Einsatzbereit

Stefan Greiber - Edewecht, 19. Juni 2020

Christine Jenn vom Ortsverband Edewecht ist auch während der Corona-Krise für die Menschen da – ehrenamtlich und freiwillig im erweiterten Rettungsdienst.

Mit einem geschickten Griff verstaut Christine Jenn den Notfallkoffer im Fach an der Seitentür des Rettungswagens. Auf dem Wagen zu sitzen und zu Menschen zu eilen, die um Hilfe gerufen haben, gibt der Krankenschwester ein gutes Gefühl. „Ich habe eine kleine Tochter“, erzählt sie von ihrem knappen Jahr Elternzeit. „Nach einer sehr erfüllenden Zeit den Kopf wieder anstrengen zu können, tut sehr gut.“ Christine Jenn lacht. Man merkt ihr an, dass sie sich wohl mit ihrer Aufgabe fühlt.

Neben ihrem Hauptberuf auf der Station für Gastroenterologie/Nephrologie im Klinikum Oldenburg engagiert sich Christine Jenn ehrenamtlich als Rettungsassistentin bei den Johannitern. „Ich bin seit 2003 dabei“, erzählt die Helferin, die in Ekern zu Hause ist, „und ich mache das immer noch mit Leib und Seele.“ Mit den weiteren Ehrenamtlichen im Ortsverband Edewecht steht sie bereit, wenn der Rettungsdienst Unterstützung benötigt. Über einen Funkmeldeempfänger werden die Helfer alarmiert, besetzen nach Bedarf ein oder zwei Fahrzeuge und rücken aus. „Die Ehrenamtlichen sind die Spitzenabdeckung“, erklärt Jenns Ortsbeauftragter Axel Appeldorn. „Wenn es zu vielen Notrufen in kurzer Zeit kommt, stehen sie bereit und übernehmen einige der Einsätze.“

Aktuell nimmt sich Christine Jenn besonders viel Zeit für das ergründende Gespräch mit dem Patienten, der sogenannten Anamnese. „Unsere Patienten sagen uns viel über ihre Beschwerden, wenn man sie ausführlich befragt“, schildert die 39-Jährige ihr Vorgehen. „Wenn ich unsicher bin, womit wir es zu tun haben, frage ich nochmal nach.“ Eine Unsicherheit, womit sie und ihr Teamkollege es zu tun haben, bleibt selten; auch nicht in Zeiten des Virus SARS-CoV-2. „Unsere Teams gehen sehr besonnen mit der Situation um“, erzählt Christine Jenn über das Helfen in der Pandemie und lehnt sich an die geschlossene Tür des Rettungswagens. „Wir halten uns an die Hygieneregeln und sind aufmerksamer mit den Desinfektionsarbeiten, die wir ja immer schon gemacht haben.“ Und dann schiebt sie nicht ohne Stolz nach: „Wir sind gut zueinander.“ Ein Team könne die unterschwellige Sorge, dass den Rettern bei einem Ein¬satz die Krankheit Covid-19 begegnet, besser tragen als jemand alleine.

Seit die Pandemie die Schlagzeilen beherrscht, werden die Ehrenamtlichen aus Edewecht fast täglich in den Einsatz gerufen. Nicht immer geht es um Menschenleben. „Wir können die hauptamtlichen Kollegen auch entlasten, indem wir Krankentransporte übernehmen“, erklärt Christine Jenn und berichtet von einem Einsatz, bei dem sie in der Notaufnahme einem Team von einem hauptberuf¬lich besetzten Wagen begegnet ist. „Da standen die auf einmal vor uns und fragten, ob wir die Edewechter seien.“ Als Christine Jenn das bestätigte, gab es Worte der Anerkennung. „Die haben einfach mal erzählt, dass sie sich von uns den Rücken freigehalten fühlen, und sich herzlich bedankt.“ Nur ein paar Sätze, doch für ehrenamtliche Retter wie Christine Jenn transportieren sie eine wichtige Botschaft.

Ein Gefühl von Dankbarkeit empfindet sie auch selbst. Ohne ihren Mann, der ihr Engagement mittrage, und ihre Eltern und Schwiegereltern, die ihr hin und wieder die Kinderbetreuung abnähmen, ginge das mit dem Rettungswagen nicht. Christine Jenn lächelt milde. Im Grunde ist ihr Einsatz ein Engagement von vielen. In diesem Moment reißt das Piepen ihres Funkmeldeempfängers Christine Jenn aus den Gedanken. Ihr Teamkollege macht eine auffordernde Handbewegung. Wenige Momente später fährt der Wagen vom Hof zum nächsten Einsatz. Christine Jenn wird heute noch einem weiteren Menschen zur Seite stehen, der um Hilfe gerufen hat.

Wir sind weiter für Euch da!
Viele Helferinnen und Helfer zwischen Weser und Ems standen und stehen auch in der Pandemie bereit, um in ihren Diensten Hilfe zu leisten. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Ausrüstung und Ausbildung der Ehrenamtlichen und sorgen dafür, dass sie auch morgen ausrücken können, wenn Hilfe gebraucht wird.

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
IBAN: DE43 3702 0500 0004 3139 18 · BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: „Weiter für Euch da“

Online spenden unter www.weiterda.de.
Oder 5,- Euro per SMS spenden – auf dem Mobiltelefon mit dem Stichwort „Dankbar“ an die 81190.