Nachwuchsretter besuchen Klinikum in Oldenburg

Edewecht, 14. März 2013

Jugend aus Edewecht zu Gast im Herzkatheter Labor

Die Nachwuchsretter aus Edewecht im Herzkatheter Labor des Klinikums Oldenburg.

Zehn Nachwuchsretter der Johanniter Jugend aus Edewecht freuten sich ganz besonders auf die Jugendstunde am 13. März. Dort bekamen sie die Möglichkeit, das Herzkatheter Labor des Klinikums Oldenburg zu besuchen. Zwei Mitarbeiter des Klinikums, Anja und Frank, standen den Jugendlichen für Fragen zur Verfügung und erklärten an Hand von modernen Lehrmaterialien, wie ein Eingriff am Herzen in ihrem Labor erfolgt.

 

Besonders interessant war für die Jugendlichen zu hören, dass die Eingriffe nicht unter Narkose durchgeführt werden. Bei vollem Bewusstsein wird dem Patienten zunächst im Leistenbereich eine Schleuse in ein Blutgefäß eingeführt, die erst nach Ende der Untersuchung wieder entfernt wird. Nachwuchsretterin Ronja fragte, ob es nicht sehr gefährlich sei, „mit einem Draht im Menschen rumzuschieben“. Klinikum Mitarbeiterin Anja zeigte zur Veranschaulichung eine solche Schleuse und erklärte: „Die Spitze des Führungsdrahtes besteht aus sehr weichem Material, so dass die Gefahr der Beschädigung der inneren Blutgefäße ziemlich gering ist“. Die Nachwuchsretter lernten weiter, dass Kontrastmittel verwendet werden, um bei den vielen Blutgefäßen im menschlichen Körper den Weg zum Herzen zu finden. Unter Röntgenstrahlen leuchten die Blutgefäße auf einem Bildschirm auf und der Kardiologe kann sich gezielt durch wiederholtes Vorschieben sowie Zurückziehen von Draht und Katheter zur gewünschten Stelle vorarbeiten. Die Jugendlichen wissen nun auch, was ein Myokardinfarkt ist. "Besteht eine Verengung oder ein Verschluss der Herzkranzgefäße, kann das betreffende Gefäß aufgeweitet werden", erklärt Mitarbeiterin Anja. Wenn die Aufweitung nicht ausreichend ist, kann ein Stent implantiert werden, der das Blutgefäß stützt. "Dabei wird der Stent auf einem Ballonkatheter zusammengefaltet, wie ein Herzkatheter an die verengte Stelle vorgeschoben und dann durch den Ballon ausgeweitet", ergänzt sie. Abschließend müssen nach der Untersuchung Führungsdraht und Katheter entfernt und die Einstichstelle mit beispielsweise einem Druckverband verschlossen werden. 

 

Nach vielen ausführlichen Informationen und einer Menge beantworteter Fragen bekamen die Nachwuchsretter im Anschluss noch die Möglichkeit, das Herzkatheter Labor von innen anzuschauen. Die Mitarbeiter des Klinikums zeigten Videoaufzeichnungen aus vergangenen Untersuchungen, um die vorab theoretisch vermittelten Informationen zu veranschaulichen. Dem Wunsch der Jugendlichen, diese Themen in den folgenden Jugendstunden noch genauer zu besprechen, werden die Betreuer der Johanniter Jugend in Edewecht Claudia, Brigitte und Frank gerne nachkommen.