Offenes Ohr: Wie Monika Krolikowski ihren Kollegen hilft, die Pandemie besser zu bewältigen

Markus Wedemeyer/Foto: Marcel Colter - Delmenhorst, 22. Mai 2020

Seitdem das Telefon geklingelt hat, sind mehrere Minuten vergangen, ohne, dass Monika Krolikowski mehr als ein paar Worte gesagt hat. „Manchmal“, so erzählt die 39-Jährige später, „ist Zuhören das Beste, was ich tun kann.“ Sie wird in diesen Wochen nicht das letzte Mal bereit sein, um Anrufe entgegen zu nehmen. Nicht bei jedem fließen die Worte so aus ihrem Gegenüber heraus.
Die Menschen, die sie am Telefon hat, sind andere Johanniter, die aus ganz Niedersachsen und Bremen anrufen. Freiwillige aus dem Bevölkerungsschutz sind dabei, hauptberufliche Mitarbeiter etwa aus den Kindertagesstätten, auch Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit. Sie alle eint, dass sie sich wegen der Auswirkungen der Pandemie durch SARS-CoV-2 ihre Gedanken machen. Dabei ist die Spanne der Themen breit. „Ich habe Jugendgruppenleiter am Telefon, die sich um ihre Kinder sorgen, die sie seit Wochen nicht gesehen haben“, erzählt Monika Krolikowski. „Aber natürlich sind auch Ehrenamtliche in ihren Hauptjobs von den wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen – und überlegen sich nun, ob sie mit Kurzarbeitergeld oder ausfallenden Einkünften über die Runden kommen.“

Eine Lösung für diese Probleme haben die Helfer am Telefon oft nicht, jedoch können sie ein offenes Ohr anbieten. Dies ist auch Monika Krolikowskis Aufgabe in Zeiten ohne eine Pandemie. Sie ist Mitglied der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) der Johanniter in Delmenhorst, mittlerweile hat sie sich zur Gruppenführerin weiter qualifiziert. Bei Unglücksfällen rückt Krolikowskis ehrenamtliches Team aus und kümmert sich um die Patienten, die keine körperlichen Verletzungen erlitten haben.
Seit der zweiten Aprilwoche teilen sich mehrere PSNV-Helfer aus Niedersachsen und Bremen den Pandemie-Dienst, sind regelmäßig am Telefon und per E-Mail erreichbar. Hin und wieder ruft auch jemand an, der fürchtet, das Virus zu übertragen. „Helfer sind auch nur Menschen. Und wer Fernsehen schaut und die Bilder aus Großbritannien oder den USA sieht, geht mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit“, erklärt die Delmenhorsterin. Dabei drehen sich die Gedanken zumeist um Dritte. „Niemand im Rettungsdienst oder in den Pflegediensten möchte Überträger werden und das Virus zu unseren Patienten verschleppen.“ In solchen Fällen reichen die Schutzmaßnahmen und die Verhaltensregeln, die die Johanniter für ihre Dienste aufgestellt haben, nicht aus. „Dann braucht es eines guten Gesprächs unter Kollegen“, sagt Monika Krolikowski, „um gestärkt in den nächsten Einsatz zu gehen.“ Dafür wird sie auch kommende Woche wieder am Telefon sein.

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