Sicherheit geben

Markus Wedemeyer - Varel, 22. Juni 2020

Eigentlich wollte Adelheid Kühn-Lambrecht noch ein paar Dinge einkaufen gehen. Doch der Anruf aus der Zentrale lässt die Helferin der Johanniter umkehren. Ein älterer Herr aus Varel hat den Notrufknopf seines Hausnotrufes gedrückt und bittet um Hilfe. „Wir fahren unsere Einsätze im ganzen Landkreis Friesland“, erzählt die 48-Jährige auf der Fahrt mit ihrem Einsatzwagen. „Zum Teil auch ins Wangerland hinein oder bis nach Jaderberg.“ Immer, wenn ein Teilnehmer aus diesem Gebiet am Johanniter-Hausnotruf den Alarmknopf drückt, gehen die Ehrenamtlichen aus dem Ortsverband Varel in den Einsatz. Die Pandemie hat daran nichts geändert.

Die Sanitätshelferin mit dem ansteckenden Lachen hat selbst einen 88-jährigen Vater zu Hause. Sie weiß, wie wichtig es für die Familien ist, dass sich auf Knopfdruck Hilfe auf den Weg macht. „Angefangen habe ich 2015“, erzählt die Ehrenamtliche. „Damals hatte mein Sohn Patrick die Ausbildung zum Sanitätshelfer, aber keinen Führerschein. Bei mir war es umgekehrt.“ Also sind die beiden zusammen unterwegs gewesen – sogar am Weihnachtsabend waren sie damals gemeinsam im Einsatz. Mittlerweile hat sie selbst die medizinische Ausbildung abgeschlossen und ist immer noch dabei.

Der Einsatzwagen biegt in die Straße ein, aus der der Notruf die Johanniter erreicht hat. „Corona ist ein Thema“, berichtet sie. „Wenn ich in die Wohnungen der Menschen komme, haben die Menschen Fragen. Muss ich mich fürchten? Wohin kann ich gehen? Wie muss ich mich schützen?“ Gerade jene Menschen, die alleine zu Hause sind, alarmieren in Kühn-Lambrechts Wahrnehmung derzeit häufiger. Der Besuch der Helferin und ihrer Kollegen gibt ein Gefühl von Sicherheit in unsicheren Zeiten.

Bisher war keine Situation dabei, wo einer der Teilnehmer möglicherweise an Covid-19 erkrankt war. Doch selbst wenn: „Angst davor habe ich nicht“, sagt Adelheid Kühn-Lambrecht. Sie kennt die Pläne zum Infektionsschutz, in denen auch steht, dass sie derzeit bei jedem Einsatz Mund und Nase bedecken sowie Handschuhe tragen muss. „Wenn ich sicher bin in dem, was ich tue, dann gibt das auch den Menschen ein beruhigendes Gefühl, zu denen ich komme“, ist sich die Helfer sicher. Abwehr gegen die Helfer, die in die Häuslichkeit gerufen werden, hat sie noch keine erlebt.

Auch bei ihrem Einsatz in Varel bleibt es bei einer einfachen Hilfeleistung. Schon nach zehn Minuten sitzt Adelheid Kühn-Lambrecht wieder in ihrem Wagen. „Alles gut, nichts passiert“, sagt sie lächelnd und macht sich auf den Weg Richtung Wangerland, wo sie selbst lebt. Vorher wird sie das genutzte Material und die Kontaktflächen im Wagen desinfizieren. Und wenn heute Nacht jemand den Hausnotruf-Knopf drückt, wird sie sich wieder auf den Weg machen. Auch wenn die Pandemie noch länger dauert.

Wir sind weiter für Euch da!
Viele Helferinnen und Helfer zwischen Weser und Ems standen und stehen auch in der Pandemie bereit, um in ihren Diensten Hilfe zu leisten. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Ausrüstung und Ausbildung der Ehrenamtlichen und sorgen dafür, dass sie auch morgen ausrücken können, wenn Hilfe gebraucht wird.

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
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Stichwort: „Weiter für Euch da“

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