Die Farben des Regenbogens zu Weihnachten

Stefan Greiber - Cloppenburg, 15. Dezember 2019

Freuen sich über 207 Geschenke für Kinder in Jugendhilfe-Einrichtungen (von links): Nicole Schröder und Mareike Kröger (beide Begleitete Elternschaft „Lichtblick“ Barßel), Bernd Meiners („Haus Emstek e.V.“), Thomas Rieken (Wohngruppe „Strukelje“), Rainer Bernholt und Christiana Dörtelmann (beide Jugendburg Hl. Kreuz Vincenzhaus), Barbara Schelenz (Weitblick), Rabea Sieverding, („Haus Franke“), André Krukenberg (Wohngruppe Cloppenburg Bethel im Norden) sowie Florian Abshof von den Johannitern. Vorne von links die Johanniter Jonas Niemann, Nicole Seidlez, Henri Seidlez und Alexander Goss.

So richtig fand sich der junge Mensch aus einer Jugendhilfe-Einrichtung im Landkreis Cloppenburg auf dem Wunschzettel der Weihnachtsaktion „Kleine Wünsche“ des Ortsverbandes Cloppenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe nicht wieder. Kurzerhand malte er neben den Auswahlfeldern „Junge“ und „Mädchen“ ein drittes Feld, schrieb „Divers“ daneben und kreuzte es an. Der Wunsch: Eine Fahne in den Regenbogenfarben der Homosexuellen-Bewegung. „Respekt vor so viel Mut“, sagt Henri Seidlez vom Team der Johanniter-Jugend Cloppenburg, das für die insgesamt 207 Wunschzettel von Kindern und Jugendlichen aus zehn Einrichtungen Paten gesucht und sich um die Organisation gekümmert hat. Erfreulich: Auch für diesen außergewöhnlichen Wunsch fand sich ein Pate, der junge Mensch kann sich über ein Geschenk zu Weihnachten freuen.

Die Resonanz war in diesem Jahr überwältigend. „Wir waren die Wunschzettel innerhalb einer Woche los“, berichtet Nicole Seidlez, kommissarische Ortsjugendleiterin der Cloppenburger Johanniter. Institutionen wie das Rathaus, das Krankenhaus, Schulen und Unternehmen nahmen ganze Packen ab und verteilten sie unter den Mitarbeitenden. „Wir hatten sogar noch weitere Anfragen“, freut sich Ortsbeauftragter Florian Abshof über die überwältigende Hilfsbereitschaft in Cloppenburg.  Die meisten Wünsche unterscheiden sich nicht von denen anderer junger Menschen. Viel Lego war dabei, Süßigkeiten und CDs mit Musik koreanischer Bands. „Uns sagten die Namen nichts. Aber das ist wohl gerade sehr angesagt“, meint Alexander Goss von den Johannitern. Andere wünschten sich praktische Dinge wie Socken, Duschgel oder ein Fahrradschloss. Einen Feinschmecker gibt es auch unter den Jugendlichen: Er schrieb „Yum Yum Nudeln“ auf den Wunschzettel.

Dabei sind die Geschenke oftmals nicht das Wichtigste an der Aktion. „Es ist für unsere Jugendlichen immer wieder schön zu sehen, dass es fremde Menschen gibt, die an sie denken und ihnen etwas schenken“, sagt Rainer Bernholt von der Jugendburg Heilig Kreuz. Seine Kollegin Christina Dörtelmann ergänzt: „Es ist faszinierend, mit wie viel Liebe die Geschenke verpackt sind.“ Viele Paten erfüllen nicht nur die Wünsche, sondern legen auch Süßigkeiten und einen persönlichen Gruß mit ins Paket, so dass der Gesamtwert bei über 4000 Euro liegt. Beteiligt sind die Wohngruppe Löningen des Leinerstifts, die Mädchen-Wohngruppe des Deutschen Kinderschutzbundes, das Kinderhaus Sedelsberg der Jugend- und Familienhilfe Franke, die Wohngruppe Cloppenburg Bethel im Norden, die Heilpädagogische Wohngruppe „Strukelje“ der IFI Kinderheim Leer gGmbH, „Haus Emstek e.V.“,  die Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung „Weitblick“, die Jugendburg Hl. Kreuz, das Caritas-Sozialwerk St. Elisabeth Niels-Stensen-Hof und die Begleitete Elternschaft „Lichtblick“ des Caritasvereins Altenoythe.