Johanniter aus Weser-Ems unterstützen Karnevalseinsatz

Greiber/Köster/Töpfer - Köln/Aachen, 06. März 2019

Erschöpft aber zufrieden sind die ehrenamtlichen Sanitäterinnen und Sanitäter aus Weser-Ems von Unterstützungseinsatz beim Karneval in Köln zurückgekehrt. Claas Smit, Patrick Glander, Isabel Döllen, Lisa Spanke, Sven Köster und Fabian Kaczmarek vom Ortsverband Delmenhorst, Steffen Oostinga, Sarah Hansen, Dennis Ulitze, Cord Siedenberg und Anja Winkler vom Ortsverband Emden sowie Tobias Duwcet vom Ortsverband Lingen sicherten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Johanniter-Unfall-Hilfe aus ganz Deutschland und anderen Hilfsorganisationen die Karnevalsfeiern in der rheinischen Hochburg der närrischen Zeit ab.

Bereits zum dritten Mal in Folge haben die Johanniter aus Aurich die Malteser in Aachen beim Karneval unterstützt. Der Kontakt kam in 2016 über den damaligen Auricher Ortsbeauftragten Hans-H. Hunfeld zustande, der früher selber bei den Maltesern in Aachen aktiv war. „Wir haben uns sehr über die erneute Anfrage aus Aachen gefreut. Mittlerweile haben sich zwischen vielen Helfer enge Freundschaften entwickelt“, berichtet Andreas Töpfer, Ortsbeauftragter der Johanniter in Aurich, der sich am Freitag mit drei weiteren Helfern, Steffen Beitelmann, Claudia Hardy und Thomas Kappenhagen, auf den Weg nach Aachen gemacht hatte. Insgesamt unterstützten die Auricher Johanniter den Sanitätsdienst bei sechs Veranstaltungen, darunter dem Kinderkarnevalsumzug und den Rosenmontagszug. Letzterer stand aufgrund der heftigen Sturmböen kurz vor der Absage, konnte dann aber schließlich doch starten. Die Veranstalter hatten Pferde, Planen, Banner und hohe Aufbauten aus dem Zug entfernt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Offensichtlich mit Erfolg, denn die Auricher Sanitäter hatten bis auf kleinere Versorgungen wenig zu tun. Dafür gab es zum Dank reichlich Kamelle, so dass die Helfer mit vollen Taschen nach Aurich zurückgekehrt sind. „Den größten Teil davon möchten wir gerne spenden“, versprach Töpfer.

„Es war wieder ein tolles Erlebnis“, sagt Sven Köster, Fachbereichsleiter Einsatzdienste im Ortsverband Delmenhorst und Zugführer der Regionalbereitschaft Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe. Er ist bereits zum siebten Mal dabei gewesen. Beim ersten Unterstützungseinsatz waren die Johanniter aus Weser-Ems noch zu zweit. „Es ist gut, dass wir mit so vielen Sanitäterinnen und Sanitätern vor Ort waren, so dass wir uns bei den zahlreichen Veranstaltungen ablösen konnten“, betont Köster. Die Johanniter aus Delmenhorst, Lingen und Emden waren an insgesamt vier „Tollen Tagen“ beim „Schunkelnden Henkelmännchen“, der Karnevalsparty der Stadtsparkasse, der Stehsitzung Rheincenter Weiden, der Kostümsitzung der IG Widdersdorf, beim Schull- und Veedelszoch, beim Rosenmontagszug und den Feiern im Innenstadtbereich im Einsatz.

Da die Helfer vom Ortsverband Aurich tagsüber noch arbeiten mussten, kamen sie am Anreisetag erst abends im Malteser Bildungszentrum Euregio in Aachen an, wo sie während ihres Aufenthaltes untergebracht waren. Am Samstag hatten die gastgebenden Malteser ein Freizeitprogramm für die Helfer aus Aurich organisiert. Emanuel Chao, Leiter Rettungsdienst und Katastrophenschutz, führte Steffen Beitelmann, Claudia Hardy, Thomas Kappenhagen und Andreas Töpfer durch die Uniklinik RWTH Aachen und das Aixtra, ein modernes interdisziplinäres Trainingszentrum für medizinische Ausbildung. „Es ist echt beeindruckend, wie realitätsnah hier trainiert werden kann“, staunte Beitelmann, der im Gegensatz zu den anderen Aurichern zum ersten Mal in Aachen dabei war.

Abends teilten sich die vier Helfer auf, um die Aachener Malteser bei Sanitätsdiensten auf zwei großen Feiern zu unterstützen. Nach nur wenigen Stunden Schlaf stand am Sonntag der Kinderkarnevalsumzug auf dem Dienstplan, bei dem Auricher Helfer eigenverantwortlich einen Posten am Streckenrand übernahmen. „Die Auricher Kollegen sind mit dem Ablauf mittlerweile so vertraut, dass wir ihnen einen eignen Streckenabschnitt geben können“, erklärte Heike Böhm, Leiterin Einsatzdienste der Malteser aus Aachen. Direkt nach dem Umzug übernahmen die Auricher noch den Dienst auf der Kinderkarnevalsparty des Aachener Karnevalsvereins AKV.

Unter der Einsatzleitung des Roten Kreuzes fanden sich zum großen Rosenmontagsumzug Helfer von DRK, MHD, JUH und den Rotkreuz-Gesellschaften aus Belgien und den Niederlanden zusammen. Die Zeit vor der Einsatzbesprechung wurden von den Auricher Kollegen genutzt, um auch die Kontakte zu den Aachener Johannitern zu vertiefen. Auf Grund des schlechten Wetters startete der Umzug mit einer Stunde Verspätung erst um 12:11. Ein größerer Zwischenfall mit zwei schwerverletzten Personen ereignete sich in einem anderen Einsatzabschnitt, sodass die Auricher nicht eingebunden waren und nur über Funk davon erfuhren. Nach dem Umzug verlegten die Auricher zur „After Zoch“-Party, wo sie um 21 Uhr von den Aachener Kollegen abgelöst wurden, um für die Heimfahrt noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

Insgesamt war das Dienstprogramm der Auricher nahezu identisch mit dem Vorjahr – und das machte sich bemerkbar. „Veranstalter kamen freudestrahlend auf uns zu und haben uns als ‚die ostfriesischen Johanniter‘ wiedererkannt“, staunte Töpfer. „In einer solchen Atmosphäre macht die Arbeit natürlich unglaublich großen Spaß. Und dass wir abgesehen von einigen kleineren Verletzungen und Blessuren nicht viel zu hatten, rundet die Tage natürlich noch ab.“ Zum Abschluss sprach Ludwig May, Stadtgeschäftsführer der Aachener Malteser, bereits vorsorglich die Einladung zum Karneval 2020 aus „Nehmt euch nichts vor. Wir erwarten euch zurück.“ Eine Einladung, der die Auricher mit Sicherheit gerne folgen werden. Jens von den Berken, kommissarischer Zugführer der Einsatzeinheit Aachen der Johanniter-Unfall-Hilfe, lud die Auricher Helfer bei der Gelegenheit zum internationalen Pferdesport-Turnier CHIO im Sommer ein. Diesen Dienst hatten im vergangenen Jahr bereits drei Auricher Helfer besucht.