Ausgerechnet Wunstorf, dachte Niels-Holger Brunkau, Fachbereichsleiter Einsatzdienste und Rettungswachenleiter bei den Oldenburger Johannitern. Zum zweiten Mal in Folge traten im Endspiel um den Titel beim Fußballturnier der Johanniter-Unfall-Hilfe im Landesverband Niedersachsen/Bremen die Ortsverbände Oldenburg und Wunstorf-Steinhuder Meer gegeneinander an. Und zum zweiten Mal hatten die Oldenburger nur knapp das Nachsehen. Unterlag das Oldenburger Team 2017 noch 1:2 in der regulären Spielzeit, brachte in diesem Jahr das Sieben-Meter-Schießen die Entscheidung. 1:3 hieß es aus Oldenburger Sicht am Ende. Beide Verbände verbindet eine enge Freundschaft, basierend auf einer guten Zusammenarbeit zum Beispiel bei Großsanitätsdiensten wie dem Deichbrand-Festival. „Für zwölf Minuten ruht die Freundschaft“, sagte Brunkau vor dem Finale. Doch anschließend wurde gemeinsam gefeiert.

Zur besten Spielerin des Turniers wurde Torhüterin Franca Schäfer gewählt. Sie stand für den Ortsverband Emden zwischen den Pfosten, konnte aber trotz einer überragenden Leistung nicht verhindern, dass die Seehafenstädter schon in der Gruppenphase ausschieden. Bereits 2017 war sie zur besten Spielerin des Turniers gewählt worden und bestätigte damit ihre herausragende Form.

Insgesamt waren zwölf Teams gemeldet, elf waren in der in der Sporthalle des PSV Polizeisportverein Oldenburg angetreten. Das gemeinsame Team der Ortsverbände Braunschweig und Bremen musste kurzfristig aufgrund fehlender Spieler zurück ziehen, die bereits angereisten Braunschweiger Kicker wurden kurzerhand auf andere Mannschaften verteilt. Dafür unterstützten Spieler des Ortsverbands Oldenburg den Ortsverband Hude. „Letztlich ist es ja auch egal, wer wo spielt. Hauptsache es haben alle ihren Spaß“, betonte Niels-Holger Brunkau. Er hatte zusammen mit Markus Maas, Thomas Tinnemeyer und Andreas Rempe den überwiegenden Teil der Organisation des Turniers übernommen – obwohl sie eigentlich nur Gäste waren. Formal muss der Titelverteidiger das alle zwei Jahre stattfindende Turnier organisieren, also in diesem Fall der Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer. Weil der keine freie Spielfläche hatte, bot sich Oldenburg als Spielort an. Immerhin brachten die Wunstorfer ihre Feldküche mit, die sich um die Versorgung der hungrigen Kicker und der Schlachtenbummler kümmerte.

Angetreten waren außer den beiden Teams aus Oldenburg, aus Emden und Wunstorf-Steinhuder Meer die Ortsverbände Osnabrück mit zwei Mannschaften, Deister, Hannover-Leine, Hude, der Nordhannoverscher Ortsverband und ein Team vom Regionalverband Niedersachsen Mitte. Nach der Gruppenphase qualifizierten sich im Halbfinale Oldenburg I durch ein 2:0 gegen Hannover-Leine, Wunstorf-Steinhuder Meer durch ein 3:0 gegen Hude für das Endspiel. Die Siegerehrung nahmen Hannes Wendler, Mitglied im Vorstand des Landesverbands Niedersachsen/Bremen, und Regionalvorstandsmitglied Wilfried Barysch vor. Bernd Stühmann, Dienststellenleiter des alten und neuen Landesmeisters, versprach den Vorständen, dass das Turnier in zwei Jahren in Wunstorf stattfindet. Wendler lobte anschließend die Organisation des Turniers durch die Oldenburger Johanniter, die auch für die Unterbringung aller auswärtigen Gäste sorgten. Mehr als 70 Johanniter nahmen dankend an und verbrachten die Nacht auf Feldbetten im Johanniter-Bildungs- und Tagungszentrum (BiTa) und in den Räumen des Ortsverbands Oldenburg. Sogar Frühstück am nächsten Morgen hatte das Orga-Team besorgt.