Fast 100 kleine Wünsche werden wahr

Stefan Greiber - Cloppenburg/Garrel, 13. Dezember 2011

Johanniter übergeben Geschenke an Jugendhilfe-Einrichtungen

Die Johanniter überreichten jetzt den Vertretern der Jugendhilfe-Einrichtungen im Landkreis Cloppenburg die Geschenke aus der Aktion „Kleine Wünsche“. Von links: Bernd Meiners, Paul Meyer, Carsten Wessels, Hilla Gesenhaus, Irmgard Lottmann, Henning Thoben, Rainer Bernholt und Martin Gobert. Vorne von links: Vanessa Gobert, Andreas Rempe und Jana Josewski.

Fast 100 Wünsche von Kindern sozial benachteiligter Familien aus fünf Jugendhilfe-Einrichtungen im Landkreis Cloppenburg haben jetzt die Johanniter der Ortsverbände Cloppenburg und Garrel erfüllt. Die Ortsjugendleiter Carsten Wessels und Andreas Rempe übergaben die weihnachtlich verpackten Geschenke an Vertreter der Einrichtungen. Diese werden die Geschenke während der Weihnachtsfeiern in der jeweiligen Einrichtung den Kindern überreichen. Kleine Aufkleber mit Vornamen und einer Nummer sorgen dafür, dass auch jedes Kind seinen ganz persönlichen Wunsch erfüllt bekommt. Lob für alle Beteiligten gab es von Irmgard Lottmann, Leiterin des Jugendamtes des Landkreises Cloppenburg. Sie hatte für die Johanniter die Kontakte zu den Jugendhilfeeinrichtungen hergestellt. „Wir haben uns sehr gefreut, dass alle so schnell und positiv reagiert haben“, sagte sie und versprach, die Aktion auch im nächsten Jahr zu unterstützen. Dann will sie selber die Wunsch-Patenschaft für ein Kind übernehmen. „Eigentlich hatte ich das schon dieses Jahr vor. Aber als ich kam, waren schon alle Wunschzettel vergeben.“

Das hatte auch Carsten Wessels, Ortsjugendleiter der Cloppenburger Johanniter, überrascht. Es habe nicht einmal zwei Tage gedauert, bis jeder Wunschzettel einen Paten gefunden hatte. „Dafür möchten wir den Menschen im Cloppenburg, Garrel, Löningen und im ganzen Landkreis herzlich danken. Ohne ihre Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen.“ Er fand bemerkenswert, dass sich viele Kinder konventionelles Spielzeug wünschten. „Elektronik war selten dabei, hauptsächlich Kuscheltiere, aber sogar ein Paar Handschuhe wurden gewünscht.“ Bernd Meiners, Leiter vom „Haus Emstek“, begeht mit den Kindern am 22. Dezember Bescherung. „Wir haben die Wunschzettel alle gemeinsam ausgefüllt. Das war für die Kinder eine ganz tolle Aktion.“ Paul Meyer, Einrichtungsleiter vom „Weitblick“, wunderte sich, dass einige Kinder gar nicht wussten, was ein Wunschzettel ist. „Sie kannten das nicht, dass ein anderer Mensch nach ihren Wünschen fragt.“ Und noch etwas kannten sie nicht. „Besonders unsere älteren waren skeptisch, wer die Johanniter sind.“ Die Betreuer nutzten die Fragen, um der Geschichte des Johanniterordens auf den Grund zu gehen. „Das hat allen viel Spaß gemacht.“

Rainer Bernholt, Erziehungsleiter der Jugendburg Hl. Kreuz, war überrascht, wie schnell die Wunschzettel ausgefüllt worden waren. „Wir danken den Spendern, die Anteil daran genommen haben, dass es auch hier Kinder gibt, denen es nicht so gut geht.“ Für Henning Thoben vom „Haus Bethel“ war das Ausfüllen der Wunschzettel der Startschuss in die Weihnachtszeit. „Es war toll, dass wir an der Aktion teilnehmen durften, obwohl wir erst so kurz im Landkreis Cloppenburg vertreten sind.“ Dafür dankte er den Johannitern, aber auch Irmgard Lottmann, die ihn über die Aktion informiert habe. „Das ging alles wunderbar reibungslos.“ Hilla Gesenhaus, Hausleitung der Heilpädagogischen Wohngruppe „Strukelje“, berichtete von einer ganz neuen Erfahrung, die ihre Kinder mit dieser Aktion verbunden haben. „Sie waren überrascht, dass jemand fragt, was sie sich wünschen. Es hat ein ganz neues Gefühl geweckt, dass sie ein Teil der Gesellschaft sind und nicht an den Rand gedrängt und als ‚Heimkinder‘ stigmatisiert werden“, sagte Hilla Gesenhaus.

Martin Gobert, Ortsbeauftragter der Cloppenburger Johanniter, freute sich vor allem über die hohe Beteiligung der Menschen im Landkreis Cloppenburg. „Viele erzählten mir, dass ihnen ganz besonders der direkte Bezug vom Schenkenden zum Beschenkten gefallen habe.“ Die Paten schenkten nicht irgendetwas, sondern erfüllten einen ganz bestimmten Wunsch eines ganz bestimmten Kindes. „Wünsche, die oft sehr bescheiden waren“, betonte Gobert und kündigte an, die Aktion auch in der Weihnachtszeit 2012 auf die Beine zu stellen. Eine Wunschpatin habe er bereits, meinte er mit Blick auf die Jugendamtsleiterin. „Der Name von Frau Lottmann ist notiert.“