Eine Schule wird eröffnet und 236 Kinder und Jugendliche kommen aus ganz Niedersachsen und Bremen begeistert angelaufen – das gibt es nur bei der Johanniter Jugend des Landesverbands Niedersachsen/Bremen. Das diesjährige Landespfingstzeltlager stand unter dem Motto „Johnnys Zauberschule“. Mit dabei auf den Zeltplatz „Sager Schweiz“ bei Großenkneten waren vom Ortsverband Lingen zehn Kinder und Jugendliche, 14 Delmenhorster Drachen, 13 Hexenmeister der Alten Fleiwa aus Oldenburg, vier Mitglieder von Dumbledore’s Armee aus Cloppenburg, sieben vom Ortsverband Leuchtturm in Nordenham, vier Zauberer von Garrel, sieben Johanniter Jugendliche aus Ahlhorn, zehn Nordseekobolde aus Aurich und sieben Wittmunder Feen. Der Ortsverband Jeverland war mit 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmern angereist, die nicht nur Schüler der Zauberschule waren, sondern sich mit ihrer Feldküche auch um die Versorgung der angehenden Zauberer und Hexen kümmerten.

„Die lustigen Namen haben sich die Ortsverbände selber ausgedacht“, erklärt Landesjugendleiterin Laura Pegesa vom Ortsverband Deister, die zusammen mit ihrer Amtskollegin Lisa Buntefuß (Verden) das Landespfingstzeltlager organisiert hatte. So stand das Thema Zauberei während des gesamten Pfingstzeltlagers, das hinter dem der Johanniter Jugend des Landesverbands Nordrhein-Westfalen das zweitgrößte bundesweit ist, im Mittelpunkt. Angeboten wurden das Basteln von Zauberstäben, das Brauen von alkoholfreien Zaubertränken, ein Muggelgericht mit Lagerhochzeit, Feuerkelchbrotbacken, ein magisches Turnier im Gelände und ein Quidditch-Spiel, bei dem die Besen zwischen den Beinen weniger Flughilfe, sondern mehr ein Handicap beim Laufen waren.

Nur kurz gewirkt hatte der Wetterzauber. „Wir haben versucht den Regen wegzutanzen“, erzählt Lisa Buntefuß. Zunächst mit Erfolg. Am Samstag blieb es tagsüber trocken, doch abends setzte Starkregen ein. Fünf Zelte wurden überflutet, die Zauberschüler flüchteten mit ihren Sachen in die Feuerhütte. Dort wurden Schlafsäcke und Klamotten getrocknet, die Kinder konnten sich aufwärmen. Mithilfe von Paletten und weiteren Feldbetten wurden die Zelte wieder trocken gelegt. Die Kinder waren dabei gut drauf. „Irgendwie gehört das dazu“, sagt Lisa Buntefuß. „Es ist ja auch ein bisschen Abenteuer.“ Als die heute 24-Jährige 1994 geboren wurde, nahm Jens Sommerfeld gerade an seinem ersten Landespfingstzeltlager teil. Seitdem war der ehemalige Landesjugendleiter immer dabei, ließ sich das Zeltlager auch dieses Mal nicht entgehen, obwohl er inzwischen in London lebt. Damit hatte er die weiteste Anreise. Die jüngste Teilnehmerin in diesem Jahr war erst zehn Monate alt, der älteste 63 Jahre. Spaß hatten sie alle. Trotz Starkregens und Besen, die beim Laufen hindern.