Ein tapferer Mann für die Cloppenburger Johanniter

Stefan Greiber - Cloppenburg, 12. November 2019

Florian Abshof ist neuer Ortsbeauftragter der Johanniter-Unfall-Hilfe in Cloppenburg. Ein Amt, für das neben vielen anderen eine Eigenschaft besonders erforderlich erscheint, wie Markus Wedemeyer, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems, betonte: Tapferkeit. „Tapfer, nicht aufzugeben, wenn es mal nicht so läuft, wie Sie und ihr es euch vorgestellt habt – und diese Tage werden kommen.“ Cloppenburg sei ein kleiner Ortsverband und es gebe Menschen in Stadt und Landkreis, die skeptisch auf diesen Verband schauen. „Tapfer weiter an unserem Auftrag zu arbeiten und nicht locker zu lassen, sich einzubringen, darauf kommt es jeden Tag an“, sagte Wedemeyer. Der Ortsverband Cloppenburg will sich zukünftig noch stärker im Bevölkerungsschutz einbringen, die regionalen Einsatzführer haben bereits Stationierungen beschlossen. Doch Einsätze seien auch immer mit Belastungen verbunden. „Es wird der Tag kommen, da wird euch Leid begegnen, das nicht beherrschbar wirkt – und dem wir ohne Angst gegenüber treten müssen.“

Ein Thema, das zuvor auch Pastor Wolfgang Kürschner, Ortsverbandspfarrer der Cloppenburger Johanniter, aufgegriffen hat. In seiner Predigt in der Evangelisch-lutherischen Kirche ging er auf die Feindesliebe im 6. Kapitel des Lukas-Evangeliums ein. Der Feind, über den Kürschner sprach, war dabei der im Inneren, des Verbandes wie dem Herzen. „Heute wird dir Dankbarkeit gesagt für deine Bereitschaft dieses schwierige Ehrenamt zu übernehmen  - wahrscheinlich das letzte Mal für eine lange Zeit.“ Verantwortlich zu sein heiße auch, dass oft über das eigene Tun gemeckert und gemäkelt werde. Dann müsse man stark sein und auch diesen Kritikern mit Liebe begegnen, denn eigentlich sei es nicht böse gemeint. „Zu Helfen liegt in uns. Wir fahren auch raus, wenn wir lieber zuhause bei der Familie wären. Denn wir haben Verantwortung übernommen und müssen uns ihr stellen.“

Florian Abshof dankte allen Gästen, darunter den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Cloppenburg, Klaus-Dieter Ackmann, Dieter Schütte vom Ordnungsamt des Landkreises, Kreisbrandmeister Arno Rauer, Stadtbrandmeister Horst Lade, den Ortsbeauftragten des THW Cloppenburg Rouven Nock und Ursula Willenborg von der Kirchengemeinde St. Andreas. Ganz besonders begrüßte er seinen Vorgänger Martin Gobert, der den Ortsverband Cloppenburg vor fast 14 Jahren gegründet hatte und inzwischen als Sonderbeauftragter für das Oldenburger Münsterland und den Landkreis Oldenburg andere Aufgaben innerhalb der Johanniter-Unfall-Hilfe übernommen hat. Für ihn hatte er einen Präsentkorb dabei, Gobert bedankte sich mit dem gleichen Geschenk bei Abshof. „Man merkt, hier passt das Denken zusammen“, nahm es Gobert mit Humor. Deshalb sprachen die beiden einen Dank gemeinsam aus: ihren Ehefrauen, ohne die die Wahrnehmung eines so verantwortlichen Ehrenamtes nicht möglich wäre.