verdachtsfälle von Infektionen unter Mitarbeitenden, koordiniert die Beschaffung und Verteilung von Infektionsschutzmaterial und erteilt im Falle eines Falles auch direkt Einsatzbefehle für ehrenamtliche Katastrophenschutz-Einheiten. „Aktuell stehen viele Helferinnen und Helfer in Bereitschaft“, erläutert Dallmeyer, der auch hauptberuflich als Notfallsanitäter für den Ortsverband Stedingen auf Windkraft-Plattformen auf der Nordsee für die Johanniter-Unfall-Hilfe arbeitet. Aktuell hat er seine Freischichten und kann sich deshalb ehrenamtlich um die Lageberichte kümmern. „In Urlaub fahren könnte ich zurzeit ohnehin nicht, deshalb widme ich meine Zeit lieber etwas Sinnvollen.“ Dabei ist der Bevölkerungsschutz bisher kaum gefordert. „Noch mussten wir nur wenige Ehrenamtliche in den Einsatz schicken, da das Gesundheitssystem die Pandemie bisher gut bewältigen konnte.“

Alarmstufen sind dennoch über weitere Teile der Region verhängt. „Lieber vor der Lage bleiben“, kommentiert Dallmeyer. „Noch haben wir es nicht hinter uns.“ Wenn es notwendig wird, steht ein Mitglied aus der Regionalbereitschaftsführung bereit, auch jederzeit rauszufahren. „Seit Ende März haben wir unseren Dienstplan für einen Leiter vom Dienst besetzt. Den können unsere Verbände vor Ort, aber auch Kommunen 24 Stunden am Tag erreichen, wenn sie dringend Unterstützung be-nötigen.“ Während er spricht, kommen neue E-Mails herein mit Meldungen und Fragen. Rund 800 Nachrichten sind es aktuell pro Woche, die beim Lagedienst eintreffen. Dallmeyer wird gleich noch die Presseberichte des heutigen Vormittages sichten und zwei Meldungen vom Vortag hinterher telefonieren, um sich einen aktuellen Stand zu holen. Dann ist sein Lagebericht für heute fertig – einmal am Tag gibt er eine Zusammenfassung an die Vorstände, den Landesverband in Hannover und den Leiter vom Dienst. „Auf dieser Grundlage“, erklärt Barysch, „treffen wir unsere Entscheidungen über das weitere Vorgehen.“

„Starke Helfer“ gibt es nur mit Ihrer Unterstützung!
Viele Helferinnen und Helfer zwischen Weser und Ems stehen bereit, um Tag und Nacht anzupacken, wenn Hilfe benötigt wird. Mit Ihrer Spende für die „starken Helfer“ unterstützen Sie die Ausrüstung und Ausbildung der Ehrenamtlichen und stärken ihnen für den nächsten Einsatz den Rücken.

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
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Stichwort: „Starke Helfer“

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