Krankenhausbetten im Blick: Wie Claus Hartmann und Rene Potthoff das Land Niedersachsen in der Koordination von Kapazitäten unterstützen

Markus Wedemeyer/Fotos: Marcel Colter, Anette Thanheiser - Osnabrück/Delmenhorst/Celle, 11. Mai 2020

Claus Hartmann ist normalerweise Zugführer im Johanniter-Ortsverband Delmenhorst.

Rene Potthoff gehört zur Besatzung des Einsatzleitwagens der Osnabrücker Johanniter.

Rene Potthoff blickt konzentriert auf den Bildschirm vor ihm. Wenn jemand aktuell einen Überblick über die verfügbaren Krankenhaus-Betten in Niedersachsen hat, dann sind es wahrscheinlich Potthoff und die drei weiteren Helfer, die ihm gegenübersitzen. „Wir verarbeiten die Meldungen von Krankenhäusern, aber auch von Pflegeeinrichtungen oder Rehakliniken, die vorübergehend kranke Menschen aufnehmen“, berichtet der 24-Jährige. Um in der Pandemie von SARS-CoV-2 den Überblick über die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu behalten, hat das Kompetenzzentrum des Innenministeriums für Katastrophenlagen eine Interdisziplinäre Steuerungszentrale (ISZ) eingerichtet. Seit Mitte April sind die Telefone jeden Tag von 06:00 Uhr bis 22:00 Uhr besetzt.

In zwei Schichten arbeiten die ehrenamtlichen Helfer in der für den Unterricht aktuell geschlossenen Feuerwehr-Schule in Celle, im gleichen Gebäude wie der Krisenstab des Innenministeriums. Sie filtern eingehende Meldungen der Krankenhäuser, klären Anfragen aus den Ministerien und überwachen das Leitsystem IVENA – für ganz Niedersachsen. Für die personelle Besetzung der ISZ hatte das Innenministerium die Hilfsorganisationen im Land um Unterstützung gebeten. Von den Johannitern aus Weser-Ems sind nun zwei Ehrenamtliche im Einsatz, neben Rene Potthoff ist auch sein Delmenhorster Kollege Claus Hartmann dabei, der die Spätschicht übernimmt.

Dabei können beide Helfer auf Erfahrungen aus ihren Tätigkeiten in ihren Heimatverbänden zurückgreifen. Claus Hartmann gehört als Zugführer zur Führungsgruppe des Ortsverbandes Delmenhorst. Rene Potthoff ist er einer der freiwilligen Helfer, die im Ortsverband Osnabrück den Einsatzleitwagen besetzen. Beide Einheiten koordinieren auf Großveranstaltungen oder bei Katastrophenfällen Einsätze und Einheiten und bereiten Informationen für übergeordnete Stellen auf. „Im Grunde machen wir hier aktuell nichts Anderes“, sagt der 58-jährige Hartmann. „Die Einheiten, zu der Claus Hartmann und Rene Potthoff gehören, gehören beide zu jenen, die wir für das Land Niedersachsen vorhalten“, erklärt Martin Hilse, Regionalbereitschaftsführer der Johanniter in Weser-Ems und damit derzeit für die beiden Ehrenamtlichen zuständig. „Wenn das Land um Unterstützung bittet, sind wir natürlich da.“

Zukünftig soll die ISZ auch den überörtlichen Transport von Covid-19-Patienten koordinieren, um diese in freie Kliniken zu verlegen. „Noch ist die Pandemie nicht vorbei“, sagt Hilse und warnt davor, die Strukturen zu früh wieder zurück zu fahren. Für Hartmann und Potthoff ist ihr Einsatz am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen. Dann waren beide zweimal im Dienst, jeweils vier bis fünf Tage am Stück, dann folgten ein paar Tagen Pause zu Hause. Im Mai wird der Schichtplan verändert, wahrscheinlich sind sie dann nicht mehr zeitgleich in Celle. Wieder in den Einsatz gehen werden sie allerdings und für das Land am Telefon sitzen. „So lange wir hier gebraucht werden, kommen wir auch.“

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Viele Helferinnen und Helfer zwischen Weser und Ems stehen bereit, um Tag und Nacht anzupacken, wenn Hilfe benötigt wird. Mit Ihrer Spende für die „starken Helfer“ unterstützen Sie die Ausrüstung und Ausbildung der Ehrenamtlichen und stärken ihnen für den nächsten Einsatz den Rücken.

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