Mit Nadel und Faden: Marion Eilers näht Masken für Schutzsuchende und Bedürftige

Stefan Greiber - Edewecht, 04. Mai 2020

Flink huscht das Stück bunt gedruckten Stoffs über den Tisch, die Nadel der Nähmaschine saust auf und ab. Sekunden später ist die perfekte Naht fertig, ein weiterer so genannter Mund-Nasen-Schutz landet auf dem Stapel. „Handarbeiten ist meine Leidenschaft“, sagt Marion Eilers. Zuhause hat sie einen eigens eingerichteten Hobbyraum, in dem sie nähen, malen und stricken kann. Ihre Begeisterung fürs Nähen hat sie vor einigen Wochen in die Gemeinschaftsunterkunft der Johanniter für Schutzsuchende in Jeddeloh I (GUK) verlegt und mit der Produktion der Masken begonnen. „Es macht riesigen Spaß und ist zudem eine sehr sinnvolle Aufgabe“, erzählt sie. Mehr als 330 Behelfsmaske haben Marion Eilers und ihre Mitstreiterinnen bisher produziert. In dem Team sind ehrenamtliche Helferinnen und Bewohnerinnen der GUK, die Masken sind für die anderen Bewohnerinnen und Bewohner der GUK, der anderen Unterkünfte für Asylbewerber und Flüchtlinge in der Gemeinde sowie für Obdachlose bestimmt, die von der Gemeinde betreut werden.

Die Idee zu der Aktion hatte GUK-Einrichtungsleiter Detlef Stoppok. Bereits Anfang März hatte er sich Gedanken gemacht, wie Bewohner und Mitarbeitende der GUK bestmöglich vor dem Virus geschützt werden können. Der Gebrauch von Mund-Nase-Schutzmasken und die Einschränkung der Fremdkontakte in der GUK erschienen ihn neben den verstärkten Hygienemaßnahmen als die geeigneten Mittel. „Ich konnte aber eine Maskenpflicht erst einführen, wenn jeder Bewohner eine Maske hat“, erzählt er. Da es am Markt nicht genug gab, beschloss er, selber welche zu produzieren. Schnell erklärten sich einige Frauen bereit, die Produktion zu übernehmen. Neben Marion Eilers ist Helga Arndt besonders fleißig. Die Mutter eines Mitarbeiters der Johanniter ist bereits 88 Jahre alt und zählt damit zur besonders schutzbedürftigen Zielgruppe. Deshalb näht sie zu Hause, ihr Sohn bringt die fertigen Masken dann in die GUK. Denn trotz ihres hohen Alters wollte sie sich einbringen und anderen Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen.

Glory Isoko ist Bewohnerin der GUK. Die 26-Jährige kommt aus Nigeria. „Es macht viel Spaß und ich kann helfen, dass Menschen gesund bleiben“, sagt Isoko. Manuela Bruhn kümmert sich um die Logistik, die Beschaffung von Material, das Verpacken der fertigen Masken und die Verteilung sowie um den Zuschnitt der Stoffe. Die Frauen machen sich auch Gedanken um die Weiterentwicklung der Masken. Die neueste Version hat eine Tasche zum Einlegen eines Taschentuchs. „Damit wird die Feuchtigkeit der Atemluft besser aufgenommen“, erklärt Marion Eilers. Alle Masken sind aus Baumwolle und können bei 60 Grad gewaschen werden. Tipps zum richtigen Umgang gibt es gratis dazu.

Am 16. und 17. März wurden allen Bewohnern der GUK jeweils zwei Masken ausgehändigt, die Produktion läuft seitdem weiter. Inzwischen konnten auch die Bewohner der anderen Unterkünfte sowie dezentral untergebrachte Asylbewerber ausgestattet werden. Zuletzt stockte die Produktion allerdings. „Uns fehlen Gummibänder“, erklärt Detlef Stoppok und bittet die Menschen in der Gemeinde Edewecht um Spenden. Benötigt werden Gummibänder ab fünf Millimeter Breite, wie sie in Gummizughosen eingenäht sind. Abhilfe gab es bereits durch die Gemeinde Edewecht. „Wir haben von der Gemeinde 70 Meter Gummibänder bekommen“, berichtet Stoppok und bedankt sich für die Unterstützung. „Das hilft uns erstmal weiter, aber weitere Spenden sind natürlich sehr willkommen.“ Damit Marion Eilers, Helga Arndt und Glory Isoko weiter Masken nähen können für Schutzsuchende und Bedürftige in der Gemeinde Edewecht.

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