Ambulanter Hospizdienst der Johanniter baut Führung aus

Stefan Greiber - Ahlhorn/Löningen, 15. August 2019

Martin Gobert und Petra Janssen freuen sich, mit Mareike Scheper eine weitere qualifizierte Koordinatorin für den Hospizdienst gefunden zu haben.

Der ambulante Hospizdienst der Johanniter in der Gemeinde Großenkneten im Landkreis Oldenburg und in Löningen im Landkreis Cloppenburg verstärkt sein Führungsteam. Mareike Scheper unterstützt künftig mit 15 Stunden in der Woche als Koordinatorin die Petra Janssen. Grund ist die stark steigende Zahl an Begleitungen, die die insgesamt 27 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und –helfer durchführen. Alleine in diesem Jahr sind es bereits zwölf Begleitungen in Löningen und 17 in der Gemeinde Großenkneten, wobei jede Helferin nur eine Begleitung zur selben Zeit durchführt, anschließend folgt eine Pause mit Supervision, um das Erlebte verarbeiten zu können. Den Begleitungen voraus gehen intensive Beratungen mit den Betroffenen und deren Angehörigen, die von der Koordinatorin durchgeführt werden. „Das war alleine nicht mehr zu schaffen“, erklärt Petra Janssen, die selber nur 20 Stunden in Teilzeit beschäftigt ist.

Im Jahr 2012 hatten die Johanniter, damals noch in Zusammenarbeit mit dem Hospizdienst für den Landkreis Cloppenburg e.V., in Löningen die Kontaktstelle Hospiz gegründet, der ambulante Hospizdienst der Johanniter in der Gemeinde Großenkneten folgte 2013. Um die Belange kümmerte sich eine Mitarbeiterin in Teilzeit. 2015 kam Petra Janssen als Koordinatorin hinzu, die Johanniter übernahmen die Hospizarbeit im Alten Amt Löningen im Süden des Landkreises Cloppenburg. „Der Bedarf ist so groß und die Begleitungen aufwendiger, so dass es notwendig war, dass wir uns auch aktiv in die Hospizarbeit einbrachten“, berichtet Martin Gobert, Gründer der Kontaktstelle Hospiz und heute Sonderbeauftragter der Johanniter für Aufbau und Entwicklung im Oldenburger Münsterland sowie Dienststellenleiter in Ahlhorn. Dazu stimmen sich die Johanniter in Löningen eng mit dem Hospizdienst für den Landkreis Cloppenburg e.V., dem Hospiz- und Palliativdienst der Malteser in Friesoythe und dem stationären Hospiz „wanderlicht“ in Cloppenburg ab. In Großenkneten war der Hospizdienst von Beginn an aktiv in der Arbeit mit Betroffenen.

Als 2018 die Mitarbeiterin der Kontaktstelle in den Fachbereich Erste-Hilfe-Ausbildung im Ortsverband Cloppenburg wechselte, überlegten Janssen und Gobert, ob die Stelle nachbesetzt werden sollte. „Wir haben uns dann entschieden, statt einer Mitarbeiterin eine Koordinatorin einzustellen, um die Führung zu stärken“, erklärt Gobert. Nach einer langen und intensiven Suche hat jetzt Mareike Scheper diese Stelle angetreten.

Die gelernte Krankenschwester war während ihrer Ausbildung im Krankenhaus in Vechta unter anderem in der Onkologie eingesetzt. „Dort kommt man schnell mit dem Tod in Berührung“, sagt die heute 27-Jährige. Dabei habe sie immer wieder erlebt, wie schwer für alle Beteiligen der Prozess des Sterbens in der Umgebung des Krankenhauses war. „Viele wollten unbedingt nach Hause. Aber ohne geklärte Betreuung ging das nicht.“ Nach ihrem Umzug nach Oldenburg bildete sie sich als Pflegeberaterin weiter. Anfang des Jahres stolperte sie zufällig über die Anzeige der Johanniter, in der eine Koordinatorin für den ambulanten Hospizdienst gesucht wurde. „Eigentlich fehlte mir die geforderte Ausbildung in Palliative Care, aber ich habe trotzdem einfach mal angerufen und gefragt.“ Zweimal traf sie sich mit Petra Janssen, die Gespräche dauerten jeweils mehr als zwei Stunden. „Das passte einfach von Beginn an.“ Die fehlenden Ausbildungen in Palliative Care und den Koordinatoren-Leitungslehrgang holt sie jetzt nach. Sehr positiv seien die unterschiedlichen Qualifikationen der beiden Koordinatorinnen. Janssen bringt ihre Ausbildung und Erfahrung als Diplom-Sozialpädagogin ein, Scheper ihr Wissen als Krankenschwester und Pflegeberaterin. „Wir führen viele Beratungsgespräche gemeinsam, weil wir dann zu allen Themen etwas sagen können“, sagt Janssen.